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Krieg in der Ukraine
Der seit 2014 andauernde und vor Kurzem eskalierte Konflikt in der Ukraine wirkt sich auf alle Teile unserer Gesellschaft und Wirtschaft aus. Auch der Gartenbau, Obst- und Gemüseerzeuger, Importeure, Maschinenhersteller und viele weitere Bereiche der Grünen Branche spüren die Auswirkungen des Krieges. Einige europäische und internationale Unternehmen unterstützen solidarisch die Ukraine und die vielen tausende Flüchtenden Menschen, die Anderenorts Schutz suchen.
Hinweis der Redaktion: In diesem Dossier finden Sie gesammelte Meldungen von Unternehmen, Organisationen oder anderen Akteuren, die im Zusammenhang mit dem bewaffneten Konflikt ihre Auswirkungen feststellen oder ihre Reaktion darstellen.
Nachrichten zum Ukraine-Krieg
Floriforum: Einblicke in die Zukunft
Über 200 Personen besuchten das International Floriculture Forum und nahmen aktiv an den Diskussionen teil. So sprachen unter anderen Pieter Elbers (KLM), Marco van Zijverden (Dutch Flower Group) und Jonathan Ralling (Flamingo Horticulture) bevor Micha Danziger (Danziger) und Hans van den Heuvel (Dümmen Orange) über Produktinnovationen und neue Züchtungstechnologien sprachen.
"Wir züchten seit 400 Jahren in den Niederlanden Tulpen und der Prozess hat sich nie verändert. Infolgedessen leiden wir weiterhin an den gleichen Problemen, wie z.B. Fusarium“, wies Hans van den Heuvel auf ein strukturelles Problem in der Züchtungsentwicklung hin. Deshalb investiere Dümmen in neue Wege, um die Züchtung zu beschleunigen, „damit wir uns schneller entwickeln können als die Krankheiten“. Aktuell dauere es bei Tulpen von der Züchtung bis zur Markteinführung rund 20 Jahre; in Zukunft solle es nur noch 6-7 Jahre dauern. Dafür müssten neue Verfahren angewendet werden.
Schnell führte die Diskussion zum Thema CRISPR-Cas. Die EU betrachtet diese Züchtungsmethode als genetische Veränderung (GVO), entsprechend ist diese Technik in der EU nicht zulässig. Hans van den Heuvel führte aus, dass er CRISPR-Cas gerne einsetzen würde, dass es aber genug andere Technologien gebe, um Innovationen zu schaffen. „Die Tool-Box ist voll“, sagte der Geschäftsführer Forschung & Entwicklung von Dümmen Orange. Dümmen Orange arbeite bereits mit verschiedenen Gemüsezüchtern zusammen und van den Heuvel sieht Parallelen bei der Produktentwicklung. Gemüsezüchter hätten bereits vor 30 Jahren begonnen, innovativ zu züchten, um Produkte mit besseren Eigenschaften auszustatten. Diesen Weg müsse man in der Zierpflanzenzüchtung auch gehen.
Auch Micha Danziger setzt sich für neue Züchtungsmethoden ein. Er sieht in der Branche einen Bedarf an Konsolidierung und Innovationen. „Wir sind in einer sich schnell verändernden Welt - der Bedarf an Kooperationen ist groß“. Ein GMO-Verbot schränke Züchter ein, doch er sei Optimist. Der bisherigen Züchtungspraxis räumt Danziger in Zukunft jedoch wenig Chancen ein: „Es gibt noch Platz für konventionelle Züchtungsbetriebe, aber kleinere Unternehmen werden es schwer haben, auf den Markt zu kommen.“

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