Krieg in der Ukraine

Der seit 2014 andauernde und vor Kurzem eskalierte Konflikt in der Ukraine wirkt sich auf alle Teile unserer Gesellschaft und Wirtschaft aus. Auch der Gartenbau, Obst- und Gemüseerzeuger, Importeure, Maschinenhersteller und viele weitere Bereiche der Grünen Branche spüren die Auswirkungen des Krieges. Einige europäische und internationale Unternehmen unterstützen solidarisch die Ukraine und die vielen tausende Flüchtenden Menschen, die Anderenorts Schutz suchen.

Hinweis der Redaktion: In diesem Dossier finden Sie gesammelte Meldungen von Unternehmen, Organisationen oder anderen Akteuren, die im Zusammenhang mit dem bewaffneten Konflikt ihre Auswirkungen feststellen oder ihre Reaktion darstellen.

Nachrichten zum Ukraine-Krieg

Forschung: Auf der Suche nach neuen Immunsystemen

Forscher des Max-Planck-Instituts suchen nach neuen Immunsystemen in Pflanzen.

Auf der Suche nach neuen Immunsystemen in Pflanzen. Bild: Max-Planck-Institut.

EMBO-Postdoktorandenförderung sowie HFSP-Langzeitförderung ermöglichen dem Genetiker Gal Ofir eine Forschungsstelle am Max-Planck-Institut (MPI) für Biologie in Tübingen bis 2026. In seiner Forschung möchte Ofir bisher unentdeckte immunologische Mechanismen zur Virus-Abwehr in Pflanzen aufspüren. Damit setzt er seine bislang auf Bakterien fokussierte Forschung an Pflanzen fort. Seine erwarteten Erkenntnisse könnten dazu beitragen, bislang unbekannte antivirale Mechanismen im Menschen aufzudecken, neue biotechnologische Werkzeuge zu entwickeln sowie die Evolution des Immunsystems bei verschiedenen Lebewesen zu verstehen.

Gal Ofir gelang es, die Auswahlkommissionen der Postdoktorandenförderung der European Molecular Biology Organization (EMBO) und der Langzeitförderung des Human Frontier Science Program (HFSP) unabhängig voneinander zu überzeugen. Die beiden Grants finanzieren Ofirs Forschung am MPI für Biologie in Tübingen von 2022 bis 2026. Ofirs Forschungstätigkeit hat zum Ziel, bisher unbekannte antivirale Immunmechanismen in Pflanzen aufzudecken. "Ich möchte meine Erfahrung in bioinformatischen und experimentellen Methoden nutzen, um das heutige Wissen über Immunsysteme von Pflanzen zu erweitern", erklärt Ofir seine Motivation.

Die Entdeckung und Erforschung des Immunsystems verschiedener Organismen hat bereits heute weitreichende Auswirkungen: Einerseits trägt dieses Wissen zum Schutz von Kulturpflanzen bei, andererseits ist es für die Entwicklung molekularer biotechnologischer Werkzeuge von großer Bedeutung. Ofir erhofft sich, noch unbekannte immunologische Mechanismen in Pflanzen aufzuspüren und damit unser Verständnis des Immunarsenals von Pflanzen und dessen Entwicklungsgeschichte voranzubringen. Möglicherweise könnten sich dadurch auch allgemeine Erkenntnisse über die Evolution des Immunsystems über taxonomische Grenzen hinweg ergeben.

Gal Ofir promovierte 2021 am Weizmann-Institut für Wissenschaften in Israel. In seiner Arbeit im Bereich der bakteriellen Immunologie entdeckte Ofir einen neuen Signalweg namens "Thoeris", den Bakterien zur Virenabwehr nutzen. Überraschenderweise hat Thoeris Komponenten mit dem Immunsystem von Pflanzen gemein, was Ofir zu weiterführender Forschung über pflanzliche Immunmechanismen inspirierte.

Seit April 2022 setzt er seine Forschung als EMBO-Stipendiat in der Abteilung Molekularbiologie unter der Leitung von Detlef Weigel am MPI für Biologie in Tübingen fort. "Das Weigel-Lab bietet ein perfektes Umfeld für die gleichzeitige Untersuchung der genetischen und genomischen Immundiversität – bioinformatisch und experimentell", betont Ofir. (MPI)

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