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"1000 gute Gründe": Ein Hauch von Provence
Wer einmal durch die Lavendelfelder der Provence gewandert ist, vergisst diesen Anblick nie wieder: ein Meer aus zartvioletten Blüten, das sich bis zum Horizont erstreckt. Hinzu kommt der betörende Duft, der in der Luft liegt. Doch man muss nicht nach Südfrankreich reisen, man kann sich dieses Gefühl auch nach Hause holen. Das silbergraue Blattwerk, die aufrechten Blütenstände in Lila, Blauviolett oder Weiß und sein unverwechselbarer Duft machen Lavendel auch in unseren Gärten zu einem echten Highlight. Dazu ist er auch noch pflegeleicht und beliebt bei Bienen, Schmetterlingen und Co. 1000 gute Gründe, den mediterranen Klassiker einmal näher zu betrachten.
Jetzt an den Rückschnitt denken
Als Kind des Mittelmeerraums braucht Lavendel viel Sonne, wenig Wasser und keinen fetten Boden. Zu viel Fürsorge, insbesondere zu häufiges Gießen oder stehende Nässe, schadet ihm mehr als Trockenheit. Entscheidend für eine kompakte, langlebige Pflanze ist aber der Rückschnitt: Nach dem Verblühen sollte man die Stiele um etwa ein Drittel kürzen – hierzulande also etwa in der Zeit zwischen Ende Juli bis in den August. Schneidet man die Pflanze früh genug, kommt manchmal sogar noch eine zweite Blüte im Herbst. Noch wichtiger ist aber der Schnitt im Frühjahr. Wenn der schlimmste Frost vorbei ist, kann man die Pflanze um etwa zwei Drittel stutzen. Achtung: Nicht bis in den verholzten Teil schneiden.
Lavendel bevorzugt im Garten einen sonnigen, geschützten Platz, zum Beispiel an einer Südmauer. Doch man kann ihn sich auch gut direkt auf Terrasse oder Balkon holen. Die Pflanzenprofis der Initiative „Blumen – 1000 gute Gründe" empfehlen dafür den Schopflavendel: „Im Gegensatz zum klassischen Lavendel hat der Schopflavendel zusätzliche Scheinblüten, das heißt farbige Hochblätter über den echten Blüten. Damit bleibt die Pflanze noch länger schön – perfekt für die Sommerdekoration. Allerdings ist die Art leider nicht so winterhart." Bei der Pflanzung im Topf ist für jeden Lavendel gute Drainage besonders wichtig. Eine Schicht Kies am Boden des Pflanzgefäßes und sandiges Substrat schaffen die richtigen Bedingungen.
Vielseitige Verwendung
Lavendel ist nicht nur draußen im Beet oder Topf ein sommerliches Highlight. Mit einem getrockneten Bündel in einer schlichten Steinzeugvase bringt man einen Hauch Provence-Charme ins Zimmer. Dafür bindet man frisch geerntete Zweige zusammen, hängt sie kopfüber auf und lässt sie trocknen. Das Ergebnis hält sich bis zu einem Jahr und duftet dabei zuverlässig weiter. Der Duft soll sogar entspannend wirken und beim Einschlafen helfen. Zudem vertreibt Lavendel Motten aus dem Kleiderschrank und sorgt für Frische in der Garderobe. Zu diesem Zweck pflückt man die getrockneten Blüten von den Zweigen, füllt sie in dünne Stoffsäckchen und platziert sie im Schrank oder direkt am Bett.
Ob als einzelner Zweig in einem Glas Wasser, als gepflegter Busch vor dem Fenster oder als Duft, der durch die Wohnung zieht: Lavendel sorgt für mediterrane Gelassenheit. Wahrscheinlich ist er deshalb in einer Zeit enormer Beschleunigung so beliebt. Lavendel erinnert uns daran, dass das Schöne oft das Einfache ist.

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