Krieg in der Ukraine

Der seit 2014 andauernde und vor Kurzem eskalierte Konflikt in der Ukraine wirkt sich auf alle Teile unserer Gesellschaft und Wirtschaft aus. Auch der Gartenbau, Obst- und Gemüseerzeuger, Importeure, Maschinenhersteller und viele weitere Bereiche der Grünen Branche spüren die Auswirkungen des Krieges. Einige europäische und internationale Unternehmen unterstützen solidarisch die Ukraine und die vielen tausende Flüchtenden Menschen, die Anderenorts Schutz suchen.

Hinweis der Redaktion: In diesem Dossier finden Sie gesammelte Meldungen von Unternehmen, Organisationen oder anderen Akteuren, die im Zusammenhang mit dem bewaffneten Konflikt ihre Auswirkungen feststellen oder ihre Reaktion darstellen.

Nachrichten zum Ukraine-Krieg

Bayern: Kartoffelernte 2026

Nach einem von Trockenheit und Hitze geprägten Anbaujahr rechnen der Bayerische Bauernverband (BBV) und die Erzeugergemeinschaften für Qualitätskartoffeln in Bayern mit einer unterdurchschnittlichen Kartoffelernte 2026 - mit teils großen örtlichen Unterschieden.

2026 sank die Anbaufläche in Bayern um rund 4% auf etwa 37.400 Hektar. Bild: GABOT.

Anbaujahr 2026: Guter Start, schwieriger Sommer

Die Pflanzung verlief zwischen Ende März und Ende April unter guten Bedingungen, örtlich sorgten Spätfröste für Schäden am Kraut. Trotz zunehmender Trockenheit im Mai entwickelten sich die Bestände zunächst gut; Niederschläge Anfang Juni brachten kräftige Laubentwicklung und guten Knollenansatz. Die extreme Hitze ab Ende Juni stoppte das Wachstum, vielerorts fehlte zudem etwa die Hälfte der üblichen Niederschläge. In einer Umfrage bewerteten die Betriebe rund ein Drittel der bayerischen Bestände nur mit mangelhaft bis ungenügend. In Schwaben und im fränkischen Knoblauchsland kam es zudem zu größeren Hagelschäden. Je nach punktuellen Regenfällen und Bewässerungsmöglichkeit schwankt die Lage örtlich stark. „Wir rechnen mit kleineren Knollengrößen sowie spürbaren Ertrags- und Qualitätseinbußen", sagt BBV-Pflanzenbaupräsident Hermann Greif. 

Anbau in Bayern: gesunkene Flächen, hohe Kosten und Schädlingsdruck

2026 sank die Anbaufläche um rund 4% auf etwa 37.400 Hektar. Betroffen waren vor allem Verarbeitungs- und Speisekartoffeln, während die Fläche für Stärkekartoffeln zulegte. Schwerpunkte des bayerischen Kartoffelanbaus sind Ober- und Niederbayern sowie die Oberpfalz und Schwaben. Neben den klimatischen Extremen bleibt die Schilf-Glasflügelzikade als Überträgerin von Stolbur und SBR eine ernste Bedrohung für den bayerischen Kartoffelanbau. Der amtliche Warndienst rief heuer für 40 Landkreise und zwölf kreisfreie Städte auf, mit Hotspots entlang der Donau und im Raum Würzburg. Hinzu kommen sprunghaft gestiegene Energie- und Düngemittelkosten, die zu Jahresbeginn auf niedrige Erzeugerpreise trafen.

Kartoffelmarkt ausgeglichen

Nach einer überdurchschnittlichen Vorjahresernte, einem Überangebot und erheblichem Preis- und Vermarktungsdruck für die Erzeuger hatte die Landesvereinigung der Erzeugergemeinschaften ihren Mitgliedsbetrieben empfohlen, die Flächen zu reduzieren. „Uns ist wichtig, langfristig ein vernünftiges Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage zu halten", erklärt Konrad Zollner, Vorsitzender der Landesvereinigung der Erzeugergemeinschaften für Qualitätskartoffeln in Bayern. „Für Verbraucherinnen und Verbraucher ist die Versorgung mit heimischen Kartoffeln aktuell weiterhin gut. Die wirtschaftliche Situation vieler Kartoffelbetriebe bleibt aber angespannt."

Bewässerung sichert Ernten

Neue Pflanzenkrankheiten und Schädlinge, zunehmende Wetterextreme und geopolitische Verwerfungen erfordern ein komplexes Paket ackerbaulicher, politischer und züchterischer Maßnahmen. „Gerade bei der Zikade zeigt Bayern schon jetzt, was möglich ist, wenn Politik, Forschung und Praxis an einem Strang ziehen", so Hermann Greif. „Um unsere Ernten zu sichern, müssen wir aber auch über Bewässerung sprechen. Die Landwirtschaft hat nur einen kleinen Anteil an der gesamten Wassernutzung, braucht hier aber dringend bessere Planungssicherheit. Dabei geht es nicht um Luxus, sondern um die Sicherung unserer Grundversorgung."

Neuen Kommentar schreiben

Kommentare (0)

Bisher sind keine Kommentare zu diesem Artikel erstellt worden.