- Startseite
- Mehr...
- Dossiers
- ETH: Neue Methode für Saatgut-Schutz
Krieg in der Ukraine
Der seit 2014 andauernde und vor Kurzem eskalierte Konflikt in der Ukraine wirkt sich auf alle Teile unserer Gesellschaft und Wirtschaft aus. Auch der Gartenbau, Obst- und Gemüseerzeuger, Importeure, Maschinenhersteller und viele weitere Bereiche der Grünen Branche spüren die Auswirkungen des Krieges. Einige europäische und internationale Unternehmen unterstützen solidarisch die Ukraine und die vielen tausende Flüchtenden Menschen, die Anderenorts Schutz suchen.
Hinweis der Redaktion: In diesem Dossier finden Sie gesammelte Meldungen von Unternehmen, Organisationen oder anderen Akteuren, die im Zusammenhang mit dem bewaffneten Konflikt ihre Auswirkungen feststellen oder ihre Reaktion darstellen.
Nachrichten zum Ukraine-Krieg
ETH: Neue Methode für Saatgut-Schutz
ETH-Chemiker haben eine Methode entwickelt, um Saatgut vor Insekten zu schützen. Dabei liessen sie sich vom Abwehrsystem von Pfirsichen inspirieren.
Pfirsich- und Aprikosenkerne enthalten Amygdalin, eine Substanz, die im Magen in giftige Blausäure zerfällt. Dieses Abwehrsystem schützt die Pflanzensamen vor gefrässigen Insekten. ETH-Chemiker aus der Forschungsgruppe von Wendelin Stark haben sich davon inspirieren lassen und das Abwehrsystem von Bittermandeln und Konsorten im Labor kopiert, heisst es in einer Mitteilung der ETH.
Die Wissenschaftler haben eine Beizung für Saatgut entwickelt, die aus mehreren Schichten besteht. Frisst sich eine Insektenlarve durch diese Schichten, wird zunächst Amygdalin und dann ein Enzym freigesetzt, was schliesslich zur Bildung von Blausäure führt. Diese verdirbt den Insektenlarven den Appetit bzw. tötet sie.
Tests ergaben, dass die Beizung gegen die Larven des Mehlkäfers und des Getreidekapuziners sehr gut funktioniert. So schlüpften aus behandeltem Saatgut deutlich weniger erwachsene Käfer und Motten als aus unbehandeltem. Gegen den Getreiderüssler wirkte die Beizung laut ETH indes nicht.
Die ETH-Forscher sind davon überzeugt, dass diese Art des Beizens auf das Saatgut anderer Nutzpflanzen übertragen werden kann. „Die Methode hat das Potenzial dazu, gewisse synthetische Pestizide zu ersetzen“, lässt sich Carlos Mora in der Mitteilung zitieren. (lid)

Kommentare (0)
Bisher sind keine Kommentare zu diesem Artikel erstellt worden.