Krieg in der Ukraine

Der seit 2014 andauernde und vor Kurzem eskalierte Konflikt in der Ukraine wirkt sich auf alle Teile unserer Gesellschaft und Wirtschaft aus. Auch der Gartenbau, Obst- und Gemüseerzeuger, Importeure, Maschinenhersteller und viele weitere Bereiche der Grünen Branche spüren die Auswirkungen des Krieges. Einige europäische und internationale Unternehmen unterstützen solidarisch die Ukraine und die vielen tausende Flüchtenden Menschen, die Anderenorts Schutz suchen.

Hinweis der Redaktion: In diesem Dossier finden Sie gesammelte Meldungen von Unternehmen, Organisationen oder anderen Akteuren, die im Zusammenhang mit dem bewaffneten Konflikt ihre Auswirkungen feststellen oder ihre Reaktion darstellen.

Nachrichten zum Ukraine-Krieg

Höfken: Nachfrage nach Bio steigt weiter

Ulrike Höfken forderte auf der Biofach in Nürnberg bessere Rahmenbedingungen für die ökologische Pflanzenzüchtung, um wachsende Nachfrage nach Bio-Produkten zu bedienen.

"Die Nachfrage nach Bio-Lebensmitteln steigt erfreulicherweise von Jahr zu Jahr." Bild: GABOT.

„Die Nachfrage nach Bio-Lebensmitteln steigt erfreulicherweise von Jahr zu Jahr. Laut Ökobarometer 2018 kaufen mehr als 75% der Menschen in Deutschland Bio-Lebensmittel: davon 50% gelegentlich, 25% häufig. Um den wachsenden Bedarf weiterhin zu decken und die von Bundesministerin Julia Klöckner auf der Eröffnungsveranstaltung bekräftigen Bundesziele - 20% Ökolandbau bis 2030 - zu erreichen, muss die staatliche Forschungsförderung für die ökologische Züchtung deutlich verbessert werden“, erklärte Umweltministerin Ulrike Höfken in der Biofach-Gesprächsrunde „Mehr Bio, weniger Gentechnik“ des Bundesverbands Naturkost Naturwaren. Der Erhalt der genetischen Vielfalt sei eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, von der alle profitierten, so Höfken weiter.

Das von Bio-Betrieben aktuell verwendete Saatgut stammt überwiegend aus konventioneller Züchtung. „Was wir brauchen ist Bio-Saatgut, das auf die Anforderungen des Öko-Landbaus ausgerichtet ist. Denn Bio-Landwirte setzen oftmals auf robuste, widerstands- und anpassungsfähige Sorten und Tiere sowie Grundfutter statt Soja, da sie keine chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmittel oder bestimmte Mineraldünger einsetzen. Bislang werden jedoch nicht einmal 1,5% der Forschungsmittel für diesen Bereich verwendet“, sagte Höfken und forderte mit Blick auf die Bundesregierung und EU: „Um die Öko-Landwirtschaft weiter zu unterstützen, brauchen wir bessere Rahmenbedingungen für die ökologische Pflanzenzüchtung auf nationaler und europäischer Ebene. Dazu zählen sowohl eine Öko-Züchtungsstrategie als auch eine gute finanzielle Ausstattung für die Forschung und Züchtung.“

Öko-Landbau: Pluspunkte bei Bodenfruchtbarkeit und Gewässerschutz

Der Öko-Landbau bringt für den Umwelt- und Ressourcenschutz klare Vorteile. Durch die flächengebundene Tierhaltung und den Verzicht auf chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel sowie mineralische Stickstoffdünger wirkt sich der Öko-Landbau zum Beispiel positiv auf die Gewässerqualität und Bodenfruchtbarkeit aus. Laut Thünen-Institut verringert die ökologische Bewirtschaftung die Stickstoffausträge um rund 28%. Die Biomasse der Regenwurmpopulation ist in ökologisch bewirtschafteten Äckern um etwa 94% höher. „Nicht nur die Umwelt hat etwas von der Öko-Landwirtschaft, sondern auch der Verbraucher. Denn Bio-Produkte enthalten weniger Schadstoffe. Ein Beispiel: Bei Obst- und Gemüseproben, die das Landesuntersuchungsamt Rheinland-Pfalz 2017 auf Pflanzenschutzmittelrückstände untersucht hat, konnten bei rund 55% der Proben aus konventioneller Erzeugung Pestizidrückstände nachgewiesen werden. Bei Obst und Gemüse aus ökologischer Erzeugung lag der Anteil an Proben mit quantifizierbaren Pestizidrückständen hingegen bei nur knapp 8%“, erläuterte die Umweltministerin.

20% Bio für Rheinland-Pfalz

In Rheinland-Pfalz werden inzwischen knapp 10% der landwirtschaftlichen Fläche ökologisch bewirtschaftet. Innerhalb der letzten sieben Jahre kann das Land einen Zuwachs von 83% verzeichnen. „Mit dem Öko-Aktionsplan wollen wir 20% Ökolandbau in Rheinland-Pfalz erreichen und die Nachfrage nach Bio-Produkten stärker bedienen. So unterstützen wir Kita- und Schulträger etwa dabei, ihr Verpflegungsangebot nachhaltig auszurichten: auf 30% Bio-Anteil und 50% regionale Produkte“, führte Höfken abschließend an.

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