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Krieg in der Ukraine
Der seit 2014 andauernde und vor Kurzem eskalierte Konflikt in der Ukraine wirkt sich auf alle Teile unserer Gesellschaft und Wirtschaft aus. Auch der Gartenbau, Obst- und Gemüseerzeuger, Importeure, Maschinenhersteller und viele weitere Bereiche der Grünen Branche spüren die Auswirkungen des Krieges. Einige europäische und internationale Unternehmen unterstützen solidarisch die Ukraine und die vielen tausende Flüchtenden Menschen, die Anderenorts Schutz suchen.
Hinweis der Redaktion: In diesem Dossier finden Sie gesammelte Meldungen von Unternehmen, Organisationen oder anderen Akteuren, die im Zusammenhang mit dem bewaffneten Konflikt ihre Auswirkungen feststellen oder ihre Reaktion darstellen.
Nachrichten zum Ukraine-Krieg
Bayern: Kaniber kündigt Indoorfarm an
Die Nahrungsmittelerzeugung kommt in die Städte. Nicht nur Urban Gardening wird immer beliebter, auch das Thema Urban Farming nimmt an Bedeutung zu. Die Nahrungsmittelproduktion findet beim Urban Farming nicht mehr auf dem Acker statt, sondern an Hausfassaden, auf Dächern oder in ausgedienten Lagerhallen. Mit Hilfe von mehreren übereinander angeordneten Beeten, sogenannten „LED-Mehrlagen-Kulturräumen“ kann auf engem Raum, unabhängig vom Sonnenlicht, viel angebaut werden. So kann auch in dicht besiedelten urbanen Bereichen ein effizienter Pflanzenbau betrieben werden. „Wenn wir an die Landwirtschaft der Zukunft denken, müssen wir offen sein für neue Konzepte. Mit der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG) haben wir ausgewiesene Experten, die sich diesem Themenkomplex annehmen. Wir werden Möglichkeiten erarbeiten, wie unsere bayerischen Landwirtinnen und Landwirte von diesen Anbauverfahren profitieren können. Dafür richten wir eine spezielle Indoorfarm ein“, so Bayerns Landwirtschaftsministerin im Nachgang an ihre Regierungserklärung. Der Standort dieser „Indoorfarm“ soll an der LWG entstehen. Für die genauere Umsetzung läuft nun die Planungsphase an.
Bereits 2019 hat die LWG einen LED-Mehrlagen-Kulturraum in Betrieb genommen. Durch eine optimierte Licht- und Wärmenutzung, kann dort besonders ressourcenschonend gewirtschaftet werden. Außerdem hilft das geschlossene System durch ein höheres Hygieneniveau dabei, Pflanzenschutzmaßnahmen zu reduzieren. „Es wird möglich, quasi unter sterilen und umweltunabhängigen Bedingungen Pflanzen zu kultivieren. Gleichzeitig benötigt der Anbauer weniger Fläche. Nun müssen wir Produktionsverfahren entwickeln, die diese Mehrlagen-Kulturräume effektiv mit Gewächshäusern kombinieren“, so die Ministerin weiter.
Mittlerweile gibt es schon Verfahren, die komplett auf Erde als Grundsubstrat verzichten. Mit diesem bodenunabhängigen Pflanzenbau, wie der Deep-Water- oder der Substrat-Kultur kann Gemüse unter immer gleichbleibenden Bedingungen produziert werden. Etabliert ist die Kultivierung von Tomaten, Gurken oder Paprika auf Substraten wie Perlit oder Kokosfaser. „Mir ist bewusst, dass diese Verfahren für viele unserer landwirtschaftlichen Betriebe aktuell neu und ungewohnt sind, aber es gibt bereits erste erfolgreiche Konzepte in der Praxis. Unabhängig von der Jahreszeit hochwertiges regionales Gemüse zu produzieren und gleichzeitig weniger Wasser zu verbrauchen, weniger Nitrat auszutragen oder Pflanzenschutzmittel anzuwenden, das sind faszinierende Perspektiven, die wir im Auge behalten sollten“, so die Ministerin. (StMELF)

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