Krieg in der Ukraine

Der seit 2014 andauernde und vor Kurzem eskalierte Konflikt in der Ukraine wirkt sich auf alle Teile unserer Gesellschaft und Wirtschaft aus. Auch der Gartenbau, Obst- und Gemüseerzeuger, Importeure, Maschinenhersteller und viele weitere Bereiche der Grünen Branche spüren die Auswirkungen des Krieges. Einige europäische und internationale Unternehmen unterstützen solidarisch die Ukraine und die vielen tausende Flüchtenden Menschen, die Anderenorts Schutz suchen.

Hinweis der Redaktion: In diesem Dossier finden Sie gesammelte Meldungen von Unternehmen, Organisationen oder anderen Akteuren, die im Zusammenhang mit dem bewaffneten Konflikt ihre Auswirkungen feststellen oder ihre Reaktion darstellen.

Nachrichten zum Ukraine-Krieg

BOGK: Spinat schwimmt davon, Grünkohl vertrocknet

Hagel und Starkregen im Frühsommer und die anschließende wochenlange extreme Trockenheit fordern ihren Tribut.

Hagel und Starkregen im Frühsommer und die anschließende wochenlange extreme Trockenheit fordern ihren Tribut. Die Ernte von Spinat, Grünkohl, Bohnen und anderem Sommergemüse wird dieses Jahr erheblich geringer ausfallen. Dies betrifft die deutschen Anbaugebiete ebenso wie die Ernte im benachbarten Ausland. Das berichtet der Bundesverband der obst-, gemüse- und kartoffelverarbeitenden Industrie in Bonn.

Nach Angaben des Verbandes ist bei Spinat mit deutlichen Ertragseinbußen zu rechnen. In Deutschland und insbesondere in der Region Westfalen sind die Felder im Juni von sehr starken Unwettern beeinträchtigt worden. Innerhalb weniger Tage fiel mehr Niederschlag als sonst in drei Monaten und zerstörte die erntereifen Spinatbestände. Das Volumen der Ernte reduziert sich nach vorläufigen Schätzungen um 25%. Nachgesät werden konnten auf den wassergesättigten Böden nicht.

Auch bei Grünkohl sieht die Erntesituation düster aus. Die große Trockenheit im August und September verursacht bei dem vor allem in Norddeutschland und im Rheinland angebauten Gemüse voraussichtlich ebenfalls Mindererträge von 25%.

Massive Ernteausfälle sind außerdem bei Bohnen im Rheinland zu befürchten. Im vollkommen verregneten Mai war wochenlang keine Aussaat möglich. Ab Juli hat dann die andauernde Hitze zu Ertragseinbußen geführt – trotz der branchenüblichen Beregnung der Felder.

Für alle Gemüsearten gilt: Eine Kompensation der Ernteverluste zur Deckung der Nachfrage ist aus regionalem Anbau nicht gegeben. Dazu sind die Anbauperioden zu kurz. Verluste auf den ohnehin knapp bemessenen Flächen gehen damit zu Lasten der Verfügbarkeit von Rohware. Eine entsprechende Verknappung von Fertigware ist die Folge.

Auch aus den Nachbarregionen ist keine Hilfe zu erwarten. Denn wetterbedingte Ernteverluste sind derzeit ein Problem ganz Europas. So berichten auch Belgien, Frankreich, England und die Niederlande über teilweise massive wetterbedingte Ernteverluste, z. B. bei Erbsen (31%), Bohnen (19%), Spinat (30%) und Karotten (37%). Der europäische Verband der gemüseverarbeitenden Industrie, PROFEL, hat aus diesem Grund für nächste Woche eine aktuelle Ernteschätzung angekündigt. (bogk)

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