- Startseite
- Mehr...
- Dossiers
- IVG: Nachhaltigkeit lässt sich nicht an ...
Krieg in der Ukraine
Der seit 2014 andauernde und vor Kurzem eskalierte Konflikt in der Ukraine wirkt sich auf alle Teile unserer Gesellschaft und Wirtschaft aus. Auch der Gartenbau, Obst- und Gemüseerzeuger, Importeure, Maschinenhersteller und viele weitere Bereiche der Grünen Branche spüren die Auswirkungen des Krieges. Einige europäische und internationale Unternehmen unterstützen solidarisch die Ukraine und die vielen tausende Flüchtenden Menschen, die Anderenorts Schutz suchen.
Hinweis der Redaktion: In diesem Dossier finden Sie gesammelte Meldungen von Unternehmen, Organisationen oder anderen Akteuren, die im Zusammenhang mit dem bewaffneten Konflikt ihre Auswirkungen feststellen oder ihre Reaktion darstellen.
Nachrichten zum Ukraine-Krieg
IVG: Nachhaltigkeit lässt sich nicht an einem einzigen Wert messen
Der Industrieverband Garten (IVG) e.V. begrüßt die neue Datengrundlage der Studie als wichtigen Beitrag zu einer sachlichen Debatte über die Umweltfreundlichkeit von Substraten. Sie schafft bessere Voraussetzungen für Innovationen und hilft, politische Entscheidungen auf eine breitere wissenschaftliche Basis zu stellen.
Unter dem Titel „Life cycle assessment of growing media: a baseline dataset for European horticulture“ haben Jeroen Weststrate und Elizabeth Migoni Alejandre zwölf wichtige Ausgangsstoffe und 30 Substratmischungen für sieben Anwendungsbereiche untersucht. Berücksichtigt wurden neben dem CO₂-Fußabdruck weitere 15 Einflussfaktoren wie Wasserverbrauch, Flächennutzung, Feinstaub sowie Stickstoff- und Nährstoffeinträge. Die Studie schafft damit eine aktuelle Datengrundlage für die Bewertung der Umwelteinflüsse von Kultursubstraten in Europa.
Klimaeffekt und Gesamtwirkung können auseinanderfallen
Die Ergebnisse zeigen, dass sich die Bewertung von Substratmischungen verändert, sobald neben der CO₂-Bilanz weitere Umweltwirkungen einbezogen werden. In vier von sieben untersuchten Anwendungsgruppen änderte sich die Einstufung der Mischungen deutlich. Eine Mischung mit 50% Torf wies innerhalb dieser Vergleichsgruppe zwar den höchsten Klimaeffekt auf, erreichte bei der Gesamtbewertung der untersuchten Umweltwirkungen aber den niedrigsten Wert. Einige Mischungen mit einem hohen Anteil an Kokosfasern schnitten beim Klimaeffekt besser ab, waren insgesamt jedoch mit höheren Umweltbelastungen verbunden. Gründe dafür sind unter anderem Anbau, Verarbeitung und Transport der Kokosfasern nach Europa. Auch andere Rohstoffe lassen sich nicht pauschal als nachhaltig oder nicht nachhaltig einordnen. Bei Kompost beispielsweise beeinflussen die Ausgangsstoffe, die Verfahren der Herstellung und die Transportwege die Umweltwirkung. Entscheidend sind daher immer die konkrete Herkunft, Qualität und Verwendung des jeweiligen Materials. „Die Studie zeigt sehr deutlich, dass eine einseitige Betrachtung zu falschen Schlussfolgerungen führen kann. Ein Rohstoff mit einer niedrigeren CO₂-Bilanz ist nicht automatisch die umweltfreundlichere Wahl. Wir brauchen eine Gesamtbetrachtung, die alle relevanten Umweltwirkungen, die Leistung und den Ertrag des Substrats berücksichtigt“, erklärt Philip Testroet, stellvertretender Geschäftsführer des IVG.
Die Pflanze muss am Ende gut wachsen
Für die Praxis ist außerdem entscheidend, wie ein Substrat im Anbau funktioniert. Eine Substratmischung, die von der Zusammensetzung der Ausgangsstoffe günstig bewertet wird, kann ihren Vorteil einbüßen, falls sie zu einem höheren Bedarf an Wasser, Dünger oder Energie führt oder geringere Erträge ermöglicht. Die Studie weist deshalb selbst auf den nächsten wichtigen Forschungsschritt hin: Künftig muss noch stärker untersucht werden, wie sich die verschiedenen Substratmischungen im Gewächshaus und in unterschiedlichen Kulturen bewähren. Erst die Verbindung von Rohstoffdaten, Substratqualität und Pflanzenleistung ermöglicht eine belastbare Aussage über die tatsächliche Umweltwirkung. Der IVG begrüßt die neue Datengrundlage als wichtigen Beitrag zu einer sachlichen Debatte. Sie schafft bessere Voraussetzungen für Innovationen und hilft, politische Entscheidungen auf eine breitere wissenschaftliche Basis zu stellen. „Pauschale Vorgaben nach dem Muster ,Torf gegen Alternative‘ werden der Realität nicht gerecht. Nachhaltige Lösungen müssen wirksam, praxistauglich und für den Gartenbau verlässlich sein. Dafür brauchen wir technologieoffene Rahmenbedingungen und eine Bewertung des gesamten Systems – nicht nur eines einzelnen Rohstoffs oder einer einzelnen Kennzahl“, so Testroet.
Studienhinweis: J. Weststrate, E. Migoni Alejandre et al.: Life cycle assessment of growing media: a baseline dataset for European horticulture, Journal of Cleaner Production, 5. September 2026.


Kommentare (0)
Bisher sind keine Kommentare zu diesem Artikel erstellt worden.