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Flachgründige Bodenbearbeitung schont Klima
Eine schonende Bearbeitung des Bodens fördert dessen Fruchtbarkeit, beugt Erosion vor, erhöht Ertragssicherheit und verursacht weniger Treibhausgase. Das haben Feldversuche des Forschungsinstituts für biologischen Landbaus (FiBL) ergeben.
Die Landwirtschaft trage massgeblich zum Klimawandel bei, erklärte Urs Niggli, Direktor des FiBL. Rund ein Drittel aller Treibhausgase würde auf ihr Konto gehen. Es sei deshalb wichtig, dass sich die Landwirtschaft dieses Themas annehme. Denn reagiere man nicht, werde die Landwirtschaft dereinst die dominante Verursacherin von Treibhausgasen sein, zumal in anderen Bereichen - wie etwa bei Heizungen - Sparmassnahmen geplant seien.
Ein Schritt in Richtung einer klimafreundlichen Landwirtschaft besteht beispielsweise in einer schonenderen Bodenbearbeitung. Heute aber wird mit dem Pflug der Boden tiefgründig bearbeitet. Das erfordert viel Energie, das Bodengefüge wird zerstört, Erosion gefördert, Humus abgetragen und CO2 freigesetzt. Pfluglose Bearbeitungsverfahren wurden zwar für den konventionellen Landbau entwickelt. Für die biologische Bestellung der Felder galten sie bislang aber als nicht praktikabel.
Das FiBL führt deshalb seit 2002 an mehreren Standorten in der Schweiz Feldversuche durch, bei denen Böden nur flachgründig bearbeitet und natürlich gedüngt werden. Erste Resultate wurden am 8. Juni vorgestellt. Auf einem Acker in Frick verringerten sich etwa die Emissionen klimaschädlicher Gase um rund 20 Prozent. Zudem konnte circa 75 Prozent mehr Kohlenstoff gespeichert werden dank der nur flachgründigen Bodenbearbeitung. Diese Ergebnisse zeigten, dass der klimaneutrale Ackerbau möglich sei, erklärt Studienleiter Paul Mäder. Die Humusschicht hat in dem siebenjährigen Versuch um 17 Prozent zugenommen, die Bodenlebewesen um 37 Prozent. Verbessert wurde ebenso die Ertragssicherheit. Die Getreideerträge fielen in den ersten Jahren zwar 10 Prozent tiefer aus als bei der traditionellen Bewirtschaftung mit dem Pflug, dafür wurden höhere Zwischenfutter- und Sonnenblumenerträge erzielt. Nach der Umstellungsphase konnten 26 Prozent mehr Kleegras, 34 Prozent mehr Silomais und 20 Prozent mehr Weizen geerntet werden.

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