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Krieg in der Ukraine
Der seit 2014 andauernde und vor Kurzem eskalierte Konflikt in der Ukraine wirkt sich auf alle Teile unserer Gesellschaft und Wirtschaft aus. Auch der Gartenbau, Obst- und Gemüseerzeuger, Importeure, Maschinenhersteller und viele weitere Bereiche der Grünen Branche spüren die Auswirkungen des Krieges. Einige europäische und internationale Unternehmen unterstützen solidarisch die Ukraine und die vielen tausende Flüchtenden Menschen, die Anderenorts Schutz suchen.
Hinweis der Redaktion: In diesem Dossier finden Sie gesammelte Meldungen von Unternehmen, Organisationen oder anderen Akteuren, die im Zusammenhang mit dem bewaffneten Konflikt ihre Auswirkungen feststellen oder ihre Reaktion darstellen.
Nachrichten zum Ukraine-Krieg
Aus der Forschung in die Praxis: Drei EIP-Projekte mit ATB-Beteiligung gefördert
Brandenburgs Agrarminister Jörg Vogelsänger übergab jetzt in Potsdam Förderbescheide für insgesamt acht weitere innovative Projekte in Brandenburgs Landwirtschaft und Gartenbau. Das Leibniz-Institut für Agrartechnik und Bioökonomie (ATB) ist an drei neuen operationellen Gruppen beteiligt. Die Vorhaben werden im Rahmen der Europäischen lnnovationspartnerschaft „Landwirtschaftliche Produktivität und Nachhaltigkeit" (EIP-AGRI) gefördert.
Europäische Innovationspartnerschaften zur Verbesserung der landwirtschaftlichen Produktivität und Nachhaltigkeit (EIP-AGRI) sind Förderinstrumente der Europäischen Union. Die Zusammenarbeit von Landwirten, Wissenschaftlern, Beratern und Verbänden in sogenannten operationellen Gruppen soll dazu beitragen, dass den Landwirten Forschungsergebnisse schneller und in angepasster Form zur Verfügung stehen. Das ATB ist an drei EIP-Vorhaben im Rahmen der zweiten Förderrunde beteiligt. In enger Zusammenarbeit mit Praxispartnern werden sich ATB-Wissenschaftler im Laufe der nächsten vier bis fünf Jahre der Umsetzung nachhaltigen Bodenmanagements („Gärprodukte zur Verbesserung der Stallhaltung und der Bodenstruktur“ und „Präzise Kalkung in Brandenburg - pH BB“) sowie Fragen der „Bewertung des optimalen Fruchtbehangs bei Kern- und Steinobst – PRIMEFRUIT“ widmen.
Im Projekt PRIMEFRUIT geht es um die Bestimmung der Ertragskapazität bei Kern- und Steinobst. Die im Brandenburger Erwerbsobstbau erreichten Fruchtgrößen sind häufig nicht ausreichend, um entsprechend der Handelsnorm vermarktet zu werden. Mit Hilfe von Richtwerten für den Fruchtbehang am Baum ließen sich verbesserte Fruchtgrößen und Geschmackseigenschaften sowie ein kontinuierlicher Ertrag erzielen.
ATB-Wissenschaftlerin Prof. Dr. Manuela Zude-Sasse, die das Projekt PRIMEFRUIT koordiniert, erläutert: „Um den optimalen Fruchtbehang berechnen zu können, erheben wir bei Kernobst räumlich aufgelöste Daten zur Wachstumskapazit. Wir erfassen das Triebwachstum und die Blattfläche der Bäume flächendeckend mit automatisierbaren Laserscannern. Die Daten werden georeferenziert und für unterschiedliche Böden bewertet. Das ermöglicht, für Brandenburger Standorte mittlere Ertragskapazitäten zu bestimmen und eine Zielgröße für den optimalen Fruchtbehang zu ermitteln.“ Ein weiteres Verfahren soll bei Apfel, Süßkirsche und Pflaume auf Grundlage der Fruchtatmungsraten entwickelt werden. „Letztlich geht es um das optimale Blatt-Frucht-Verhältnis, das wir für Empfehlungen zur Blütenausdünnung nutzen können“, so Zude-Sasse. Die Zusammenarbeit der Forschungspartner ATB und Humboldt-Universität zu Berlin (Agrarklimatologie) mit fünf Brandenburger Obstbaubetrieben im Rahmen des Projektkonsortiums soll eine praktikable und schnelle Umsetzung dieser innovativen Ansätze zur Produktion von qualitativ hochwertigen Früchten in der Praxis gewährleisten. „In diesem Projekt wie auch in dem bereits in der ersten Förderrunde gestarteten EIP-Projekt „Aqua C+“ können wir auf wissenschaftlichen Erkenntnissen aufsetzen, die wir im Rahmen internationaler Forschungszusammenarbeit in den konzeptionell angelegten ERA-Net Projekten „3D-Mosaic“ und „USER-PA“ erarbeitet haben. Die aktuellen EIP-Projekte sind ein ideales Instrument, dieses Wissen in die Praxis zu überführen“, so Zude-Sasse. Auf der Expertise des ATB im Bereich Biokohle gründet das Projekt „Gärprodukte zur Verbesserung der Stallhaltung und der Bodenstruktur“. Durch Pyrolyse von Gärresten aus Biogasanlagen kann Pflanzenkohle hergestellt werden, die in Milchviehställen als Beimengung zum Einstreu Emissionen mindern und zur Fixierung von Stickstoff und Feuchtigkeit beitragen soll. Ausgebracht auf das Feld soll der mit Pflanzenkohle aufgewertete Wirtschaftsdünger zu einer natürlichen Ertragssteigerung führen. Neben dem Koordinator B3 Projektbetreuung Plöchl & Frenzel GbR, Potsdam, sind vier landwirtschaftliche Betriebe, Hersteller von Pflanzenkohle und das ATB Partner im Projekt. „Präzise Kalkung in Brandenburg - pH BB“ will das Management der Bodenazidität in Brandenburger Betrieben verbessern. In Brandenburg kommt es auf 74 % der Flächen zu Ertragsminderungen und Verschlechterungen der Bodenfruchtbarkeit durch zu hohe oder zu niedrige pH-Werte. Mithilfe mobiler Bodensensoren sollen wichtige Bodeneigenschaften schnell, kostengünstig und kleinräumig erfasst sowie Methoden zur Verarbeitung der Kartierungsdaten und Ableitung von Düngungsempfehlungen entwickelt werden. Ziel sind praktikable Lösungen zur teilflächenspezifischen Düngung, die den Einstieg in die Präzisionskalkung erleichtern. Neben der koordinierenden Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde (HNEE) und den Leibniz-Instituten für Agrartechnik und Bioökonomie (ATB) und Gemüse- und Zierpflanzenbau Großbeeren/Erfurt e.V. (IGZ) sind fünf Praxispartner am Projekt pH BB beteiligt.
EIP-AGRI wird in Deutschland in 12 Förderregionen umgesetzt. Das für Brandenburg und Berlin zur Verfügung stehende EU-Fördermittelvolumen beträgt in der aktuellen EU-Förderperiode (01.01.2014 - 31.12.2020) 20,46 Mio. Euro und wird mit 5,12 Mio. Euro durch die Länder Brandenburg und Berlin kofinanziert.

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