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Krieg in der Ukraine
Der seit 2014 andauernde und vor Kurzem eskalierte Konflikt in der Ukraine wirkt sich auf alle Teile unserer Gesellschaft und Wirtschaft aus. Auch der Gartenbau, Obst- und Gemüseerzeuger, Importeure, Maschinenhersteller und viele weitere Bereiche der Grünen Branche spüren die Auswirkungen des Krieges. Einige europäische und internationale Unternehmen unterstützen solidarisch die Ukraine und die vielen tausende Flüchtenden Menschen, die Anderenorts Schutz suchen.
Hinweis der Redaktion: In diesem Dossier finden Sie gesammelte Meldungen von Unternehmen, Organisationen oder anderen Akteuren, die im Zusammenhang mit dem bewaffneten Konflikt ihre Auswirkungen feststellen oder ihre Reaktion darstellen.
Nachrichten zum Ukraine-Krieg
EnBW: Erprobt energieautarkes Gewächshaus
Die EnBW Energie Baden-Württemberg AG erprobt zusammen mit Energiedienst im Rahmen eines Forschungsprojekts den Betrieb eines weitestgehend energieautarken Gewächshauses in einer Gärtnerei bei Lörrach. Gewächshäuser werden eingesetzt, um Pflanzenbau in der kalten Jahreszeit zu ermöglichen. Dazu werden sie üblicherweise mit einer Ölheizung frostfrei gehalten. Das sogenannte Envelope Power Greenhouse (EPG) soll ohne konventionelle Beheizung auskommen, die rund 90% des Gesamtenergiebedarfs im Unterglasanbau ausmacht. Das neue System heizt allein aus der geschickten Kombination von Sonnenenergie und Erdwärme. Mit einem Art Pendelspeicher wird im Sommer Sonnenenergie in das System eingelagert, die für die Pflanzenproduktion im Winter freigesetzt wird. Gleichzeitig wird das Gewächshaus im Sommer gekühlt, dadurch wachsen die Pflanzen schneller.
Das System basiert auf einer Entwicklung des Projektpartners BSR Solar Technologies aus Lörrach und wird im benachbarten Binzen bei der Demeter-Gärtnerei Berg für die zweijährige Projektlaufzeit errichtet. Das 78 m2 große Foliengewächshaus steht, die Bohrungen für insgesamt fünf Erdwärmesonden mit jeweils 30 Metern Tiefe sind abgeschlossen. Mittels der Erdwärmesonden wird der Untergrund im Sommer mit Wärme beladen und im Winter aus dem Untergrund zurück in das Gewächshaus transportiert, um für frostfreie pflanzengerechte Bedingungen zu sorgen. In Betrieb genommen wird das Gewächshaus nach Fertigstellung von der Gärtnerei Berg planmäßig in diesem Herbst. Sowohl der saisonale thermische Speicher als auch das obertägige System werden während der Projektlaufzeit in den kommenden beiden Jahren neben der Überprüfung des pflanzlichen Ertrags Messwerte liefern, die in die Weiterentwicklung des Systems einfließen sollen. Das Pilot-Gewächshaus soll in einem Jahr Sonnenenergie mit einem Energieinhalt einfangen können, der rund 3.600 Liter Heizöl entspricht. Diese Menge Öl würde bei ihrer Verbrennung 9,4 Tonnen fossiles CO2 in die Atmosphäre eintragen.
Bislang wurde der Einsatz von Solarzellen im Gartenbaubetrieb ausgeschlossen, da das vorhandene Licht entweder zur Energienutzung oder für den Pflanzenbau verwendet wird. Durch den neuartigen Ansatz wird nur der direkte Lichtanteil für die Energiegewinnung genutzt und mit einer geothermischen Speicheranlage unter dem Gewächshaus für die Beheizung verwendet. Die indirekte Sonneneinstrahlung geht ungehindert in das Gewächshaus und reicht für das Pflanzenwachstum aus.
Der ganzjährige Betrieb von Gewächshäusern ist aufgrund der klimatischen Bedingungen in Deutschland nur mit erheblichem Energieaufwand möglich. Der größte Teil der Energie wird für die Beheizung aufgewendet und stammt nahezu ausschließlich aus konventionellen Energiequellen, rund 60% aus Heizöl. Insgesamt liegt der Heizenergieverbrauch von Gewächshäusern in Deutschland bei einem Äquivalent von rund 728 Millionen Litern leichtem Heizöl. Der Anteil am Primärenergieverbrauch Deutschlands beträgt damit 0,3%. Die mögliche Substitution der im Gartenbau eingesetzten fossilen Energien durch regenerative Alternativen stellt ein erhebliches CO2-Minderungspotential dar. (EnBW)

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