Im Interview: Gabriele Haufe

Gabriele Haufe ist Hallengestalterin und Kuratorin der Buga Mannheim 2023.

Gabriele Haufe, Hallengestalterin und Kuratorin. Bild: Deutsche Bundesgartenschau-Gesellschaft.

Sie sind Kuratorin aller Blumenhallenschauen der BUGA Mannheim 2023 – und da hatten Sie noch Kapazitäten, selber eine zu gestalten?

Das wollte ich mir zusammen mit der Floristmeisterschule Stuttgart Hohenheim, wo ich unterrichte, nicht nehmen lassen! Es gibt keine bessere Gelegenheit, unseren Berufsstand zu repräsentieren als eine Bundesgartenschau. Zumal wir ja erstmals eine eigene Floristikhalle haben.

Die Gelegenheit haben Sie bestens genutzt und für die Gestaltung nicht nur die Große Goldmedaille der Deutschen Bundesgartenschau-Gesellschaft, sondern von der Jury viele lobende Worte erhalten. Wie kamen Sie auf die Idee, das Thema Gefühle in den Mittelpunkt einer Hallenschau zu rücken?

Weil wir Florist*innen mit Blumen jede Gefühlslage ausdrücken können. Die Hallenschau ist so konzipiert, dass im vorderen Bereich eher die positiven Emotionen, im hinteren Bereich eher
negative Gefühle thematisiert werden. Die Besucher*innen sehen sich zwischendurch auch im Spiegel und können sich fragen „Wie geht es mir denn gerade?“

Das ist aber längt nicht die einzige Mitmachstation. Was haben Sie sich noch einfallen lassen?

Man kann sich auch mit Fragen wie „Was regt mich auf, was tut mir gut, wofür bin ich dankbar?“ befassen. Anhand verschiedener Werkstücke symbolisieren wir sowohl positive als auch negative Trigger, die sich auf unsere Gefühle auswirken. Manchmal reicht ja schon der Kaffee am Morgen, der nicht schmeckt, damit der ganze Tag in Scherben vor einem liegt. Oft ist es auch der eigenen Kritiker im Kopf, der für Stress sorgt. Dem haben wir wiederum fünf Werkstücke entgegengesetzt, die jedes für sich für eine Stressbewältigungsstrategie stehen und die Betrachter*innen können sich überlegen, welches ihre bevorzugte ist: Kochen, Musikhören, das Handy ausschalten oder sich einfach mal ins Gras auf eine Wiese legen. Letzteres war übrigens die bevorzugte Variante der zehn Techniker und zehn Floristmeister*innen, mit denen ich die Hallenschau gemeinsam aufgebaut habe.

Vielen Dank!

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