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Krieg in der Ukraine
Der seit 2014 andauernde und vor Kurzem eskalierte Konflikt in der Ukraine wirkt sich auf alle Teile unserer Gesellschaft und Wirtschaft aus. Auch der Gartenbau, Obst- und Gemüseerzeuger, Importeure, Maschinenhersteller und viele weitere Bereiche der Grünen Branche spüren die Auswirkungen des Krieges. Einige europäische und internationale Unternehmen unterstützen solidarisch die Ukraine und die vielen tausende Flüchtenden Menschen, die Anderenorts Schutz suchen.
Hinweis der Redaktion: In diesem Dossier finden Sie gesammelte Meldungen von Unternehmen, Organisationen oder anderen Akteuren, die im Zusammenhang mit dem bewaffneten Konflikt ihre Auswirkungen feststellen oder ihre Reaktion darstellen.
Nachrichten zum Ukraine-Krieg
Frankreich: Keine Chance für die Kirsche?
Die Provinz Anjou mit der Hauptstadt Angers liegt am unteren Tal der Loire und ist heute vor allem als Weinanbaugebiet bekannt. Doch auch Obst gedeiht hier prächtig: Äpfel, Birnen, Pflaumen aber auch schwarze und rote Johannisbeeren sowie Kirschen sind im Anbau. Doch gerade bei Kirschen hat sich in den letzten Jahren bei den Obstbauern eine Art Resignation breit gemacht: Sie sehen ihren Kampf gegen die Kirschessigfliege (Drosophila suzukii) als verloren an. "Im Jahr 2014 haben wir 200 t Kirschen geerntet", sagt Jacques Malagie, Geschäftsführer der Kooperation "Les Vergers D'Anjou", "im letzten Jahr waren es nur noch 50 t". Wegen dem Schädling sieht er für den den Kirschanbau kaum noch eine Zukunft: "Die Produzenten können nichts machen. Drosophila ist überall in Europa ein Problem, doch wir in Frankreich können nichts dagegen tun, denn hier ist kein wirksames Pflanzenschutzmittel zugelassen. Und es ist keine Lösung in Sicht", sagt Malagie weiter. Er glaubt, dass in Zukunft viele "alte Krankheiten" zurückkommen könnten und man dadurch noch mehr Probleme bekommen könnte. "Wir brauchen moderne Techniken und moderne Schutzmöglichkeiten".
Trotz aller Probleme mit der Kirschessigfliege sehen die ersten Ernteschätzungen beim Kirschanbau in Frankreich nicht so schlecht aus. Um 10% soll in diesem Jahr die Ernte höher ausfallen, allerdings sind die Prognosen recht unsicher, da sie die eventuellen Folgen des Frostes am 20. und 21. April nicht berücksichtigen.
Französischer Alleingang
Bei Kirschen ist Frankreich derzeit mehr oder weniger auf eine Eigenversorgung angewiesen, da die Regierung auch in 2017 den Import von Kirschen untersagt, die mit Dimethoat behandelt wurden. Schon früher hatte Frankreich sowohl den Einsatz dieses Wirkstoffs bei der heimischen Kirschenproduktion verboten als auch ein Importverbot für Kirschen aus den Ländern erlassen, in denen das Mittel bei der Erzeugung noch zur Anwendung kommt. Im nationalen Alleingang veröffentlichte Frankreich nun erneut eine aktualisierte Liste, welche Länder keine Kirschen mehr nach Frankreich liefern dürfen. Dazu zählen die sechs europäischen Länder Österreich, Bulgarien, Kroatien, Slowakei, Rumänien und Tschechien, und die Drittstaaten Kanada, USA und Türkei. Andere EU-Mitgliedsstaaten, u. a. Deutschland, sowie Argentinien und Chile dürfen weiterhin nach Frankreich importieren. In Brüssel wird dieses Vorgehen kritisiert, denn Ende 2016 hatten die EU-Mitgliedsstaaten auf eine Absenkung des Rückstandshöchstgehaltes (RHG) für Dimethoat verständigt, damit die Produzenten einen Stoff im Kampf gegen die Kirschessigfliege zur Verfügung haben.
So sind am Ende die Obstbauern die Verlierer: Auf der einen Seite tragen Bürokraten ihre Kämpfe auf dem Rücken der Kirschproduzenten aus während die Kirschessigfliege auf der anderen Seite die Ernte zerstört und einen ruinierten Obstbauern zurück lässt.

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