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Krieg in der Ukraine
Der seit 2014 andauernde und vor Kurzem eskalierte Konflikt in der Ukraine wirkt sich auf alle Teile unserer Gesellschaft und Wirtschaft aus. Auch der Gartenbau, Obst- und Gemüseerzeuger, Importeure, Maschinenhersteller und viele weitere Bereiche der Grünen Branche spüren die Auswirkungen des Krieges. Einige europäische und internationale Unternehmen unterstützen solidarisch die Ukraine und die vielen tausende Flüchtenden Menschen, die Anderenorts Schutz suchen.
Hinweis der Redaktion: In diesem Dossier finden Sie gesammelte Meldungen von Unternehmen, Organisationen oder anderen Akteuren, die im Zusammenhang mit dem bewaffneten Konflikt ihre Auswirkungen feststellen oder ihre Reaktion darstellen.
Nachrichten zum Ukraine-Krieg
Landvolk: Landwirtschaft und Klimaschutz aufeinander abstimmen
„Es muss eine Art 'Niedersächsischen Weg' für den Klimaschutz geben“, schlägt Hennies vor. „Leistungen der Landwirtschaft fürs Klima müssen honoriert werden.“
Niedersachsens Landwirte müssen weiterhin die Möglichkeit haben, auf Märkte zu reagieren, heißt es in dem gut 90-seitigen Strategiepapier. Eine Verlagerung der Lebensmittelproduktion ins Ausland würde nach derzeitigem Wissensstand nachweislich zu noch höheren Emissionen von Treibhausgasen führen. „Zwar würden diese nicht mehr innerhalb Niedersachsens entstehen und damit das Erreichen der niedersächsischen Klimaziele unterstützen – dem Kampf gegen den Klimawandel wäre jedoch ein schlechter Dienst erwiesen“, erläuterte Hennies. Die Produktion von Lebensmitteln und damit die Ernährungssicherung müsse die vordringliche Aufgabe der hiesigen Landwirtschaft bleiben.
Hennies legte dar, welche Leistungen die Landwirtschaft bereits für den Klimaschutz erbracht hat, wo es noch Potenzial gibt, und warum die niedersächsischen Milchbauern bereits „Klimaweltmeister“ sind. „Bei der landwirtschaftlichen Erzeugung werden unvermeidbar Klimagase freigesetzt. Da der globale Bedarf an Lebensmitteln deutlich steigt und gleichzeitig die Flächenverfügbarkeit sinkt, gilt es, auf den landwirtschaftlichen Flächen nachhaltig möglichst viel zu erzeugen und gleichzeitig möglichst wenig Klimagase zu emittieren. Berechnungsgrundlage für die Klimaeffizienz von Maßnahmen sollten daher nicht die Flächeneinheiten wie Hektar, sondern die Produkteinheiten wie 1 kg Milch oder 1 kg Weizen sein“, sagte der Landvolkpräsident. Die Landwirtschaft in Niedersachsen sei jetzt schon hocheffizient, weil besonders wenig Treibhausgase je produzierter Einheit ausgestoßen würden.
„Landwirtinnen und Landwirte dürfen nicht zwischen gegensätzlichen Ansprüchen der Gesellschaft zerrieben werden“, bekräftigte Hennies. Naturschutz, Tierwohl, Klimaschutz und Ernährungssicherheit müssten eng aufeinander abgestimmt werden, anstatt als gegenläufige Interessen auf dem Rücken der landwirtschaftlichen Betriebe ausgetragen zu werden und diese zum Aufgeben zu zwingen.
„Die Branche kann ihren Beitrag zum Klimaschutz noch weiter erhöhen, ist dafür jedoch auf rechtliche Reformen, Bürokratieabbau sowie finanzielle Unterstützung angewiesen“, ergänzte Landvolk-Vizepräsident Berges. Die Klimastrategie des Landesbauernverbandes Niedersachsen zeige, welche politischen Weichenstellungen dafür notwendig sind. „Mit den aktuell verfügbaren Technologien und dem aktuellen Stand des Wissens sind, ohne eine reduzierte Erzeugung, zehn bis 20% Minderung der Treibhausgasemissionen auf den Höfen zu erreichen“, erläuterte Berges.
In der Klimastrategie des Landesbauernverbandes werden insgesamt 41 Maßnahmen nach Effizienz, Kosten und zügiger Umsetzbarkeit bewertet. Insbesondere müsse das Potenzial, Kohlenstoff aus landwirtschaftlichen Reststoffen lang- und mittelfristig durch stoffliche Nutzung zu speichern, stärker als bisher genutzt werden. Nachwachsende Rohstoffe könnten beispielsweise Grundstoffe der chemischen Industrie substituieren. „Die lang- und mittelfristige Speicherung von Kohlenstoff in Produkten muss bilanziell ebenso wie die Leistungen in der Energieproduktion der Landwirtschaft positiv zugerechnet werden“, forderte Hennies.

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