Krieg in der Ukraine

Der seit 2014 andauernde und vor Kurzem eskalierte Konflikt in der Ukraine wirkt sich auf alle Teile unserer Gesellschaft und Wirtschaft aus. Auch der Gartenbau, Obst- und Gemüseerzeuger, Importeure, Maschinenhersteller und viele weitere Bereiche der Grünen Branche spüren die Auswirkungen des Krieges. Einige europäische und internationale Unternehmen unterstützen solidarisch die Ukraine und die vielen tausende Flüchtenden Menschen, die Anderenorts Schutz suchen.

Hinweis der Redaktion: In diesem Dossier finden Sie gesammelte Meldungen von Unternehmen, Organisationen oder anderen Akteuren, die im Zusammenhang mit dem bewaffneten Konflikt ihre Auswirkungen feststellen oder ihre Reaktion darstellen.

Nachrichten zum Ukraine-Krieg

Kartoffeln: Regional bleibt erste Wahl

Niedersachsens Frühkartoffelerzeuger sind bitter enttäuscht, denn der Handel blockiert die Vermarktung und bevorzugt Importware aus dem Mittelmeerraum.

Regional bleibt erste Wahl. Bild: Landpixel.

„Wir haben mit der richtigen Sortenwahl, Folien zur Ernteverfrühung und einer guten Produktionstechnik alles gemacht, um den Verbrauchern möglichst frühzeitig Frühkartoffeln aus hiesiger Erzeugung anbieten zu können“, schildert Henning Meyer von der Frühkartoffelerzeugergemeinschaft im Raum Burgdorf. Im Ab-Hof-Verkauf seien die ersten Knollen auch gut nachgefragt worden, „aber jetzt blockiert der Handel die Vermarktung und bevorzugt in seinen Regalen Importware aus dem Mittelmeerraum“. Er sieht darin eine Entscheidung gegen die vom Verbraucher gewünschte Regionalität und noch mehr gegen die heimischen Kartoffelerzeuger. „Wir können die Partien im gewünschten Umfang und zum jetzigen Termin liefern“, versichert der Kartoffelanbauer aus Immensen. Er sieht in der Bevorzugung der preiswerteren Mittelmeerware zugleich einen Vertrauensbruch gegenüber den Kunden, denen die großen Lebensmittelketten in Werbekampagnen nachhaltige und regional erzeugte Produkte versprächen. Zugleich stelle der Lebensmitteleinzelhandel immer höhere Anforderungen an Produktion und Qualität und profiliere sich über entsprechende Aussagen. „Er treibt damit aber zugleich die Kosten der Bauern als Vorlieferanten in die Höhe“, kritisiert Meyer.

Die heimischen Erzeuger kämen den Wünschen nach, seien aber im Gegenzug auf verlässliche Partner angewiesen. Nur so könne eine ökonomisch und ökologisch nachhaltige Produktion aufrechterhalten werden. „Nach einem für Speisekartoffelerzeuger desaströsen Jahr 2017 sind Absatzsicherheit und kostendeckende Preise jetzt dringend notwendig“, schildert Meyer und dringt auf eine zeitnahe und umfangreiche Umstellung auf heimische Frühkartoffeln. Andrerseits befürchtet er, dass sich viele Landwirte in den folgenden Jahren gegen die Frühkartoffel entscheiden werden. In der Frühkartoffelerzeugergemeinschaft Hannover haben sich 160 Landwirte zusammengeschlossen, sie bauen auf rund 2.700 ha Frühkartoffeln an, die Region gilt damit als größtes norddeutsches Anbaugebiet für diese Kartoffelspezialität, bevorzugte Sorte ist weiter „Annabelle“. (Quelle: LPD)

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