Krieg in der Ukraine

Der seit 2014 andauernde und vor Kurzem eskalierte Konflikt in der Ukraine wirkt sich auf alle Teile unserer Gesellschaft und Wirtschaft aus. Auch der Gartenbau, Obst- und Gemüseerzeuger, Importeure, Maschinenhersteller und viele weitere Bereiche der Grünen Branche spüren die Auswirkungen des Krieges. Einige europäische und internationale Unternehmen unterstützen solidarisch die Ukraine und die vielen tausende Flüchtenden Menschen, die Anderenorts Schutz suchen.

Hinweis der Redaktion: In diesem Dossier finden Sie gesammelte Meldungen von Unternehmen, Organisationen oder anderen Akteuren, die im Zusammenhang mit dem bewaffneten Konflikt ihre Auswirkungen feststellen oder ihre Reaktion darstellen.

Nachrichten zum Ukraine-Krieg

BdS: Seminar "Gärten für Insekten"

Der großen Nutzen von züchterisch bearbeiteten Zierpflanzen für Insekten ist jetzt durch Studien belegt worden.

Die Knautien-Sandbiene (Andrena hattorfiana) ernährt sich als oligolektische Bienenart von Knautia arvensis aber auch von Knautia macedonica. Bild: Dr. Mathias Lohr.

Vera Joedecke von der Lehr- und Versuchsanstalt für Gartenbau in Heidelberg machte beim Seminar „Gärten für Insekten“ des Bundes deutscher Staudengärtner (BdS) im Zentralverband Gartenbau e. V. (ZVG) am 18. Februar 2021 deutlich, dass der urbane Raum mittlerweile für Insekten einen vielfältigeren Rückzugsort mit entsprechenden Nahrungsquellen darstellen kann als eine ausgeräumte oder intensiv genutzte Agrarlandschaft.

Anhand mehrerer Projekte, die in Zusammenarbeit mit der Landesanstalt für Bienenkunde und Praxisbetrieben erfolgen, zeigte die Biologin insbesondere auf, dass züchterisch bearbeitete Pflanzen oftmals auf Blütenfülle und langanhaltendes Blühen ausgelegt sind und können damit sehr wertvoll für Insekten sein. Zudem gibt es viele, die im Gegensatz zu vielen heimischen Pflanzen noch lange im Spätsommer Nahrung bieten. „Es kommt nicht darauf an, woher eine Pflanze kommt, sondern was sie für die Insekten leistet“, so Joedecke.

Bei der TOP 20-Liste der besten Bestäuberpflanzen wurden in einem Versuch sehr unterschiedliche Gattungen festgestellt. Die Arten waren ausgeglichen heimisch und nicht heimisch. Die Attraktivität von Pflanzen für Bestäuber hängt dabei vor allem davon ab, ob Pollen oder Nektar geboten und für die Tiere erreichbar sind. Wie gut eine Pflanze dann beflogen wird, hängt u.a. von der Blütenanzahl ab, aber auch wesentlich von der Umgebung. Dieselbe Lavendelart wird beispielsweise bei unterschiedlicher Umgebung unterschiedlich stark und von verschiedenen Bestäubergruppen angeflogen. Die unterschiedliche Attraktivität von Pflanzen für Honigbienen, Wildbienen, Fliegen und Schmetterlinge kann gezielt bei Pflanzungen ausgleichend eingesetzt werden. Eine Übersicht über spezielle Zuflugwerte auf Arten und Sorten kann unter lvg-sortenfinder.de eingesehen werden.

Dr. Mathias Lohr von der TH Ostwestfalen-Lippe erläuterte, wie mit energiereichem Nektar, eiweißreichen Pollen, Öl, Nistmaterial, Brut- und Schlafplätzen Pflanzen Bestäuberinsekten belohnen. Aktuell findet aber ein dramatischer Faunenwechsel statt: Zahlreiche Insektenarten sind vom Aussterben bedroht oder zumindest regional schon ausgestorben, andere profitieren vom Klimawandel und breiten sich stärker aus, wie die Skabiosen-Furchenbiene (Halictus scabiosae), erklärte Lohr. Auf einzelne Pflanzenarten spezialisierte Insekten reagierten teilweise flexibel auf das sich ebenfalls ändernde Nahrungsangebot. So nutze die Knautien-Sandbiene nun nicht nur die heimische Knautia arvensis, sondern auch die Knautia macedonia als Pollenspender. Oft ist für das Überleben einer Art auch nicht nur die Bienenweide existentiell. Die Natternkopf-Mauernbiene benötigt beispielsweise in der Nähe der Futterpflanze auch Totholz zum Nisten. (ZVG/BdS)

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