Krieg in der Ukraine

Der seit 2014 andauernde und vor Kurzem eskalierte Konflikt in der Ukraine wirkt sich auf alle Teile unserer Gesellschaft und Wirtschaft aus. Auch der Gartenbau, Obst- und Gemüseerzeuger, Importeure, Maschinenhersteller und viele weitere Bereiche der Grünen Branche spüren die Auswirkungen des Krieges. Einige europäische und internationale Unternehmen unterstützen solidarisch die Ukraine und die vielen tausende Flüchtenden Menschen, die Anderenorts Schutz suchen.

Hinweis der Redaktion: In diesem Dossier finden Sie gesammelte Meldungen von Unternehmen, Organisationen oder anderen Akteuren, die im Zusammenhang mit dem bewaffneten Konflikt ihre Auswirkungen feststellen oder ihre Reaktion darstellen.

Nachrichten zum Ukraine-Krieg

Baumarktbranche: Inflation macht sich bemerkbar

Die Baumarktbranche zeigt trotz schwieriger Lage und schlechter Vergleichbarkeit eine hohe Stabilität.

Der Lockdown im Vorjahreszeitraum beeinflusst die absolute Vergleichbarkeit. Bild: GABOT.

Auch wenn die Zahlen derzeit im 'grünen Bereich' sind: Normal, wie eigentlich mit dem Rückzug der Corona-Pandemie erhofft, ist in diesem Jahr nichts. Die von Russland ausgelösten Kriegswirren lösen Verteuerungen bei Energie und in nahezu allen Konsumbereichen in bislang ungekannter Höhe aus. Das schlägt den Verbraucherinnen und Verbrauchern laut GfK-Konsumklimaindex deutlich auf die Stimmung, auch wenn der Abwärtstrend aktuell vorerst gestoppt scheint. Dies betrifft auch die DIY-Branche, die sich aber als kompetenter Anbieter für nahezu alle Produkte rund um Dämmung, Reparatur und Energiesparen erneut als erster Ansprechpartner der Menschen positionieren kann und somit – hoffentlich dauerhaft – von Einbrüchen wie in anderen Branchen spürbar verschont bleibt.

In Zahlen: Nach neun Monaten im Jahr 2022 weisen die Bau- und Gartenfachmärkte in Deutschland ein Plus von +10,5% (auf gleicher Fläche von +9,8%) aus, dies bei einem Umsatz von 17,02 Mrd. Euro. Diese Steigerung ist allerdings auch dem Vergleich mit dem Vorjahreszeitraum zuzuschreiben, in dem die ersten vier Monate von Gesamt- bzw. Teil-Lockdowns betroffen waren. Aussagekräftiger scheint da die Gegenüberstellung der 3. Quartale: Hier wächst die Branche in Deutschland um +2,3%, auf gleicher Fläche um +1,6%.

Nicht unähnlich sieht es derzeit in Österreich aus: Zum Dreivierteljahr stehen dort Umsätze von 2,45 Mrd. Euro zu Buche, was einer Steigerung von +2,5% entspricht.

Eher atypische Werte weisen auch die Schweizer Branchenmärkte auf. Bei einem Gesamtumsatz von 2,86 Mrd. CHF sinken die Werte um -6,6% (auf gleicher Fläche um -5,0%). Dies sind ebenfalls Auswirkungen von Lockdown-Phasen, die dem Schweizer Einzelhandel allerdings in 2021 enorme Zuwächse bescherten, also - da zeitversetzt - umgekehrte Effekte bewirken.

„Gemessen an den immensen Herausforderungen, denen die Bau- und Gartenfachmärkte im Augenblick ausgesetzt sind, bewegen sich die Umsätze auf einem guten Niveau. Natürlich schlagen sich auch hier die bei vielen Produktbereichen deutlich gestiegenen Preise nieder, aber Abstürze wie in anderen Konsumbereichen müssen wir glücklicherweise derzeit nicht verzeichnen. Dennoch steht auch die DIY-Branche vor einem ungewissen Winter und muss drastisch verteuerte Betriebs- und Energiekosten verkraften“, betont BHBHauptgeschäftsführer Dr. Peter Wüst. Dies auch, wenn die Bau- und Gartenfachmärkte schon seit einiger Zeit in Sachen Energieeffizienz und Einsparpotenzialen (namentlich durchgehende LED-Beleuchtung, Optimierung der bestehenden Heizanlagen, Einsatz großer Dach-Photovoltaik-Flächen etc.) deutlich nachrüsten.

Der Blick auf die Sortimente spiegelt diesen Eindruck wider: Im messbar rückläufigen Bereich finden sich in Deutschland mit Gartenmöbeln (-3,8%), Holz (-3,2%) und Gartenausstattung (-0,1%) aber lediglich drei Sortimentsbereiche. Mit Automotive (+46,9%, enthält Produkte wie Treibstoffe, -aufbewahrung, Schmiermittel, Öle aber auch Autopflegeprodukte etc.) und Heizung/Sanitär (+34,4%) als „Ausreißer nach oben“ wird deutlich, dass sich die Menschen im Angesicht der Preisentwicklung dementsprechend eindecken. Auch die Sortimente rund ums Renovieren (Stichwort Energetisches Sanieren) entwickeln sich zweistellig positiv. Ein Trend, der sich übrigens auch in Österreich ( +17,4% bei Sanitär/ Heizung) ähnlich abbildet.

„Grundsätzlich wird es für die Branche sehr darauf ankommen, den Menschen intensiv zu erklären, dass wir mit unseren Produkten und Services helfen, ihr Zuhause winter- und krisenfest zu machen und somit auch auf diesem Sortimentssektor kompetente Ansprechpartner sind und bleiben“, so Wüst. Dies gehörte auch zu den zentralen Aussagen des BHB-Kongresses, der sich explizit mit dieser Thematik befasste.

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