ENA: Legt Fahrplan für strategische Einbindung in EU-Umweltpolitik vor

Der Europäische Baumschulverband (ENA) hat heute dem Europäischen Parlament offiziell sein Manifest 2026 mit dem Titel "Mehr Pflanzen, mehr Leben" vorgestellt.

Die ENA hat ihr Manifest 2026 vorgestellt. Bild: ENA.

Mit fast 250.000 Vollzeitbeschäftigten und einer Produktionsfläche von 133.000 Hektar positioniert sich der Sektor als unverzichtbarer Partner für die Erreichung der EU-Ziele in den Bereichen Biodiversität und Klimaanpassung. Das Manifest fordert eine technische Angleichung der EU-Vorschriften, um eine stabile Versorgung mit hochwertigem Pflanzgut sicherzustellen.

Während einer interaktiven Sitzung unter der Leitung des Europaabgeordneten Dario Nardella diskutierten ENA-Vertreter und EU-Beamte über die dringende Notwendigkeit, die Lieferkette der Baumschulen zukunftssicher zu machen. Der Sektor, der eine Jahresproduktion von 10,6 Mrd. Euro erwirtschaftet, sieht sich zunehmendem Druck durch klimabedingte Verluste ausgesetzt, die in den letzten Jahren für den Sektor 160 Mio. Euro überstiegen haben.

Gleiche Wettbewerbsbedingungen in der GAP

Ein zentrales Thema des Manifests ist die uneinheitliche Anerkennung von Baumschulen im Rahmen der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP). Derzeit sind Containerbaumschulen in verschiedenen Mitgliedstaaten von mehreren Fördermechanismen ausgeschlossen, trotz ihrer hochtechnologischen und wassersparenden Produktionsmethoden. Die ENA fordert bei der GAP-Revision die uneingeschränkte Förderfähigkeit, einschließlich des Zugangs zu Öko-Programmen und Katastrophenhilfe für alle Baumschularten.

Qualität und Biosicherheit als Priorität

Um den Erfolg des Naturwiederherstellungsgesetzes und der „3-Milliarden-Bäume“-Initiative sicherzustellen, setzt sich die ENA für eine verpflichtende Qualitätsbeschaffung ein. Der Sektor betont, dass nur professionelle, akkreditierte Baumschulen das krankheitsfreie und klimaresistente Pflanzgut garantieren können, das für das langfristige Überleben der Projekte erforderlich ist.

Vier technische Prioritäten für den Sektor

1. GAP-Integration: Formelle Anerkennung des Baumschulsektors als eigenständigen Zweig der Landwirtschaft mit Zugang zu Direktzahlungen und Resilienzmitteln.
2. Standardisierte Beschaffung: Obligatorische Verwendung von Pflanzen, die Qualitätsstandards erfüllen und in allen EU-finanzierten Begrünungsprojekten klima- und standortgerecht sind.
3. CRCF-Methodik: Entwicklung praktikabler Ansätze zur Überwachung und Verifizierung (MRV) der Kohlenstoffbindung durch Baumschulen.
4. KMU-freundliche Innovation: Spezielle Fördermittel für die Modernisierung von Baumschulen, einschließlich wassersparender Bewässerung und intelligenter Mechanisierung.

Zitate der Sprecher

Tim Van Hulle, Präsident der ENA: „Unsere Baumschulen sind der Ausgangspunkt jedes Begrünungsprojekts in Europa. Um die Renaturierungsbemühungen auszuweiten, brauchen wir einen Rechtsrahmen, der die Ambitionen und Herausforderungen unserer Baumschulen unterstützt, anstatt sie durch Verwaltungsaufwand zu behindern. Wir liefern die lebenden Werkzeuge für ein widerstandsfähiges Europa und möchten mit den politischen Entscheidungsträgern der EU zusammenarbeiten und sie dabei unterstützen, die EU-Anforderungen zu vereinfachen und zu verbessern.“ 
Antonio Ceccarelli, Vorsitzender der ENA-Taskforce für öffentliche Angelegenheiten: „Wir fordern die Harmonisierung der Pflanzenschutzvorschriften und Bio-Standards in allen Mitgliedstaaten. Gleiche Wettbewerbsbedingungen sind unerlässlich, um unsere Wettbewerbsfähigkeit gegenüber unlauteren Handelspraktiken zu wahren und die europäische Biosicherheit zu gewährleisten. Die EU muss in Baumschulen erzeugte Pflanzen als zertifizierte Kohlenstoffsenken anerkennen, um neue Anreize für unsere Erzeuger zu schaffen.“ 

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