- Startseite
- Mehr...
- Dossiers
- Hitzesommer 2018
- Bundesfachgruppe Obstbau: Sommertagung
Bundesfachgruppe Obstbau: Sommertagung
Traditionell wird die Sommertagung der Fachgruppe Obstbau im Bundesausschuss Obst und Gemüse jedes Jahr in einem anderen Anbaugebiet veranstaltet. Hier diskutieren Vorstand und Gäste vor Ort über aktuelle Entwicklungen und tauschen Erfahrungen aus. Gleichzeitig können sie sich einen Eindruck vom Obstanbau in der jeweiligen Region machen. In diesem Jahr fand die Sommertagung vom 10. bis 12. August in Weimar statt. Die zentralen Themen waren Saisonarbeitskräfte, Pflanzenschutz und die Möglichkeiten einer Mehrgefahrenversicherung im Obstbau.
Stefan Baldus, Staatssekretär im thüringischen Ministerium für Landwirtschaft, Naturschutz und Umwelt, gab einen Überblick über die politischen Rahmenbedingungen für den Obstbau in Thüringen. Dabei ging er besonders auf die problematische Situation bei der Verfügbarkeit von Saisonarbeitskräften und die anstehende Harmonisierung der Pflanzenschutzgesetzgebung in der EU ein.
Dr. Rainer Langner und Michael Lösche von der Vereinigten Hagelversicherung sowie Dr. Stephan Haverkamp von der Münchener Rückversicherung informierten über das Thema Mehrgefahrenversicherung und zeigten die Vorteile für den Obstbau auf. „Durch den Klimawandel wird es auch in Deutschland immer häufiger zu Schäden durch Naturereignisse, wie Hagel, Starkregen, Sturm, Dürre und Frost, kommen“, verdeutlichte Haverkamp. Bisher seien in Deutschland, im Gegensatz zu vielen anderen europäischen Staaten, aber nur Hagelschäden versicherbar. Soforthilfen des Staates deckten bei Naturkatastrophen aber immer nur einen kleinen Teil der Schäden ab. Deshalb sei eine Spezialversicherung notwendig, so Haverkamp weiter.
Die Bundesfachgruppen Obstbau und Gemüsebau haben gemeinsam mit der Vereinigten Hagelversicherung ein Eckpunktepapier für eine Mehrgefahrenversicherung erarbeitet, die an die spezifischen Bedürfnisse des Berufsstandes angepasst ist. Dr. Langner zeigte auf, wie über eine Mehrgefahren-Ernteversicherung für den deutschen Obstbau aktive Krisenprävention geleistet werden kann. „Wir müssen hier noch viel Überzeugungsarbeit leisten, damit wir die politische Ebene dazu bringen, die Förderung entsprechend anzupassen“, sagte Gerhard Kneib, Vorsitzender der Fachgruppe Obstbau, und forderte die Mitglieder des Vorstandes zu aktiver Mithilfe auf. Staatssekretär Baldus hatte in der Diskussion zuvor verdeutlicht, warum sein Bundesland, ebenso wie die Bundesregierung, dieser Entwicklung eher skeptisch gegenüberstehen und erklärte: „Es besteht auf politischer Ebene der Konsens, dass frühestens 2013 Änderungen an der bisherigen Förderungspraxis möglich sein werden“.
Bei der anschließenden Rundfahrt durch die Region wurden die Betriebe Triebe in Schöngleina und Geier in Lumpzig besucht, die ihre speziellen Anbaubedingungen vorstellten. Einen Überblick über neueste Entwicklungen im Obstanbau gab es bei der Führung von Monika Möhler durch die Obstanbauversuche an der Lehr- und Versuchsanstalt Gartenbau in Erfurt. (ZVG)

Kommentare (0)
Bisher sind keine Kommentare zu diesem Artikel erstellt worden.