Krieg in der Ukraine

Der seit 2014 andauernde und vor Kurzem eskalierte Konflikt in der Ukraine wirkt sich auf alle Teile unserer Gesellschaft und Wirtschaft aus. Auch der Gartenbau, Obst- und Gemüseerzeuger, Importeure, Maschinenhersteller und viele weitere Bereiche der Grünen Branche spüren die Auswirkungen des Krieges. Einige europäische und internationale Unternehmen unterstützen solidarisch die Ukraine und die vielen tausende Flüchtenden Menschen, die Anderenorts Schutz suchen.

Hinweis der Redaktion: In diesem Dossier finden Sie gesammelte Meldungen von Unternehmen, Organisationen oder anderen Akteuren, die im Zusammenhang mit dem bewaffneten Konflikt ihre Auswirkungen feststellen oder ihre Reaktion darstellen.

Nachrichten zum Ukraine-Krieg

HDE: Befürchtet Paradigma im Wettbewerbsrecht

Wirtschaftsverbände warnen vor Paradigmenwechsel im Wettbewerbsrecht.

Der Sitz des Bundeskartellamtes in Bonn. Bild: Bundeskartellamt.

Mit Blick auf den Entwurf eines „Wettbewerbsdurchsetzungsgesetzes" (11. GWB-Novelle) warnt der Handelsverband Deutschland (HDE) gemeinsam mit 14 weiteren Verbänden vor dem Schaden, den ein möglicher Paradigmenwechsel im Wettbewerbsrecht für den Standort Deutschland bedeuten würde. Die Bundesregierung plant, den Gesetzentwurf zu beschließen und damit das parlamentarische Gesetzgebungsverfahren einzuleiten.

Mit dem Gesetzentwurf soll das Bundeskartellamt Befugnisse erhalten, die der Behörde sehr weitgehende Eingriffe in die unternehmerischen Entscheidungsprozesse erlauben. Das Besondere an diesem Vorhaben ist die Tatsache, dass die neuen Eingriffsbefugnisse lediglich an bestimmte Marktstrukturen anknüpfen sollen und im Übrigen nach dem Referentenentwurf weder einen Rechtsverstoß des betroffenen Unternehmens noch eine bestimmte Unternehmensgröße voraussetzen. Der HDE und 14 weitere Verbände der deutschen Wirtschaft haben daher ihre erheblichen Bedenken im Hinblick auf den Gesetzentwurf in einer Kurzposition zusammengefasst und am vergangenen Freitag den Leitungsebenen verschiedener Bundesministerien vorgelegt.

„Wir hoffen, dass die Bundesregierung diesem Gesetzentwurf heute ihre Zustimmung nicht erteilt", so Peter Schröder, HDE-Bereichsleiter Recht und Verbraucherpolitik. Die Gesamtausrichtung des Referentenentwurfs sei verfehlt, so dass die Bedenken der Wirtschaft kaum durch einzelne Korrekturen am Gesetzentwurf zerstreut werden könnten. „Das federführende Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz versucht sich an einer völlig neuen Ausrichtung des Kartellrechts, indem eine Behörde in Zukunft steuernd in die Marktprozesse eingreifen soll", so Schröder weiter. Im Ergebnis würde der Wettbewerb voraussichtlich gedämpft und nicht intensiviert. „Der Bundeswirtschaftsminister stellt mit seinem Vorhaben die Grundlagen unserer freien Wettbewerbsordnung infrage, die über Jahrzehnte für Wohlstand und Wachstum gesorgt hat", betont Schröder.

In der gemeinsamen Kurzposition bewerten die Wirtschaftsverbände die geplante Möglichkeit des Bundeskartellamts, unternehmerische Handlungsspielräume zu definieren und damit einzuschränken, als Paradigmenwechsel in der Wettbewerbspolitik. Die geplanten Möglichkeiten sind aus Sicht der Verbände besonders bedenklich, weil die betroffenen Unternehmen keine Chance haben, diese vorherzusehen oder durch rechtskonformes Verhalten zu verhindern. Insgesamt bestehe die Gefahr, dass Märkte und Unternehmen in Zukunft aufgrund politisch-administrativer Entscheidungen und ohne gesetzliche Grundlage einer Neuordnung unterzogen werden könnten. Wegen des bereits bestehenden Instrumentariums zur Fusions- und Missbrauchskontrolle sei es auch nicht notwendig, einer Behörde so weitgehende Gestaltungsbefugnisse zu übertragen. Außerdem haben die Verbände EU- und verfassungsrechtliche Bedenken. (HDE)

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