Krieg in der Ukraine

Der seit 2014 andauernde und vor Kurzem eskalierte Konflikt in der Ukraine wirkt sich auf alle Teile unserer Gesellschaft und Wirtschaft aus. Auch der Gartenbau, Obst- und Gemüseerzeuger, Importeure, Maschinenhersteller und viele weitere Bereiche der Grünen Branche spüren die Auswirkungen des Krieges. Einige europäische und internationale Unternehmen unterstützen solidarisch die Ukraine und die vielen tausende Flüchtenden Menschen, die Anderenorts Schutz suchen.

Hinweis der Redaktion: In diesem Dossier finden Sie gesammelte Meldungen von Unternehmen, Organisationen oder anderen Akteuren, die im Zusammenhang mit dem bewaffneten Konflikt ihre Auswirkungen feststellen oder ihre Reaktion darstellen.

Nachrichten zum Ukraine-Krieg

DEPI: Energiekrise beeinflusst Pelletpreis

2022 ist der Preis für Pellets sprunghaft angestiegen.

Der Pelletpreis war im letzten Jahrzehnt von einer geringen Dynamik geprägt. Die durchschnittliche jährliche Preissteigerung von 2012 bis 2021 lag bei nur 0,24%; inflationsbereinigt war sogar ein Preisrückgang von 1,44% zu verzeichnen. Während dieser Zeit gab es einige deutliche Preissprünge, vor allem beim Öl, ohne dass der Pelletpreis hierauf reagiert hätte. Das zeigt: Einen direkten Zusammenhang zwischen der Preisentwicklung von Pellets und fossilen Brennstoffen gibt es nicht.

2022 ist der Preis für Pellets sprunghaft angestiegen. Die Gründe dafür liegen in den kriegsbedingten globalen Verwerfungen der Energiemärkte, deren Auswirkungen auch den Pelletmarkt treffen. Angesichts einer weiterhin zufriedenstellenden Rohstofflage in Deutschland ist die aktuelle Preissteigerung im Wesentlichen auf eine sprunghaft angestiegene Nachfrage sowie erhöhte Kosten bei Produktion und Transport der Holzpresslinge zurückzuführen – Ursachen, die allgemein für die bei vielen Produkten in Deutschland festzustellende Verteuerung gelten.

Ab Oktober 2022 zeichnet sich ein Rückgang der Nachfrage ab, da Verbraucher ihre Bevorratung weitgehend abgeschlossen haben. Das geht einher mit sinkenden Preisen und einer Normalisierung der Lieferzeiten.

Gründe für hohen Pelletpreis sind:

1. die sprunghaft erhöhte Nachfrage nach Pelletheizungen, da

- faktisch ein zeitnaher Abschied von Öl- und Gasheizungen ansteht, deren Installation der Gesetzgeber ab 2024 plant, erheblich zu erschweren.

- Gas- und Ölpreise drastisch angestiegen sind;

- die Versorgung mit fossilen Brennstoffen unsicher geworden ist.

2. eine allgemeinen Bevorratungsdynamik: Viele Heizungsbetreiber bestellen Pellets auch ohne akuten Bedarf;

3. die erhebliche Kostensteigerung bei Produktion und Anlieferung von Pellets durch hohe Strompreise für Pelletwerke sowie auf Handelsseite zusätzlich hohe Spritpreise. Zudem ist der Preis für Sägenebenprodukte, Hauptrohstoff für Pellets in Deutschland, derzeit hoch. Das liegt v.a. an der erlahmenden Baukonjunktur - derzeit wird nicht so viel Holz verarbeitet, dementsprechend ist das Angebot an Reststoffen der Sägeindustrie niedrig und die Preise hoch.

Eine Aussage dazu, wann sich diese Situation beruhigt, ist angesichts der aktuellen Verunsicherung der Energiemärkte schwerlich möglich. Betreibern von Pelletheizungen rät das DEPI, die derzeit sinkenden Preise und kurzen Lieferzeiten zu nutzen, um das Lager für den Winter aufzufüllen. (DEPI)

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