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Im Interview: Bernd Weilbrenner
Herr Weilbrenner, seit 1991 nehmen Sie ohne Unterbrechung an Bundesgartenschauen teil. Da ist die jetzt gewonnene Große Goldmedaille sicherlich nicht die erste, oder?
Wir haben in der Vergangenheit bereits einige Ehrenpreise und Große Goldmedaillen für unsere fleischfressenden Pflanzen gewonnen. Aber eine solche Auszeichnung freut uns jedes Mal aufs Neue und sie motiviert, weiter bei der BUGA mitzumachen. Diese Große Goldmedaille war insofern etwas Besonderes, weil wir noch nie so nah dran waren an einer Bundesgartenschau. Daher hatten wir auch sehr früh einen intensiven und sehr guten Kontakt, der auch dazu geführt hat, dass wir über die aktuelle Hallenschau hinaus im Spinelli-Park vertreten sind. Seit der Eröffnung befindet sich zwischen den beiden Hallenschauen im Außengelände eine dauerhafte Ausstellung mit fleischfressenden Pflanzen.
Was unterscheidet diese Ausstellung von der Präsentation in der Halle?
Dass die Pflanzen bei der Hallenschau von Floristen in Szene gesetzt werden, wodurch sie nochmal so gut zur Geltung kommen. Für „Wohin geht Deine Reise?“ haben wir Auswahl der Karnivoren zur Verfügung gestellt, die in unserem Betrieb aufgezogen werden. Auf über 3000 Quadratmeter Gärtnerei produzieren wir 600.000 Pflanzen pro Jahr.
Sie besetzten mit Ihrem Betrieb eine Nische. Wie kam es denn dazu?
Ich habe vor 40 Jahren mein Hobby zum Beruf gemacht. Dass wir in Deutschland der einzige Betrieb dieser Größenordnung für die Aufzucht fleischfressender Pflanzen werden würden, ahnte ich da natürlich noch nicht. Inzwischen sind auch meine Söhne Lukas und Philipp mit im Unternehmen, und nahezu jedes Gartencenter in Deutschland wird von Gartenbau Weilbrenner mit Karnivoren beliefert.
Was ist denn das Besondere an diesen Pflanzen? Sind sie schwierig in Aufzucht und Pflege?
Fleischfressende Pflanzen kommen in nahezu allen Ländern der Erde vor. Es handelt sich dabei um Sumpfpflanzen. Sie wollen es nass, am liebsten kalkfreies Regenwasser. In der Natur gibt es circa 1000 Arten. Wir züchten jedoch nur die Arten, der durchschnittliche Blumenliebhaber problemlos auf der Fensterbank oder im Garten halten kann. Einen besonderen grünen Daumen braucht es dafür nicht. Die Karnivoren wollen hell stehen und brauchen keinen Dünger. In der Natur wachsen sie auf wenig nährstoffreichen Böden und bilden daher sogenannte Fangblätter aus. Fallen, die zuschnappen, wenn Insekten vorbeikommen. In unserem Betrieb sind die Pflanzen natürlich gut versorgt, aber wenn sich mal eine Fliege ins Gewächshaus verirrt, dann hat sie verloren…
Vielen Dank!

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