Krieg in der Ukraine

Der seit 2014 andauernde und vor Kurzem eskalierte Konflikt in der Ukraine wirkt sich auf alle Teile unserer Gesellschaft und Wirtschaft aus. Auch der Gartenbau, Obst- und Gemüseerzeuger, Importeure, Maschinenhersteller und viele weitere Bereiche der Grünen Branche spüren die Auswirkungen des Krieges. Einige europäische und internationale Unternehmen unterstützen solidarisch die Ukraine und die vielen tausende Flüchtenden Menschen, die Anderenorts Schutz suchen.

Hinweis der Redaktion: In diesem Dossier finden Sie gesammelte Meldungen von Unternehmen, Organisationen oder anderen Akteuren, die im Zusammenhang mit dem bewaffneten Konflikt ihre Auswirkungen feststellen oder ihre Reaktion darstellen.

Nachrichten zum Ukraine-Krieg

Abdrift unbedingt vermeiden!

Pflanzenschutz: Aufruf von Friedhelm Decker und Josef Klein an alle Gärtner und Landwirte.Der Präsident des Rheinischen Landwirtschafts-Verbandes, Friedhelm Decker, und der Präsident des Provinzialverbandes Rheinischer Obst- und Gemüsebauer, Josef Klein, haben alle rheinischen Landwirte mit großem Nachdruck aufgerufen, beim Einsatz von Pflanzenschutzmitteln eine Abdrift auf benachbarte Schläge unbedingt zu vermeiden. Hierzu seien die gesetzlichen Vorschriften zur Abdriftminderung unbedingt einzuhalten. Decker und Klein appellieren dringend, Pflanzenschutzmittel nur bei weitgehender Windstille auszubringen. Sofern abdriftmindernde Technik zur Ausbringung von Pflanzenschutzmitteln zur Verfügung stehe, sei dieser einzusetzen. Soweit nicht geschehen, sollte auf abdriftarme Technik umgestellt werden.

 

Zur Begründung verweisen die Präsidenten darauf, dass im Obst- und Gemüsebau wie in der allgemeinen Landwirtschaft Lebensmittel zur menschlichen Ernährung erzeugt werden. Die Ansprüche der Verbraucher an diese Lebensmittel seien zu Recht hoch. Als Produzenten würden Landwirte und Gärtner diesen Ansprüchen gerecht. Obst und Gemüse seien frische und gesunde Nahrungsmittel. Diese Tatsache sei breit im Bewusstsein der Verbraucher verankert. Dies dürfe nicht durch Negativmeldungen in Frage gestellt werden.

 

Nach Auffassung von Decker und Klein könnten Meldungen über den Einsatz von nicht erlaubten Pflanzenschutzmitteln oder Überschreitungen der in Deutschland zulässigen Rückstandshöchstmenge – wie zuletzt durch Greenpeace – dazu führen, das Vertrauen der Verbraucher in die deutsche Obst- und Gemüseproduktion zu erschüttern. In einigen Fällen seien in Obst und Gemüse nicht zugelassene Pflanzenschutzmittel nachgewiesen worden, stellen Decker und Klein fest. Die Erzeuger dieser Produkte beteuerten aber glaubhaft, den in dem Ernteprodukt gefundenen Wirkstoff nicht eingesetzt zu haben. Es sei unter Umständen möglich, dass der Wirkstoff durch Abdrift von einem benachbarten Schlag auf die Obst- und Gemüsekultur eingetragen wurde, betonen die Präsidenten. In diesem Zusammenhang sei dringend zu beachten, dass viele für den Ackerbau zugelassene Pflanzenschutzmittel in Obst- und Gemüsekulturen nicht zugelassen seien. Würden Rückstände dieser Pflanzenschutzmittel in diesen Kulturen ermittelt, gehe der Verdacht nahe, dass der Obst- und Gemüseerzeuger die Mittel illegal eingesetzt habe. Dies gelte es unbedingt zu verhindern.

 

Decker und Klein bitten deshalb alle Landwirte und Gärtner dringend, alle möglichen Maßnahmen zur Vermeidung einer Abdrift von Pflanzenschutzmitteln auf benachbarten Schlägen einzusetzen, um die Kulturen der Nachbarschläge nicht in ihrer Vermarktungsfähigkeit zu beeinträchtigen. Sie weisen darauf hin, dass Berufskollegen, die die Nachbarschläge bewirtschafteten, im Falle von Rückständen von nicht zugelassenen Pflanzenschutzmitteln in den Ernteprodukten in existenzielle Schwierigkeiten geraten könnten. Die Präsidenten bitten deshalb abschließend um Unterstützung und berufständische Solidarität. (RLV)

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