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Krieg in der Ukraine
Der seit 2014 andauernde und vor Kurzem eskalierte Konflikt in der Ukraine wirkt sich auf alle Teile unserer Gesellschaft und Wirtschaft aus. Auch der Gartenbau, Obst- und Gemüseerzeuger, Importeure, Maschinenhersteller und viele weitere Bereiche der Grünen Branche spüren die Auswirkungen des Krieges. Einige europäische und internationale Unternehmen unterstützen solidarisch die Ukraine und die vielen tausende Flüchtenden Menschen, die Anderenorts Schutz suchen.
Hinweis der Redaktion: In diesem Dossier finden Sie gesammelte Meldungen von Unternehmen, Organisationen oder anderen Akteuren, die im Zusammenhang mit dem bewaffneten Konflikt ihre Auswirkungen feststellen oder ihre Reaktion darstellen.
Nachrichten zum Ukraine-Krieg
Forschung: Weniger Treibhausgase durch Linsen- und Bohnenanbau
Laut Umweltbundesamt stieß die deutsche Landwirtschaft 2022 in Deutschland 53,3 Mio. Tonnen CO2-Äquivalente aus. Dies entspricht 7,1% der gesamten Treibhausgasemissionen des Landes. Ziel ist es, diese bis 2030 um mindestens 7% zu senken.
Der Anbau von Hülsenfrüchten oder Körnerleguminosen kann dazu einen erheblichen Beitrag leisten. Vor allem die Emissionen von Lachgas, das durch Düngung freigesetzt wird, können dadurch deutlich gemindert werden. Lachgas ist ein 300-mal stärkeres Treibhausgas als Kohlendioxid.
In Deutschland werden diese Körnerleguminosen aktuell jedoch nur auf 1,8% der Ackerfläche kultiviert. Ursache dafür sind oft fehlende Informationen über standortoptimierte Anbauentscheidungen, Kulturführung, Eingliederung in die Fruchtfolge sowie Sortenwahl, insbesondere bei den für Leguminosen teilweise notwendigen Mischanbausystemen. Darüber hinaus sind sie im Vergleich zu Konkurrenzfrüchten wirtschaftlich weniger rentabel und schwieriger weiterzuverarbeiten.
Hier setzt das Verbundprojekt MY-BELKID unter der Leitung von Prof. Dr. Simone Graeff-Hönninger von der Universität Hohenheim an: Ziel ist es, innovative Anbaumethoden für Belugalinsen und Kidneybohnen zu entwickeln, um ihren Anbau und die Verbreitung zu fördern. Dabei nutzen die Forschenden eine Kombination aus wissenschaftlichen Untersuchungen und On-farm Versuchen auf landwirtschaftlichen Betrieben.
Gemeinsam mit Landwirt:innen erproben sie Reinkultursysteme mit Kidneybohnen sowie Mischanbausysteme mit Belugalinsen und verschiedenen Stützfrüchten. Dabei spielen unterschiedliche Aspekte eine Rolle, wie zum Beispiel die Auswahl geeigneter Mischungspartner für die Mischkultur, das optimale Mischverhältnis und der beste Zeitpunkt für die Ernte. Das besondere Interesse der Wissenschaftler:innen gilt dem Potenzial, mit diesen Anbausystemen die Emissionen an Treibhausgasen zu reduzieren. Dazu nutzen sie spezielle Computer-Modelle, die das Pflanzenwachstum simulieren und auf verschiedene Anbauszenarien angewendet werden können.
In Zusammenarbeit mit der LBV Raiffeisen eG arbeiten die Forschenden außerdem daran, die Weiterverarbeitung des Erntegutes zu optimieren. Dadurch soll die Qualität der geernteten Körner verbessert und die wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit von Belugalinsen und Kidneybohnen gesteigert werden. Praxisnahe Empfehlungen sollen zudem eine breitere Anwendung der entwickelten Systeme in der landwirtschaftlichen Praxis ermöglichen und langfristig den Anbau in Deutschland nachhaltig fördern.
Die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) fördert MY-BELKID mit etwas mehr als 735.000 Euro für das Fachgebiet Pflanzenbau an der Universität Hohenheim. Dies macht das Projekt dort zu einem „Schwergewicht der Forschung“.

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