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Krieg in der Ukraine
Der seit 2014 andauernde und vor Kurzem eskalierte Konflikt in der Ukraine wirkt sich auf alle Teile unserer Gesellschaft und Wirtschaft aus. Auch der Gartenbau, Obst- und Gemüseerzeuger, Importeure, Maschinenhersteller und viele weitere Bereiche der Grünen Branche spüren die Auswirkungen des Krieges. Einige europäische und internationale Unternehmen unterstützen solidarisch die Ukraine und die vielen tausende Flüchtenden Menschen, die Anderenorts Schutz suchen.
Hinweis der Redaktion: In diesem Dossier finden Sie gesammelte Meldungen von Unternehmen, Organisationen oder anderen Akteuren, die im Zusammenhang mit dem bewaffneten Konflikt ihre Auswirkungen feststellen oder ihre Reaktion darstellen.
Nachrichten zum Ukraine-Krieg
Biogas: Branche sieht gute Perspektiven
Mit rund 5.300 Besuchern liegt die Teilnehmerzahl der 29. BIOGAS Convention & Trade Fair auf dem Niveau der letzten Veranstaltung vor zwei Jahren. Jeder achte Besucher kam aus dem Ausland, die meisten davon aus dem europäischen, einige aus Afrika.
Die Ausstellungsfläche lag mit 5.200 m2 etwas unter dem Wert von 2017 (5.400 m2), was der Umplanung in Halle 9 geschuldet war. So wurden unter anderem die beiden Vortragsforen von 2017 zu einem großen Fachforum zusammengefasst. „In den Messehallen konnte man eindrucksvoll die Innovationskraft sehen, die in der Branche steckt“, erklärt der Hauptgeschäftsführer des Fachverbandes Biogas, Dr. Claudius da Costa Gomez. Die ausstellenden Firmen waren sowohl mit der Quantität als auch mit der Qualität der Messebesucher sehr zufrieden. Auf der Fachmesse sei wenig Laufkundschaft unterwegs, die Besucher wüssten genau, wovon sie sprechen und was sie benötigen, so die überwiegende Meinung der Aussteller.
Generell dominierte an den drei Tagen sowohl bei den Firmen als auch bei den Betreibern ein skeptischer Optimismus. Im Jahr 2019 wurden für die Branche durchaus positive Weichen gestellt, die nun 2020 umgesetzt werden müssen. Wohin die Reise geht machte Frank Bonaldo, Referatsleiter „Energiewende in der Mobilität; Kraftstoffmärkte“ aus dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, in seinem Impulsvortrag deutlich. Die Chancen seien größer als die Herausforderungen und Risiken, versicherte der Politiker den rund 250 Zuhörern im Plenum. Die Zukunft allerdings liege nicht in der Verstromung, sondern im Verkehr. „Biomethan wird im nächsten Jahr einer der Schwerpunkte in der energiepolitischen Offenbarung des Bundeswirtschaftsministeriums sein“, prophezeite Bonaldo.
„Wir können auch Biomethan!“, versicherte Horst Seide in seinem anschließenden Referat. Dies sei für die Branche keine technische Herausforderung mehr. Er erklärte den Zuhörern, dass die Währung der Zukunft nicht mehr die Kilowattstunde, sondern CO2 sei. „Die CO2-Förderung wirkt schon heute“, so der Präsident weiter, „wenn wir unser Biomethan vertanken.“
Dass Biogas auch bei der Verstromung mehr kann als nur Kilowattstunden zur Verfügung zu stellen machte Dr. Ludger Eltrop vom Institut für Energiewirtschaft und Rationelle Energieanwendung der Universität Stuttgart in seinem Plenarvortrag deutlich. Er rechnete den monetären Wert vor, den die planbare Stromeinspeisung aus Biogas in unserem zukünftigen Energieversorgungssystem haben kann.
In den Workshops wie auch im Fachforum wurden die vielfältigen Möglichkeiten der Biogastechnologie von den Teilnehmern der BIOGAS Convention sehr interessiert aufgenommen. Neben Biomethan waren auch die Themen Flexibilisierung der Strom- und Wärmebereitstellung, Gülle und BHKW sowie das englischsprachige Innovations-Forum stets sehr gut besucht.
Am Abend des zweiten Tages verleiht der Fachverband Biogas traditionell seine Dr.-Heinz-Schulz-Ehrenmedaille an eine verdiente Persönlichkeit der Biogas-Branche. In diesem Jahr wurde Prof. Dr. Andreas Gronauer von der Universität für Bodenkultur in Wien geehrt. Andreas Gronauer war von 1998 bis 2013 Mitglied im Präsidium des Fachverbandes Biogas und hat sich auch in seiner früheren Funktion als Abteilungsleiter „Energie- und Umwelttechnik“ an der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft mit viel Engagement für die Biogastechnologie eingesetzt.
„Wir haben mit Biogas zwar einen bunten Strauß an Möglichkeiten – aber die administrativen Auflagen und die politische Unsicherheit, wohin die Reise gehen soll, bremsen uns massiv aus“, resümiert da Costa Gomez. „Dennoch geht der Blick nach vorne und wir erwarten in der ersten Jahreshälfte 2020 konkrete Entscheidungen in den anstehenden Gesetzesvorhaben, insbesondere beim EEG, damit Biogasanlagenbetreiber die anstehenden Investitionen nicht nur planen sondern auch finanzieren können.“ Sonst bestehe die Gefahr, dass funktionstüchtige Biogasanlagen ab 2021 zurückgebaut werden und damit ein wesentlicher Teil der klimafreundlichen Energieversorgung nicht mehr zur Verfügung stehen wird, mahnt der Hauptgeschäftsführer. (Fachverband Biogas e.V.)

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