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Krieg in der Ukraine
Der seit 2014 andauernde und vor Kurzem eskalierte Konflikt in der Ukraine wirkt sich auf alle Teile unserer Gesellschaft und Wirtschaft aus. Auch der Gartenbau, Obst- und Gemüseerzeuger, Importeure, Maschinenhersteller und viele weitere Bereiche der Grünen Branche spüren die Auswirkungen des Krieges. Einige europäische und internationale Unternehmen unterstützen solidarisch die Ukraine und die vielen tausende Flüchtenden Menschen, die Anderenorts Schutz suchen.
Hinweis der Redaktion: In diesem Dossier finden Sie gesammelte Meldungen von Unternehmen, Organisationen oder anderen Akteuren, die im Zusammenhang mit dem bewaffneten Konflikt ihre Auswirkungen feststellen oder ihre Reaktion darstellen.
Nachrichten zum Ukraine-Krieg
DKHV: Fordert Planbarkeit beim Mindestlohn
Die gut gefüllten Kartoffel-Regalen im Supermarkt bedeuten derzeit größer werdende Herausforderungen für die Kartoffel- Branche. Die kurzfristig zum 1. Oktober 2022 geplante Erhöhung des Mindestlohns stellt die Unternehmen vor massive Schwierigkeiten, kritisiert der Deutsche Kartoffelhandelsverband e.V. (DKHV). Mittelfristig steigende Löhne sind aus Sicht der Branche notwendig, um im Wettbewerb um begehrte Arbeitskräfte mithalten zu können und als attraktive Arbeitgeber wahrgenommen zu werden. DKHV-Präsident Thomas Herkenrath: „Wir brauchen allerdings ein Mindestmaß an Planbarkeit und eine Folgenabschätzung, was eine kurzfristige und derart starke Anhebung des Mindestlohnes insbesondere für unsere mittelständisch geprägte Branche bedeutet. Der Mindestlohn ist im Zeitraum Januar 2021 von 9,50 Euro mit einem Zwischenschritt zum 1. Januar 2022 auf 9,82 Euro gestiegen. Zum 1. Juli 2022 war die weitere Erhöhung auf 10,45 Euro geplant. Mit diesen Werten haben die Unternehmen kalkuliert. Wenn nun zum 1. Oktober 2022 der Mindestlohn auf 12 Euro festgesetzt wird, bedeutet das eine Lohnsteigerung um 25% seit Jahresbeginn.“
Generell kritisiert der DKHV, dass die Folgen einer so kurzfristigen Veränderung des Mindestlohns in dieser Höhe zu wenig betrachtet werden. Zu den Auswirkungen der sprunghaften Anhebung gehöre zwangsläufig auch die Anpassung aller Lohngruppen oberhalb des Mindestlohnes. Nur so könnten die tarifvertraglich geregelten Abstände zwischen den Lohngruppen erhalten werden. Das sei eine verstecke Erhöhung der Tarifverträge. Und: Die steigenden Kosten in den Unternehmen werden nicht durch höhere Einnahmen aufgefangen, da die bestehenden Marktmechanismen die kurzfristige Weitergabe sprunghaft steigender Kosten ausschließen.
Denn auch weitere Faktoren belasten die Unternehmen derzeit: Der Mangel an Transportkapazitäten treibt den Preis für Lieferungen in die Höhe. „Um durchgehend die besten Qualitäten liefern zu können, benötigen wir hochmoderne Kistenläger, die jedoch aufgrund der stetig steigenden Energiepreise immer kostenintensiver werden“, erklärt der DKHV-Präsident. „Unsere überwiegend mittelständisch geprägte und privat finanzierte Branche hatte dies bislang abfedern können.“
Herkenrath zu den Forderungen des DKHV: „Die Gefahr von existenziellen Schieflagen in den Unternehmen ist real. Wir sehen hier dringenden Handlungsbedarf. Deshalb weisen wir mit Nach- druck auf die Auswirkungen dieser extrem kurzfristigen Umsetzung hin und fordern eine Verschiebung des Termins zum Inkrafttreten des Gesetzes sowie ein planbares, stufenweises Anheben des Mindestlohns.“ (DKHV)

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