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Krieg in der Ukraine
Der seit 2014 andauernde und vor Kurzem eskalierte Konflikt in der Ukraine wirkt sich auf alle Teile unserer Gesellschaft und Wirtschaft aus. Auch der Gartenbau, Obst- und Gemüseerzeuger, Importeure, Maschinenhersteller und viele weitere Bereiche der Grünen Branche spüren die Auswirkungen des Krieges. Einige europäische und internationale Unternehmen unterstützen solidarisch die Ukraine und die vielen tausende Flüchtenden Menschen, die Anderenorts Schutz suchen.
Hinweis der Redaktion: In diesem Dossier finden Sie gesammelte Meldungen von Unternehmen, Organisationen oder anderen Akteuren, die im Zusammenhang mit dem bewaffneten Konflikt ihre Auswirkungen feststellen oder ihre Reaktion darstellen.
Nachrichten zum Ukraine-Krieg
Buchsbaumzünsler: Jetzt die Raupen bekämpfen
„Jetzt ist die richtige Zeit zur Bekämpfung der Raupen“, erklärt Dr. Thomas Brand vom Pflanzenschutzamt der LWK. In Norddeutschland gilt die Faustregel, dass sie in den Monaten mit A, also April oder August bekämpft werden sollte – in warmen Jahren und an warmen Orten auch etwas früher.
Gutes Auge erforderlich
Durch das Absammeln der gefräßigen Tiere, das ein gutes Auge erfordert, kann der Schaden begrenzt werden, ebenso durch kräftigen Rückschnitt. Auch das Abspülen mit einem Hochdruckreiniger wird immer wieder empfohlen, sollte aber nicht übertrieben werden.
Pheromonfallen dienen zur Feststellung des Auftretens sowie zur Überwachung der Flugphasen und nicht – wie oft beworben – der Bekämpfung. Zwar wird immer wieder berichtet, dass Wespen, Vögel oder andere Nützlinge die Raupen fressen, jedoch scheint der Erfolg recht überschaubar zu sein.
Zur chemischen Bekämpfung können zugelassene Insektizide eingesetzt werden, die bienenungefährlich sind. Hierzu sind etliche Produkte erhältlich, die einen Krankheitserreger enthalten, der ausschließlich Raupen befällt (Bacillus thuringiensis, z.B. in Xentari), für andere Insekten, Säugetiere und den Menschen aber harmlos ist. Auch der Wirkstoff aus dem Neembaum (Azadirachtin, z. B. in NeemAzal T/S) kann eingesetzt werden, ebenso das breiter wirksame Acetamiprid in Careo. Alle Wirkstoffe müssen von den Raupen gefressen werden.
Invasive Art aus China
Der Buchsbaumzünsler ist ein Schmetterling, der mit seinen weißen Flügeln mit dunklem Rand unverwechselbar ist. Diese invasive Art wurde etwa 2006 aus China eingeschleppt. Seither breitet sie sich in Deutschland und darüber hinaus in Europa aus. Auch in Niedersachsen wird dieser Schädling seit dem Jahr 2008 beobachtet, allerdings im Vergleich zur Oberrheinebene und dem Rheinland zunächst lokal begrenzt. Seit dem Sommer 2018 wird landesweit von steigendem Befall berichtet.
Pro Jahr treten zwei Generationen auf: Im Frühling fressen die Raupen bis etwa Mitte Mai, danach verpuppen sie sich. Der unverwechselbare Falter fliegt dann etwa ab Anfang Juni. Es kommt zur Eiablage. Die folgende Raupengeneration frisst ab Ende Juli bis in den September am Buchsbaum. Neue Falter sind dann ab September zu beobachten und legen Eier ab. Die daraus schlüpfenden Raupen überwintern sicher eingesponnen zwischen Blättern, bis es im folgenden Frühjahr wieder warm genug ist.
Befall fällt oft erst spät auf
Aufgrund der versteckten Lebensweise sowie der guten Tarnung der grün-schwarzen Raupen wird ein Befall oft erst spät entdeckt. Wenn der Fraßschaden und feines Gespinst an den äußeren Blättern sichtbar wird, sind die Raupen meist bereits in einem älteren Larvenstadium und damit auch schon längere Zeit fraßaktiv. Erste Anzeichen für ein Auftreten zeigen sich durch den herunterrieselnden Kot der Raupen, der sich dann auf unteren Blättern sowie unter den Pflanzen ansammelt. Ganz junge Raupen erzeugen am Blatt vorerst einen Schabe- und Fensterfraß. Geschädigte Blätter verbräunen und bleiben vertrocknet am Trieb haften. Die weiteren Raupenstadien fressen ganze Blätter, oft bleibt die Blattmittelrippe oder der Blattrand erhalten. Zusätzlich greifen die Raupen auch die Rinde der grünen Buchsbaumtriebe an. Bei geringem Befall und ausschließlichem Blattfraß kann sich der Buchsbaum regenerieren. Dagegen ist bei starker Fraßtätigkeit auch das Absterben ganzer oberirdischer Pflanzenpartien möglich.

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