Krieg in der Ukraine

Der seit 2014 andauernde und vor Kurzem eskalierte Konflikt in der Ukraine wirkt sich auf alle Teile unserer Gesellschaft und Wirtschaft aus. Auch der Gartenbau, Obst- und Gemüseerzeuger, Importeure, Maschinenhersteller und viele weitere Bereiche der Grünen Branche spüren die Auswirkungen des Krieges. Einige europäische und internationale Unternehmen unterstützen solidarisch die Ukraine und die vielen tausende Flüchtenden Menschen, die Anderenorts Schutz suchen.

Hinweis der Redaktion: In diesem Dossier finden Sie gesammelte Meldungen von Unternehmen, Organisationen oder anderen Akteuren, die im Zusammenhang mit dem bewaffneten Konflikt ihre Auswirkungen feststellen oder ihre Reaktion darstellen.

Nachrichten zum Ukraine-Krieg

BOGK: Katastrophale Ernteeinbrüche

Bedingt durch die Corona-Krise fehlten der obstverarbeitenden Branche in dieser Saison nicht nur Erntehelfer, auch kamen die Kosten für den nicht unerheblichen Aufwand bei den erforderlichen Infektionsschutzmaßnahmen hinzu. Damit aber noch nicht genug: Wie bereits im Vorjahr gab es katastrophale Ernteeinbrüche verbunden mit deutlichen Preissteigerungen.

Die größten Preissteigerungen gab es unter anderem bei Himbeeren. Bild: GABOT.

„Die Situation ist insgesamt noch extremer als 2019“, sagt Werner Koch, zuständiger Geschäftsführer des Bundesverbandes der obst-, gemüse- und kartoffelverarbeitenden Industrie (BOGK) in Bonn. Wetterbedingt gab es insgesamt in Europa große Ernteausfälle. So betrug die Minderernte bei Aprikosen aus Bulgarien 80%! Auch fehlten beispielsweise größere Mengen an Himbeeren aus Serbien (-20%) und bei Erdbeeren aus Polen (-30%). Zudem gab es aufgrund von vielen Regenfällen bei vielen Früchten in Zentral-und Osteuropa große Qualitätsprobleme. So war bei Erdbeeren aus Polen ein starker Schimmelbefall zu verzeichnen. Die Folge: Viele Erdbeeren konnten überhaupt nicht geerntet werden. Gleiches gilt für Aprikosen aus Spanien, wo anhaltendes regnerische Wetter große Teile der Ernte zerstört hat.

Bedingt durch die Corona-Krise standen weit weniger Erntehelfer als benötigt zur Verfügung. Alleine in Deutschland fehlten während der Beerenobsternte bis zu 30% der benötigten Pflücker. Hinzu kamen hohe Kosten für alle Bauern durch zusätzlich Anforderungen, wie z.B. separate Unterbringungen, Hygiene-Konzepte und erhöhte Einreisekosten für die Erntehelfer.

Die größten Preissteigerungen waren bei Himbeeren und Schwarzen Johannisbeeren zu verzeichnen. Nachdem bereits die Ernte 2019 aufgrund schlechter Ernten zu signifikanten Preissteigerungen geführt hat, hat sich der Effekt in 2020 weiter fortgesetzt. Eine hohe Nachfrage nach frischem Obst hat zudem die Verfügbarkeit für die Verarbeitungsindustrie noch weiter eingeschränkt.

„Insgesamt lässt sich festhalten, dass sich hierdurch die Preise für bestimmte Obstarten in den letzten beiden Jahren nahezu verdoppelt haben“, sagt Koch. (BOGK)

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