Krieg in der Ukraine

Der seit 2014 andauernde und vor Kurzem eskalierte Konflikt in der Ukraine wirkt sich auf alle Teile unserer Gesellschaft und Wirtschaft aus. Auch der Gartenbau, Obst- und Gemüseerzeuger, Importeure, Maschinenhersteller und viele weitere Bereiche der Grünen Branche spüren die Auswirkungen des Krieges. Einige europäische und internationale Unternehmen unterstützen solidarisch die Ukraine und die vielen tausende Flüchtenden Menschen, die Anderenorts Schutz suchen.

Hinweis der Redaktion: In diesem Dossier finden Sie gesammelte Meldungen von Unternehmen, Organisationen oder anderen Akteuren, die im Zusammenhang mit dem bewaffneten Konflikt ihre Auswirkungen feststellen oder ihre Reaktion darstellen.

Nachrichten zum Ukraine-Krieg

Demeter und BÖLW: Trauer um verdienten Pionier der Öko-Bewegung

Nach einem erfüllten Leben, in dem Jan von Ledebur die deutsche und internationale Öko-Landbau-Bewegung engagiert und in vielfältigen, verantwortlichen Positionen vorangetrieben hat, ist der Bio-Pionier am 23. Dezember 2016 im Alter von 85 Jahren verstorben.

Nach einem erfüllten Leben, in dem Jan von Ledebur die deutsche und internationale Öko-Landbau-Bewegung engagiert und in vielfältigen, verantwortlichen Positionen vorangetrieben hat, ist der Bio-Pionier am 23. Dezember 2016 im Alter von 85 Jahren verstorben. Demeter-Vorstandssprecher Alexander Gerber würdigt den Mitgründer und langjährigen Vorsitzenden der Arbeitsgemeinschaft Ökologischer Landbau (AGÖL) als wichtige treibende Kraft der nachhaltigen Agrarkultur. „Jan von Ledebur hat gerade durch seine Fähigkeit, die Akteure der Landwirtschaft zusammenzuführen und aus diesen Gesprächen heraus wichtige Entwicklungen anzustoßen, maßgeblich zum Erfolg des Öko-Landbaus beigetragen.“

Nach einer Landwirtschaftslehre bewirtschaftete Jan Freiherr von Ledebur zunächst das elterliche Gut Crollage in Westfalen, das er auf biologisch-dynamische Bewirtschaftung umstellte. Dabei erbrachte er wesentliche Pionierleistungen im Demeter-Obstbau. Anschließend studierte er Agrarwissenschaften in Göttingen und Berlin. Nach seinem Studium wurde er 1983 Geschäftsführer des Forschungsrings für Biologisch-Dynamische Wirtschaftsweise in Darmstadt. Er engagierte sich auch international und sorgte im Vorstand der weltweiten Dachorganisation der Ökobewegungen, IFOAM, für wichtige Impulse auf allen Kontinenten. 1988 zählte er nicht nur zu den Gründern der Arbeitsgemeinschaft Ökologischer Landbau (AGÖL), sondern war bis 2000 deren Vorsitzender und damit prägender Gestalter der ersten Dachorganisation der deutschen Öko-Landbau-Verbände. Sein Nachfolger im Amt, Dr. Felix Prinz zu Löwenstein, Vorsitzender des 2002 gegründeten Nachfolgeverbandes BÖLW (Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft), würdigt die Rolle des Verstorbenen für die Ausgestaltung des europäischen Biorechtes: „Unter dem Vorsitz von Freiherr von Ledebur hat die AGÖL wesentlich zur Ausgestaltung der EU-Bio Verordnung und damit des rechtlichen Rahmens beigetragen, der zum ersten Mal den ökologischen Landbau und die ökologische Lebensmittelverarbeitung EU-weit gesetzlich definierte.“

Seine Verdienste wurden mit der Professor-Niklas-Medaille in Silber geehrt, die er als erster Vertreter des ökologischen Landbaus erhielt. Sie ist die höchste Auszeichnung des Bundeslandwirtschaftsministeriums, das damit vor allem auch die Integrationskraft von Ledeburs hervorhob. Von der Zeitschrift Capital und dem WWF wurde Ledebur 1999 als Ökomanager des Jahres ausgezeichnet. Demeter und die gesamte Bio-Bewegung verliert mit Jan Freiherr von Ledebur einen bedeutenden Repräsentanten, der sein Leben der biologisch-dynamischen Landwirtschaft als Beispiel gelebter Anthroposophie, der Zusammenarbeit der Öko-Landbau-Verbände und der politischen Lobbyarbeit gewidmet hat. „Sein Vorbild bleibt für uns ein Ansporn, uns für eine zukunftsfähige Landwirtschaft und Ernährung einzusetzen!“, unterstreichen Demeter-Vorstandsprecher Alexander Gerber und BÖLW-Vorstandsvorsitzender Felix Prinz zu Löwenstein. (Demeter)

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