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Krieg in der Ukraine
Der seit 2014 andauernde und vor Kurzem eskalierte Konflikt in der Ukraine wirkt sich auf alle Teile unserer Gesellschaft und Wirtschaft aus. Auch der Gartenbau, Obst- und Gemüseerzeuger, Importeure, Maschinenhersteller und viele weitere Bereiche der Grünen Branche spüren die Auswirkungen des Krieges. Einige europäische und internationale Unternehmen unterstützen solidarisch die Ukraine und die vielen tausende Flüchtenden Menschen, die Anderenorts Schutz suchen.
Hinweis der Redaktion: In diesem Dossier finden Sie gesammelte Meldungen von Unternehmen, Organisationen oder anderen Akteuren, die im Zusammenhang mit dem bewaffneten Konflikt ihre Auswirkungen feststellen oder ihre Reaktion darstellen.
Nachrichten zum Ukraine-Krieg
Baden-Württemberg: Japankäfer vor den Toren
Der Japankäfer ist in der Europäischen Union als prioritärer Unionsquarantäneschädling eingestuft. Adulte Käfer können starke Fraßschäden insbesondere an Apfelbäumen, Steinobstbäumen, Erdbeeren, Garten- und Sojabohnen, Mais, Weinreben, Rosen, aber auch an vielen anderen Strauch- und Baumarten anrichten. Die Engerlinge des Käfers ernähren sich überwiegend von Graswurzeln und zerstören bei massivem Auftreten Rasenflächen, Wiesen und Weiden.
Der Eidgenössische Pflanzenschutzdienst vermutet, dass der Mitte Juli in einer Pheromonfalle in der Nähe des Baseler Güterbahnhofs gefangene männliche Japankäfer als „blinder Passagier“ aus dem Befallsgebiet um den Lago Maggiore in das circa 250 km entfernte Basel gelangt ist. Momentan wird abgeklärt, ob es sich um einen Einzelfund oder tatsächlich um einen Befall mit dem Japankäfer handelt. Bei einem Befall müssen gezielte Maßnahmen ergriffen werden, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern und den Japankäfer in dem betroffenen Gebiet nach Möglichkeit zu tilgen. Dazu gehören neben Einschränkungen beim Pflanzentransport auch Bekämpfungsmaßnahmen wie zum Beispiel der Einsatz von engmaschigen Netzen, Insektiziden, parasitischen Nematoden und entomopathogenen Pilzen. Die Chance auf eine vollständige Tilgung ist umso größer, je früher der Japankäfer gefunden wird.
Durch das Auftreten des Japankäfers im grenznahen Gebiet ist der Pflanzenschutzdienst in Baden-Württemberg alarmiert. Besonders hoch ist nach Angaben von Dr. Mühleisen das Risiko einer Einschleppung aus dem Befallsgebiet um den Lago Maggiore durch den Reise- und Warenverkehr über die Verkehrsadern am Oberrhein oder die Autobahnverbindungen am Bodensee. Der Pflanzenschutzdienst Baden-Württemberg überwacht bereits seit mehreren Jahren gezielt Pflanzenbestände an Risikostandorten. Dazu werden Pheromonfallen aufgehängt, die den Käfer während seiner Flugzeit von Ende Mai bis September anlocken. Diese Überwachung wird nun im Grenzgebiet und an den Verkehrsadern intensiviert.
Das LTZ Augustenberg ruft dazu auf, den Pflanzenschutzdienst zu unterstützen und verdächtige Käfer zu melden. Erwachsene Japankäfer sind ca. 1 cm groß und ähneln in ihrem Aussehen den heimischen Gartenlaubkäfern sowie Mai- und Junikäfern. Im Unterschied zu ihnen besitzt der Japankäfer aber fünf weiße Haarbüschel an jeder Hinterleibsseite und zwei weiße Haarbüschel am letzten Abdominalsegment. Außerdem schimmert das Halsschild des Japankäfers auffällig grün-metallisch. Das LTZ Augustenberg bittet, Käfer mit diesen Merkmalen zu fangen, einzufrieren und ein Foto unter Angabe des Fundortes per E-Mail an pflanzenschutz-insekten@ltz.bwl.de zu senden. (LTZ)

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