- Startseite
- Mehr...
- Dossiers
- DGB: Ausbeutung bei der Gurkenernte?
Krieg in der Ukraine
Der seit 2014 andauernde und vor Kurzem eskalierte Konflikt in der Ukraine wirkt sich auf alle Teile unserer Gesellschaft und Wirtschaft aus. Auch der Gartenbau, Obst- und Gemüseerzeuger, Importeure, Maschinenhersteller und viele weitere Bereiche der Grünen Branche spüren die Auswirkungen des Krieges. Einige europäische und internationale Unternehmen unterstützen solidarisch die Ukraine und die vielen tausende Flüchtenden Menschen, die Anderenorts Schutz suchen.
Hinweis der Redaktion: In diesem Dossier finden Sie gesammelte Meldungen von Unternehmen, Organisationen oder anderen Akteuren, die im Zusammenhang mit dem bewaffneten Konflikt ihre Auswirkungen feststellen oder ihre Reaktion darstellen.
Nachrichten zum Ukraine-Krieg
DGB: Ausbeutung bei der Gurkenernte?
Rumänische Helfer für die Gurkenernte im Spreewald zahlten für die Vermittlung nach Deutschland hohe Provisionen. Ihnen wurden die Pässe entzogen durch den Arbeitgeber und sie schufteten für Armutslöhne: Wer auf seine Rechte pochte, wurde fristlos gekündigt. Menschenhandel zum Zwecke der Ausbeutung der Arbeitskraft, wie es im Deutsch des Bundeskriminalamtes etwas umständlich klingt, ist in Deutschland ein Kriminalitätsproblem mit sehr hoher Dunkelziffer. Viele Betroffene haben Angst vor Repressalien und Gewalt sowie häufig hohe Schulden. Die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) in Genf schätzt weltweit 21 Mio. Opfer von Zwangsarbeit: ein Phänomen, das zunehmend auch in unseren Breitengraden auftaucht.
Ausgebeutete Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer arbeiten in Brandenburg vor allem auf dem Bau, in der Gastronomie sowie der Landwirtschaft. In Deutschland ist Menschenhandel zum Zweck der Arbeitsausbeutung und der sexuellen Ausbeutung seit 2005 in dem §232 und §233 des Strafgesetzbuches als Delikt verankert.
"Diese Menschen brauchen Hilfe, wir müssen ihnen eine Stimme geben und den Polizeibehörden muss die Möglichkeit eröffnet werden, internationale Täterstrukturen zu zerschlagen", formulierte die DGB-Vorsitzende von Berlin-Brandenburg, Doro Zinke, anlässlich der Eröffnung zweier neuer Beratungsstellen in Potsdam und Frankfurt/Oder (eine weitere Anlaufstelle befindet sich im Berliner DGB-Haus). Die Betroffenen sollten nicht nur über ihre tariflichen Rechte aufgeklärt werden, ihnen müsse auch eine Rechtsberatung angeboten werden, um sich wehren zu können, so Zinke. (DGB)

Kommentare (0)
Bisher sind keine Kommentare zu diesem Artikel erstellt worden.