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Krieg in der Ukraine
Der seit 2014 andauernde und vor Kurzem eskalierte Konflikt in der Ukraine wirkt sich auf alle Teile unserer Gesellschaft und Wirtschaft aus. Auch der Gartenbau, Obst- und Gemüseerzeuger, Importeure, Maschinenhersteller und viele weitere Bereiche der Grünen Branche spüren die Auswirkungen des Krieges. Einige europäische und internationale Unternehmen unterstützen solidarisch die Ukraine und die vielen tausende Flüchtenden Menschen, die Anderenorts Schutz suchen.
Hinweis der Redaktion: In diesem Dossier finden Sie gesammelte Meldungen von Unternehmen, Organisationen oder anderen Akteuren, die im Zusammenhang mit dem bewaffneten Konflikt ihre Auswirkungen feststellen oder ihre Reaktion darstellen.
Nachrichten zum Ukraine-Krieg
BBV: "Schluss mit rücksichtslosen Rabatten!"
Deutsche Supermärkte werben gerne und oft mit billigen Lebensmitteln. Bei einem Treffen im Kanzleramt wollen Angela Merkel und Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner am Montag mit Vertretern der vier großen Konzerne Edeka, Aldi, Rewe und Lidl über ihre Marktmacht und die, für die Landwirtschaft zum Teil ruinöse Preispolitik sprechen. „Künftig gehören vorrangig regionale Lebensmittel in die Ladenregale – und zwar zu Preisen, die zu den hohen Standards unserer Produkte passen“, fordert Bauernpräsident Walter Heidl.
Ein Vorrang für regionale Erzeugnisse bringe Vorteile für Verbraucher, Handel, Landwirtschaft und Umwelt gleichermaßen, denn „die Arbeit der bayerischen Bäuerinnen und Bauern erfüllt weltweit höchste Standards in Sachen Umwelt- und Klimaschutz und Tierwohl. Unsere Lebensmittel sind frisch, sie stehen für kurze Wege und regionale Kreisläufe“, so Heidl. „Diese Qualität erfordert einen angemessenen Preis. Die Handelskonzerne haben hier und jetzt zwei Möglichkeiten: Entweder sie machen weiter wie bisher und ruinieren mit ihrer Preisschlacht unsere bäuerliche Landwirtschaft. Oder sie nehmen ihre Verantwortung endlich ernst und werden zu einem verlässlichen Partner für eine regionale Lebensmittelerzeugung.“
Edeka, Aldi, Rewe und Lidl haben inzwischen eine dominierende Stellung auf dem deutschen Lebensmittelmarkt übernommen und kontrollieren über 85% des Marktvolumens. Das Bundeskartellamt als zuständige Bundessbehörde hat in einer Sektoruntersuchung bereits 2014 festgestellt, dass die Konzerne ihre Marktmacht bei der Beschaffung ausnutzen. „Fast sechs Jahre ist nichts passiert“, kritisiert Heidl und fordert: „Es muss endlich Schluss sein mit dem gnadenlosen Preiskampf auf dem Rücken der Bauern und den rücksichtslosen Rabattaktionen. Um unsere Landwirtschaft und unsere Umwelt zu schützen, dürfen Lebensmittel nicht länger zum Schnäppchenpreis verramscht werden!“
Einen wichtigen Schritt auf diesem Weg stellt die EU-Richtlinie zu „Unlauteren Handelspraktiken in der Lebensmittelkette“ (UTP) aus dem April 2019 dar. „Um Bauern, Verbraucher und unsere Umwelt vor den Auswirkungen der Preispolitik der Handelskonzerne zu schützen, muss diese Richtlinie in Deutschland jetzt schnellstmöglich umgesetzt werden“, sagt Heidl und zeigt sich gleichzeitig gesprächsbereit: „Lebensmittelhandel und Landwirtschaft können und müssen gemeinsam an Standards arbeiten, die auf den Feldern und im Stall umsetzbar sind, im Handel funktionieren und dem Verbraucher einen echten Mehrwert liefern.“ (bbv)

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