Krieg in der Ukraine

Der seit 2014 andauernde und vor Kurzem eskalierte Konflikt in der Ukraine wirkt sich auf alle Teile unserer Gesellschaft und Wirtschaft aus. Auch der Gartenbau, Obst- und Gemüseerzeuger, Importeure, Maschinenhersteller und viele weitere Bereiche der Grünen Branche spüren die Auswirkungen des Krieges. Einige europäische und internationale Unternehmen unterstützen solidarisch die Ukraine und die vielen tausende Flüchtenden Menschen, die Anderenorts Schutz suchen.

Hinweis der Redaktion: In diesem Dossier finden Sie gesammelte Meldungen von Unternehmen, Organisationen oder anderen Akteuren, die im Zusammenhang mit dem bewaffneten Konflikt ihre Auswirkungen feststellen oder ihre Reaktion darstellen.

Nachrichten zum Ukraine-Krieg

Forschung: Namen aller Kakteen veröffentlicht

Wissenschaftler haben im Rahmen des botanischen Projektes "World Flora Online" eine komplette Checkliste aller bekannten Kakteenarten erstellt.

Anzuchtshaus Botanischer Garten Berlin, Innenansicht. Bild: N. Köster, Botanischer Garten und Botanisches Museum Berlin.

Geliebt, bewundert und stark gefährdet: Kakteen gehören zu den beliebtesten Zimmerpflanzen – einige Arten sind jedoch in der Natur fast verschwunden. Ein internationales Netzwerk von Wissenschaftlern hat jetzt in über 2-jähriger Arbeit eine komplette Checkliste aller bekannten Kakteenarten und ihrer aktuell gültigen Namen erstellt. Das Ergebnis ist als Teil des botanischen Großprojektes „World Flora Online“ eine entscheidende Wissensgrundlage zum Erhalt der Artenvielfalt im Rahmen der UN-Konvention für biologische Vielfalt.

Wissenschaftlern, Sammlern und Kakteenliebhabern steht mit der neuen Checkliste zum ersten Mal eine dynamische, wissenschaftsbasierte Online-Ressource zur Verfügung. Sie enthält alle derzeit bekannten 1851 Kakteenarten und gibt Auskunft über den jeweils gültigen Namen sowie bekannte Synonyme. Insgesamt 22.275 Namen wurden zugeordnet und in dieser Form erstmals digital mit allen Quellen- und Autorenangeben hinterlegt.

Einzelne Arten wie Melocactus macracanthos wurden von unterschiedlichen Wissenschaftlern bis zu hundert Mal als neue Art beschrieben, andere sind unter hundert oder gar zweihundert verschiedenen Synonymen bekannt,“ sagt Dr. Nadja Korotkova, Forschungsdatenkoordinatorin am Botanischen Garten Berlin. „Mit der neuen Checkliste haben wir die weltweit vorhandenen Informationen geprüft und so erstmals eine sehr solide und transparente Datenbasis auf dem aktuellsten Stand der Forschung geschaffen,“ so Dr. Nadja Korotkova weiter. Die Wissenschaftlerin aus Berlin war federführend bei der Erstellung der Checkliste und koordiniert das internationale Netzwerk zur Erforschung der Nelkenartigen (Caryophyllales-Netzwerk) mit insgesamt 150 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern. Fünfzehn von ihnen wirkten an der Erstellung der neuen Datenressource mit. Die Checkliste ist damit die erste vollständige wissenschaftliche Bestandsaufnahme der Pflanzengruppe der Kakteen in internationaler Kooperation.

Alle Ergebnisse werden als Teil der Welt-Artenliste von Landpflanzen „World Flora Online“ frei verfügbar gemacht. Die dynamische Datenbank enthält eine Gesamtliste der etwa 350.000 bisher bekannten Landpflanzenarten (Blütenpflanzen, Farne und Moose) und wurde Ende 2020 als ein wichtiges Projekt zu den Zielen der UN-Konvention für biologische Vielfalt von 1992 umgesetzt. Sogenannte Taxonomic Expert Networks – dazu zählt auch das Caryophyllales-Netzwerk – sorgen dafür, dass neue Erkenntnisse über die Artendiversität der Pflanzen weiterhin Eingang in die Online-Flora finden.

Am Botanischen Garten Berlin hat die Erforschung der Kakteen eine über 100-jährige Tradition: Bereits 1899 veröffentlichte Karl Moritz Schumann, Botaniker und Kustos am Botanischen Garten Berlin, die „Gesamtbeschreibung der Kakteen“ (Monographia Cactacearum) – natürlich in Buchform. Heute arbeiten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler global vernetzt mit digitalen Systemen und Datenbanken. Mit Hilfe aktueller Methoden wie der Sequenzierung des Erbguts und evolutionsbiologischer Analysen gelingt es immer zuverlässiger, die Evolutionsgeschichte der Pflanzen – und damit auch der Kakteen – zu verstehen. (Freie Universität Berlin)

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