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Krieg in der Ukraine
Der seit 2014 andauernde und vor Kurzem eskalierte Konflikt in der Ukraine wirkt sich auf alle Teile unserer Gesellschaft und Wirtschaft aus. Auch der Gartenbau, Obst- und Gemüseerzeuger, Importeure, Maschinenhersteller und viele weitere Bereiche der Grünen Branche spüren die Auswirkungen des Krieges. Einige europäische und internationale Unternehmen unterstützen solidarisch die Ukraine und die vielen tausende Flüchtenden Menschen, die Anderenorts Schutz suchen.
Hinweis der Redaktion: In diesem Dossier finden Sie gesammelte Meldungen von Unternehmen, Organisationen oder anderen Akteuren, die im Zusammenhang mit dem bewaffneten Konflikt ihre Auswirkungen feststellen oder ihre Reaktion darstellen.
Nachrichten zum Ukraine-Krieg
Humboldt-Universität: Können Bäume eine schwere Grippe bekommen?
Das neuartige Coronavirus SARS-CoV-2 wird derzeit weltweit intensiv erforscht, um es erfolgreich zurückdrängen zu können. Weit weniger bekannt als die Viren, die auf Menschen und Tiere übertragen werden, sind Krankheitserreger, die unsere heimischen Bäume infizieren. Dabei sind sie weit verbreitet und können den Gesundheitszustand der Bäume erheblich beeinträchtigen. Seit Ende der 1990er Jahren untersuchen WissenschaftlerInnen der Forschungsgruppe Phytomedizin der Humboldt-Universität zu Berlin (HU) diese Viren anhand verdächtiger Symptome an Bäumen im Forst und öffentlichen Grünanlagen. Sie haben damit über europäische Grenzen hinweg ein Alleinstellungsmerkmal geschaffen: eine Dendrovirologie. Ihnen gelang der Nachweis bislang unbekannter Viren in heimischen Bäumen.
In den Untersuchungen zeigte sich, dass mehrere neuartige Viren in Laubgehölzen Europas weit verbreitet sind. Darunter auffällig häufig eine erst vor einigen Jahren entdeckte Gattung von Pflanzenviren, die sogenannten Emaraviren (EMARaV - European mountain ash ringspot-associated emaravirus). Dieses Virus wurde in erkrankten Ebereschen mit chlorotischen Ringflecken und Scheckungen nachgewiesen. Diese Symptome von Reisern erkrankter Pflanzen konnten bereits 1995 nach Pfropfung auf gesunde Ebereschen übertragen werden. Das war der erste Hinweis, dass es sich um übertragbare Krankheitserreger handeln muss. Inzwischen konnten viele Emaraviren nachgewiesen werden.
Sie infizieren neben der Eberesche auch weitere, wirtschaftlich und ökologisch bedeutsame Gehölze in Wäldern und Parks, so die Eiche, Esche, Ahorn, Pappel und Felsenbirne. Die jeweils sehr wirtsspezifischen Viren werden dabei vermutlich durch ebenfalls wirtspezifische Gallmilbenarten verbreitet. Eine Infektion ist zumeist an charakteristischen Blattsymptomen zu erkennen wie chlorotischen Ringflecken, Linienmustern, Mosaik und Scheckungen der Blätter.
Mit Hilfe moderner Sequenzierungstechnologien gelang es den Wissenschaftlerinnen am Fachgebiet Phytomedizin, Virome (also Ansammlungen von Viren, die in einem bestimmten Wirt oder Ökosystem anzutreffen sind) in Birken aus Deutschland und Finnland zu entschlüsseln. Die Bäume zeigten Symptome der Birkenblattrollkrankheit (birch leaf roll disease, BRLD). In den erkrankten Birken wurden insgesamt fünf Viren nachgewiesen, von denen drei bislang unbekannt waren. Aber nicht nur die fünf verschiedenen Virusarten sorgten für eine Vielfalt der in einzelnen Bäumen aufgespürten Virusgemeinschaften, es traten auch Varianten der gleichen Art auf. Desweiteren gelang es erstmals, Emaraviren in Sorbus-Hybriden wie Karpatiosorbus × hybrida in Finnland nachzuweisen. Dies sind Hybride zwischen der Elsbeere und der Echten Mehlbeere.
In mehreren Forschungsprojekten wird derzeit die Verbreitung von Pflanzenviren in Straßen- und Parkbäumen ermittelt, um Handlungsempfehlungen für den Umgang mit virusinfizierten Bäumen im Forst und im Urbanen Raum zu erstellen. Veranlasst durch zunehmende Schädigungen, die nicht durch bekannte Pilzinfektionen, Schädlinge oder abiotischen Einflüsse zu erklärenden sind, werden Viren als mitbestimmender Faktor für die Degeneration und des Absterben von Bäumen untersucht.
Ein Fokus liegt dabei auf der vergleichenden Erfassung und Bewertung des Gesundheitszustandes von heimischen und nichtheimischen Baumarten insbesondere in den Städten. Letztere, auch als „Klimawandelbäume“ bezeichnet, empfehlen sich durch eine vermeintliche gute Anpassung an veränderte Wachstumsbedingungen durch den Klimawandel. (Humboldt-Universität zu Berlin)

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