Krieg in der Ukraine

Der seit 2014 andauernde und vor Kurzem eskalierte Konflikt in der Ukraine wirkt sich auf alle Teile unserer Gesellschaft und Wirtschaft aus. Auch der Gartenbau, Obst- und Gemüseerzeuger, Importeure, Maschinenhersteller und viele weitere Bereiche der Grünen Branche spüren die Auswirkungen des Krieges. Einige europäische und internationale Unternehmen unterstützen solidarisch die Ukraine und die vielen tausende Flüchtenden Menschen, die Anderenorts Schutz suchen.

Hinweis der Redaktion: In diesem Dossier finden Sie gesammelte Meldungen von Unternehmen, Organisationen oder anderen Akteuren, die im Zusammenhang mit dem bewaffneten Konflikt ihre Auswirkungen feststellen oder ihre Reaktion darstellen.

Nachrichten zum Ukraine-Krieg

Imker: Fake-Honig und schlechte Honigpreise bedrohlich

Die EU-Kommission hat Anfang des Jahres eine Studie veröffentlicht, gemäß derer bei 46% aller in der EU verkauften Honige eine Verfälschung nicht ausgeschlossen werden kann. 74% der untersuchten Honige stammten aus China.

Fake-Honig und schlechte Honigpreise ruinieren die einheimischen Imker. Bild: GABOT.

Die Menge des eingeführten Fake-Honigs ist signifikant für den Gesamtmarkt und beeinträchtigt die Honigpreise in Deutschland und Europa nachhaltig negativ. Außerdem entspricht er nicht den lebensmittelrechtlichen Vorschriften, die eine Trocknung unreifen Honigs untersagen. Der Neue Imkerbund fordert die EU-Kommission und die nationalen Behörden auf, die Einfuhr von Fake-Honig zu unterbinden.

In Deutschland und vielen anderen europäischen Ländern wird die Imkerei von Freizeitimkerinnen und Freizeitimkern betrieben. Diese sind nicht unbedingt darauf angewiesen, ihre Betriebskosten durch den Verkauf von Bienenprodukten zu decken. Gleichwohl ist es den auf Erwerb angewiesenen Imkereien mittlerweile fast nicht mehr möglich, in Deutschland und Europa zu den vom Handel und den Endkunden akzeptierten Preisen zu produzieren. Der Pestizideinsatz, diverse Parasiten, der Klimawandel und die damit nicht mehr kalkulierbare Wettersituation, vor allem im Frühjahr, machen die Honigernte jedes Jahr unsicherer. Das treibt unsere Berufsimkereien an den Rand des Ruins. Wenn diese aber den Markt verlassen haben, wird die Menge des lebensmitteltechnisch einwandfreien deutschen Imkerhonigs weiter reduziert. Und es werden ausgebildete und erfahrene Fachleute fehlen, die der Branche als Schulungs- und Ansprechpartner verloren gehen. Von der Obsternte gar nicht zu reden. Schon jetzt ist eine ausreichende Bestäubung nicht mehr in allen Gegenden Deutschlands sichergestellt.

Prof. Harnaj, Präsident der XX. Apimondia in Bukarest, hat bei seiner Eröffnungsansprache auf dem Weltkongress am 26. August 1965 darauf hingewiesen, dass die Imkerei nicht allein durch den Verkauf von Bienenprodukten überleben kann. Diese Tatsache hat sich bis heute nicht geändert.

Jürgen Binder: „Die Produktionskosten eines Kilogramms Roh-Honig liegen in Mitteleuropa derzeit unter Berücksichtigung kaufmännischer Grundsätze ab Hof bei 15 Euro. Bei Sortenhonigen können es auch 25 Euro und mehr werden. Zuzüglich der Verarbeitungs- und Vermarktungskosten von 60% kommt man incl. MwSt. auf einen Verkaufspreis von 24 bis 40 Euro pro Kilogramm. Das entspricht 12 bis 20 Euro pro handelsübliches 500-Gramm-Glas. An diesen Preisen sollten sich die Imkerinnen und Imker orientieren, wenn sie ihr heimisches Qualitätsprodukt verkaufen“.

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