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HSWT: Bayerische Erdbeertagung
Am 6. März 2012 fand die jährliche Erdbeertagung des Bayerischen Erwerbsobstbau-Verbandes e.V. mit Unterstützung der Forschungsanstalt für Gartenbau Weihenstephan (FGW) statt. Die Vorträge waren mit ca. 160 Teilnehmern sehr gut besucht. Im Rahmen einer Ausstellung bot die FGW eine Verkostung von schockgefrosteten Erdbeersorten an. Weitere Aussteller zeigten Produkte zum Thema Pflanzenvermehrung, Düngung, Verarbeitung und Verpackung.
Helmut Jäger, 1. Vorsitzender des Bayerischen Erwerbsobstbau-Verbandes, und Theo Däxl, Geschäftsführer des Bayerischen Bauernverbandes, übernahmen die Begrüßung der Gäste aus Deutschland und Österreich.
In diesem Jahr übernahm Wolfgang Ludwig, Kastanienhof Klingenberg-Röllfeld, den traditionellen "Rückblick auf 2011 und Herausforderungen für 2012" Der Kastanienhof ist ein traditionsreicher Betrieb mit Kern-, Stein- und Beerenobst, davon 8 ha Erdbeeranbaufläche sowohl im Freiland als auch unter Folie/Vlies. Die Hauptanbausorten im Betrieb Ludwig sind 'Darselect', 'Elsanta', 'Sonata' und 'Malwina', die größtenteils direkt vermarktet werden. Besondere Probleme gab es im vergangenen Jahr bei der Bekämpfung von Engerlingen im Bestand.
Der nächste Referent, Dipl.-Ing. agr. Klaus Schilling (FGW), sprach zum Thema "Sortenkarussel und Wetterkapriolen". Er gab eine Zusammenfassung der Sortenversuche an den drei Standorten Weihenstephan (FGW), Deutenkofen (Lehr- und Beispielbetrieb für Obstbau Deutenkofen) und Bamberg (LWG - ökologischer Gemüsebau Versuchsbetrieb Bamberg).
Am Standort Weihenstephan fand das Screening mit 95 Ausgangssorten sowie Zuchtnummern aus Europa statt. In Bamberg und Deutenkofen liefen parallel Feldversuche zum biologischen bzw. konventionellen Anbau. Erfolgreiche Züchtungen wurden dort in der 2. Prüfstufe getestet.
Leider dezimierten Blütenfröste Anfang Mai 2011 den handelsfähigen Ertrag um 34 %. Neue interessante Sorten sind, laut Schilling, 'Dely' (CIV Italien), 'Fenella' und 'Elegance' (Meiosis, Großbritannien), 'Felicita' (Niederlande), 'Joly' (CIV), 'Candora' und 'Sabrina' (Spanien).
Am Standort Deutenkofen wurden 13 Marktsorten in hohen Stückzahlen geprüft. Die Ergebnisse wurden allerdings von Standortbedingungen und auftretenden Spätfrösten beeinflusst. Als beste Sorten erwiesen sich in diesem Anbaujahr 'Alba', 'Sonata' und 'Malwina'.
Der Standort Bamberg bot gute Voraussetzungen für den biologischen Anbau ohne chemischen Pflanzenschutz. Hier überzeugte die neue italienische Sorte 'Sugar Lia'.
Die Fortführung des Projekts "Erdbeersorten für Bayern" ist weiterhin durch öffentliche Mittel, Firmensponsoring und Mitteln aus den beteiligten Institutionen gewährleistet.
Dr. Josef Huber von der Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL), Institut für Pflanzenschutz, referierte über die neue europäische Pflanzenschutzverordnung und das neue deutsche Pflanzenschutzgesetz. Ergänzt wurden diese Ausführungen von Susanne Probst, ebenfalls LfL, durch Pflanzenschutzempfehlungen für Beerenobst, neue und ablaufende Zulassungen für bestimmte Pflanzenschutzmittel in Beerenobst.
Heinrich-Ludger Rövekamp, Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen, berichtete über die Erfahrungen im regionalen Erdbeeranbau 2011.
In den letzten Jahrzehnten verbreitete sich zunehmend der Anbau von Erdbeere in Substrat auf Stellagen, unter Glas oder Folie. Die Gestehungskosten unterscheiden sich erheblich – während die bodennahe Substratkultur bei 10 €/m² liegt, müssen für die Kultur in Stellagen 18 €/m² kalkuliert werden. Ergänzend berichtete Rövekamp über Strategien beim Anbau von neuen Spätsorten. (FGW)

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