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Krieg in der Ukraine
Der seit 2014 andauernde und vor Kurzem eskalierte Konflikt in der Ukraine wirkt sich auf alle Teile unserer Gesellschaft und Wirtschaft aus. Auch der Gartenbau, Obst- und Gemüseerzeuger, Importeure, Maschinenhersteller und viele weitere Bereiche der Grünen Branche spüren die Auswirkungen des Krieges. Einige europäische und internationale Unternehmen unterstützen solidarisch die Ukraine und die vielen tausende Flüchtenden Menschen, die Anderenorts Schutz suchen.
Hinweis der Redaktion: In diesem Dossier finden Sie gesammelte Meldungen von Unternehmen, Organisationen oder anderen Akteuren, die im Zusammenhang mit dem bewaffneten Konflikt ihre Auswirkungen feststellen oder ihre Reaktion darstellen.
Nachrichten zum Ukraine-Krieg
Forschung: Herbstlaub wird zu Aktivkohle
Eine Forschergruppe der Universität Kassel entwickelt ein Verfahren, um aus Biomasse aus Parks oder von Straßenrändern wertvolle Aktivkohle herzustellen. Die Ergebnisse könnten den deutschen Städten immense Kosten sparen.
Herbstlaub verursacht den deutschen Stadtkämmerern jedes Jahr hohe Kosten, zu denen die Biomasse auf Kompostanlagen entsorgt wird. Gleiches gilt für Grünschnitt, wie er etwa regelmäßig an Straßenrändern oder in Parks anfällt. Schätzungen besagen, dass jedes Jahr in Nordwesteuropa rund 34 Mio. Tonnen Restbiomasse aus Landschafts- und Stadtpflege ungenutzt bleiben. Dabei steckt in dieser Biomasse viel mehr als ein Entsorgungsproblem: Eine Projektgruppe um den Kasseler Universitäts-Professor Dr. Michael Wachendorf hat sich zum Ziel gesetzt, die Energie dieser Abfälle zu nutzen und aus Gras und Laub Aktivkohle für Kläranlagen herzustellen. Die Wissenschaftler bauen dabei auf Forschungsergebnissen zur Biomassekonversion auf, die an der Universität Kassel bereits in mehreren europäischen Großprojekten gewonnen wurden. Die EU fördert das Verbundprojekt „Re-Direct“ mit elf Partnern aus fünf Ländern nun für die nächsten drei Jahre mit rund 3,2 Mio. Euro, davon entfallen 1,3 Mio. Euro auf die Uni Kassel.
Untersucht wird dabei, wie Restbiomassen in smarten, dezentralen Anlagen zu Bio- und Aktivkohle verarbeitet werden können. Bio- und Aktivkohle sind in der Lage, in Kläranlagen komplexe chemische Verbindungen wie z.B. Medizinrückstande aus dem Wasser filtern. „Wir werden innovative Technologien kombinieren, um Restbiomassen in regionalspezifischen Kreislaufsystemen zu hochwertigen Kohleprodukten zu veredeln“, so Wachendorf, Leiter des Fachgebiets Grünlandwissenschaft und Nachwachsende Rohstoffe an der Universität Kassel. Zum Nachweis der Praxistauglichkeit im industriellen Maßstab erstellen und betreiben die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler eine städtische Bio- und Aktivkohle produzierende Anlage, die an das Klär- und Kompostwerk der Stadt Baden-Baden angeschlossen ist, sowie eine kleinere ländliche Biomasse-Konversionsanlage in Wales (UK).
Wachendorf, der das EU-Projekt leitet, betont: „Die Forschungsergebnisse werden auch für die deutschen Städte sehr interessant sein, die zum Management und zur Beseitigung der Restbiomassen jährlich immense Steuergelder aufwenden müssen, ohne dass die in diesen Biomassen enthaltene Energie oder Inhaltsstoffe genutzt werden.“

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