Krieg in der Ukraine

Der seit 2014 andauernde und vor Kurzem eskalierte Konflikt in der Ukraine wirkt sich auf alle Teile unserer Gesellschaft und Wirtschaft aus. Auch der Gartenbau, Obst- und Gemüseerzeuger, Importeure, Maschinenhersteller und viele weitere Bereiche der Grünen Branche spüren die Auswirkungen des Krieges. Einige europäische und internationale Unternehmen unterstützen solidarisch die Ukraine und die vielen tausende Flüchtenden Menschen, die Anderenorts Schutz suchen.

Hinweis der Redaktion: In diesem Dossier finden Sie gesammelte Meldungen von Unternehmen, Organisationen oder anderen Akteuren, die im Zusammenhang mit dem bewaffneten Konflikt ihre Auswirkungen feststellen oder ihre Reaktion darstellen.

Nachrichten zum Ukraine-Krieg

Landvolk: Nicht jeder Landwirt kann Energiewirt werden

"Wir müssen aufpassen, dass im Osterpaket der Bundesregierung keine faulen Eier für unsere Landwirte versteckt sind“, verweist Landvolkpräsident Dr. Holger Hennies bei aller Euphorie der neuen Bundesregierung, den Energiehunger mittels Ausweitung von Photovoltaik (PV) auf Acker- und Grünlandflächen stillen zu wollen, auf die Bedeutung von Landwirtschaftsflächen.

"Es sind regionale Energiekonzepte nötig, bei denen Landwirte, Gemeinden, örtliche Betriebe sowie Energieversorger mit einzubinden sind“, sagt Dr. Holger Hennies. Bild: Landvolk.

Bis zum Jahr 2030 soll laut Ampelkoalition die jetzt installierte Photovoltaikleistung um 140 Gigawatt (GW) auf 200 GW erhöht werden, davon sollen 70 GW auf die Freifläche kommen. Die jetzige Landesregierung sieht als Ziel für 2040 Freiflächen-PV Anlagen auf 15.000 Hektar (ha) in Niedersachsen vor, in der Vorgängerregierung war aber auch schon von 116.000 ha die Rede. „Bei einem solch massiven Ausbau der Solarenergie muss durch eine gute Planung sichergestellt sein, dass Landwirte, die auf die Nutzung der Flächen angewiesen sind, nicht unter die Räder kommen“, sagt Dr. Hennies.

Andererseits sind auch die sich bietenden Chancen der PV-Stromerzeugung zu nutzen. Allerdings muss auch gesehen werden, dass ein derart starker Ausbau der PV-Stromerzeugungskapazitäten dazu führen wird, dass im Sommerhalbjahr mittags viel mehr Strom erzeugt, als verbraucht wird oder ins Stromnetz eingespeist werden kann. Daraus folgen negative Preise oder die zwangsweise Trennung vom Netz. Die Anlagen werden dann unrentabel, wenn nicht Alternativen, wie die Stromspeicherung oder die Wasserstofferzeugung, genutzt werden. „Da dafür geeignete Standorte gefunden werden müssen, sind regionale Energiekonzepte nötig, bei denen Landwirte, Gemeinden, örtliche Betriebe sowie Energieversorger mit einzubinden sind“, zeigt der Präsident des niedersächsischen Landesbauernverbandes auf. Dr. Hennies ruft dazu auf, PV auf Agrarflächen regional vor Ort und vor allem gemeinschaftlich anzugehen – und sich nicht als kleines Rad eines von außen bestimmten Großprojektes einzufügen.

Wichtig ist dem Landesbauernverband, folgendes nicht aus den Augen zu verlieren: Acker- und Grünlandflächen dienen in erster Linie der Nahrungsmittel- und Grundfutterproduktion. Das Land kann steuernd via Landesraumordnungsprogramm (LROP) eingreifen: Eine detaillierte Flächenplanung muss das öffentliche Interesse an der Erhaltung landwirtschaftlicher Flächen und die Betroffenheit landwirtschaftlicher Betriebe berücksichtigen sowie den Flächenbedarf von Betrieben vor Ort ermitteln und würdigen. „Wir halten die Welle nicht auf, aber wir wollen den Verlauf mitgestalten und fordern deshalb regionale Energiekonzepte. Dazu haben wir unsere Sichtweise und Expertise entsprechend eingebracht“, erklärt Landvolkpräsident Hennies abschließend. (LPD)

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