Krieg in der Ukraine

Der seit 2014 andauernde und vor Kurzem eskalierte Konflikt in der Ukraine wirkt sich auf alle Teile unserer Gesellschaft und Wirtschaft aus. Auch der Gartenbau, Obst- und Gemüseerzeuger, Importeure, Maschinenhersteller und viele weitere Bereiche der Grünen Branche spüren die Auswirkungen des Krieges. Einige europäische und internationale Unternehmen unterstützen solidarisch die Ukraine und die vielen tausende Flüchtenden Menschen, die Anderenorts Schutz suchen.

Hinweis der Redaktion: In diesem Dossier finden Sie gesammelte Meldungen von Unternehmen, Organisationen oder anderen Akteuren, die im Zusammenhang mit dem bewaffneten Konflikt ihre Auswirkungen feststellen oder ihre Reaktion darstellen.

Nachrichten zum Ukraine-Krieg

Frostspanner: Tritt stärker auf als befürchtet

Seit dem letzten Wochenende schlüpfen und fressen sie: Die winzigen Räupchen des „Kleinen Frostspanners“ (Operophtera brumata).Die hellgrünen Raupen mit einer dunkelgrünen und mehreren weißlichen oder cremegelben Rückenlinien, die ausgewachsen bis zu 25 mm groß werden können, sind bereits auf dem Vormarsch. „Neueste Auszählungen haben ergeben, dass der Befall stärker sein wird als ursprünglich angenommen“, informiert Martin Kerber, Leiter des Pflanzenschutzdienst Hessen, einer in Wetzlar angesiedelten Außenstelle des Gießener Regierungspräsidiums.

 

Die Larve des Kleinschmetterlings, der im Herbst seine Eier in den Baumkronen abgelegt hat, ist jetzt nach dem Schlupf gerade mal 3-5 mm lang. Ausgezeichnet durch seinen schier unersättlichen Hunger und seine „spannerartige“ (katzenbuckelnde) Fortbewegung, vertilgt der Schädling mit Vorliebe frische Knospen und Blätter. Bei stärkerem Befall kommt es an Blättern von Laub- und Obstgehölzen zum so genannten Skelettierfraß – vom Blatt bleibt nur noch die Mittelrippe stehen. „Sogar kahl gefressene Kronenteile wurden in der Vergangenheit schon beobachtet“, berichtet Michael Fischbach, RP-Fachmann im Pflanzenschutzdienst. Und da der Fraß bis etwa Ende Mai anhalte, würden auch junge Früchte nicht verschont. Junge Kirschen, Äpfel oder Birnen bevorzugt die ständig hungrige Raupe. Dabei spinnt sie oftmals zwei Blätter locker zusammen, um im Schutz der dadurch entstandenen Kuppel zu fressen.

 

„Gärtner, die sich im vergangenen Oktober die Mühe gemacht haben, so genannte Leimringe an den befallenen Bäumen anzulegen, können sich entspannt zurücklehnen“, erklärt Fischbach. Diese künstliche Barriere ist richtig montiert der beste Schutz vor den Larven, denn die flugunfähigen Weibchen gelangen zur Eiablage nicht mehr in die Baumkrone. Sind die Bäume bereits stark befallen, rät der Experte zur Behandlung mit geeignetem Pflanzenschutzmittel: „Für Kernobst eignen sich die biologischen Bacillus thuringiensis-Präparate ’Raupenfrei’ oder ’XenTari’; sehr effektiv ist auch der Einsatz des Präparates ’Runner’, das später im Jahr auch zur Apfelwicklerbekämpfung verwendet werden kann“, zeigt Fischbach die verschiedenen Möglichkeiten zur Bekämpfung auf. An Ziergehölzen und Steinobst könne ebenso das Pflanzenschutzmittel ’NeemAzal-T/S’ eingesetzt werden – doch unabhängig vom Einsatz des jeweiligen Mittels sollte immer genau auf die Gebrauchsanweisung geachtet werden. (rp-gie)

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