Krieg in der Ukraine

Der seit 2014 andauernde und vor Kurzem eskalierte Konflikt in der Ukraine wirkt sich auf alle Teile unserer Gesellschaft und Wirtschaft aus. Auch der Gartenbau, Obst- und Gemüseerzeuger, Importeure, Maschinenhersteller und viele weitere Bereiche der Grünen Branche spüren die Auswirkungen des Krieges. Einige europäische und internationale Unternehmen unterstützen solidarisch die Ukraine und die vielen tausende Flüchtenden Menschen, die Anderenorts Schutz suchen.

Hinweis der Redaktion: In diesem Dossier finden Sie gesammelte Meldungen von Unternehmen, Organisationen oder anderen Akteuren, die im Zusammenhang mit dem bewaffneten Konflikt ihre Auswirkungen feststellen oder ihre Reaktion darstellen.

Nachrichten zum Ukraine-Krieg

Floridata: Exportvorhersagemodell Blumen und Pflanzen

So stabil der niederländische Export von Blumen und Pflanzen z.B. nach Deutschland ist, so sprunghaft ist der Export nach Russland. Wie nützlich wäre es, diese Wankelmütigkeit etwas besser in den Griff zu bekommen?

Der Export nach Osteuropa weist schwankende Zahlen auf. Eine Prognosemodell soll jetzt helfen. Bild: GABOT.

Zhekai Zhu, ein chinesischer Student an der Inholland University of Applied Sciences in Delft, untersuchte kürzlich einige Erklärungsfaktoren in seiner Promotionsforschung in Floridata.

Die Exporte nach Russland haben seit 2014 langsam wieder zugenommen, und Russland stand 2019 auf Platz 7 der Exportlandliste. Zhu untersuchte den Wechselkurs des russischen Rubels und politische Konflikte als Erklärungsfaktoren für die Schwankungen der Exporte nach Russland. "Zhekai Zhu hat einige interessante Erkenntnisse aufgezeigt und erklärt, wie man in Coronazeiten auf ein Vorhersagemodell hinarbeiten kann", so seine Floridata-Betreuer Wesley van den Berg und Madelon Voordouw.

Forschungsergebnisse

Zhekai konnte auf der Grundlage von Floridatas aggregierten Exportdaten (2012-2019) eine Reihe von Feststellungen treffen, zu denen der Zugang selbstverständlich vertraulich ist. Er fand eine Korrelation zwischen dem Wechselkurs des Rubels und dem Export von Blumen und Pflanzen nach Russland. Die Ergebnisse der Regressionsanalyse zeigen, dass ein Rückgang des Rubels zu einem Rückgang des Exports von Blumen und Pflanzen nach Russland führt. Gleichzeitig führt ein Wertverlust der russischen Währung zu einem Anstieg der Exporte aus bestimmten Nachbarländern.

Arbeiten mit Algorithmen und Vorhersagemodellen in Coronazeiten

Mit dieser Forschung versucht Floridata, ein genaues Vorhersagemodell für den Export nach Russland und in die umliegenden Länder zu entwickeln. Der Algorithmus für Russland würde dann z.B. monatlich so aussehen:

Y = A (Konstante) + B1 (Währung RUB) * Wachstumsrate der Währung (longforecast.com) + B2 (#Sondertage) * Wachstumsrate der Sondertage + B3 (#Handelstage) * Wachstumsrate der Handelstage.

Andere Variablen wie "Wettereffekte" und "Einkaufspreise" können zur Optimierung des Modells hinzugefügt werden. Mit der Ankunft von COVID-19 müssen zunächst die monatlichen Auswirkungen auf die Exporte nach Russland ermittelt werden. Die Auswirkungen auf den Export pro Land sind aufgrund der länderspezifischen Corona-Maßnahmen sehr unterschiedlich. Zhekai Zhu rät daher, dem bestehenden Algorithmus ab März 2020 eine "Kontrollvariable" hinzuzufügen, um den Coronaeffekt zu überwinden.

Mit den Erkenntnissen aus dem Forschungsbericht erwartet Floridata, seinen Teilnehmern in Zukunft mehr Wissen über die Entwicklung von Vorhersagemodellen und die Arbeit mit Algorithmen zu vermitteln. (Floridata)

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