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Krieg in der Ukraine
Der seit 2014 andauernde und vor Kurzem eskalierte Konflikt in der Ukraine wirkt sich auf alle Teile unserer Gesellschaft und Wirtschaft aus. Auch der Gartenbau, Obst- und Gemüseerzeuger, Importeure, Maschinenhersteller und viele weitere Bereiche der Grünen Branche spüren die Auswirkungen des Krieges. Einige europäische und internationale Unternehmen unterstützen solidarisch die Ukraine und die vielen tausende Flüchtenden Menschen, die Anderenorts Schutz suchen.
Hinweis der Redaktion: In diesem Dossier finden Sie gesammelte Meldungen von Unternehmen, Organisationen oder anderen Akteuren, die im Zusammenhang mit dem bewaffneten Konflikt ihre Auswirkungen feststellen oder ihre Reaktion darstellen.
Nachrichten zum Ukraine-Krieg
Lebensmittelkette: Positionspapier beschlossen
Die Spitzenverantwortlichen der europäischen Landwirtschaft verabschiedeten jetzt einstimmig ein Positionspapier zu Mitteln und Wegen, wie die Stellung der europäischen Landwirte und landwirtschaftlichen Genossenschaften in der Lebensmittelversorgungskette zu festigen ist, wobei sie deren mangelhafte Funktionsweise herausstellten.
Im Anschluss an die Tagung des Präsidiums von Copa-Cogeca sagte Cogeca-Präsident Paulo Bruni: „Die europäischen Landwirte und Verbraucher sehen sich zunehmender Volatilität der Agrar- und Lebensmittelpreise gegenüber. Zusätzlich geraten die Markterlöse der Landwirte unter Druck. Landwirte erzielen heute nur rund 20% des Preises, den Verbraucher für ihre Nahrungsmittel zu zahlen haben. Vor zehn Jahren lag diese Zahl noch bei 30%. Oft reicht der von Landwirten erzielte Preis nicht aus, um ihre Kosten zu decken - geschweige denn ein faires Einkommen zu sichern. Einer der Gründe ist darin zu sehen, dass die Landwirte und ihre Genossenschaften jetzt mit der gewaltigen Kaufkraft einer Handvoll Verarbeitungsunternehmen und Supermärkten zu schaffen haben. Letztlich ist es die Nutzung dieser Marktmacht im Geschäftsverkehr die Lebensmittelkette hindurch, die Anlass zu unfairen Praktiken gibt. Daher ruft Copa-Cogeca die Kommission und die Mitgliedstaaten auf tätig zu werden, um faire vertragliche Praktiken voranzutreiben und unlautere missbräuchliche Praktiken zu unterbinden.
Im Übrigen unterstrich Präsident Paolo Bruni: „Copa-Cogeca besteht auf bessere Preise für Landwirte und landwirtschaftliche Genossenschaften. Die EU-Wettbewerbsvorschriften sind anzupassen, damit Erzeugerorganisationen und insbesondere Genossenschaften sich größenmäßig entwickeln und so ihre Machtstellung in der Lebensmittelversorgungskette festigen können. Außerdem sollte eine unabhängige „Europäische Lebensmittelhandelsagentur“ geschaffen werden, um in Fragen der Lebensmittelkette beratend beizustehen und zu einer transparenteren und faireren Lebensmittelversorgungskette beizutragen. Eine wichtige Komponente der Struktur dieser Agentur wäre ein europäischer „Ombudsmann für den Lebensmittelhandel“ zwecks Schlichtung von Streitsachen. Desweiteren ist die Auswirkung privater, im Besitz des Einzelhandels befindlicher Marken auf die Wettbewerbsfähigkeit des Agrarnahrungsmittelsektors deutlich auf EU-Ebene zu evaluieren. Nationale Studien haben ein stetiges und kontinuierliches Wachstum des Marktanteils privater Einzelhandelsmarken auf Kosten von Marken der Erzeuger/Agrarnahrungsmittelindustrie erwiesen.“ (co-co)

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