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Niedersachsen: Erster Fund des Japankäfers
Da bislang nur zwei Tiere in einem eng begrenzten Bereich gefunden wurden, geht das Pflanzenschutzamt davon aus, dass es sich um „blinde Passagiere“ handelt, die mit einem Flugzeug oder Lastwagen aus einem Befallsgebiet eingeschleppt wurden. Dennoch wird die Überwachung rund um den Flughafen Hannover nun deutlich intensiviert.
Gefräßiger Schädling mit breitem Wirtsspektrum
Der Japankäfer hat ein erhebliches Schadpotenzial und kann ganze Pflanzenbestände massiv schädigen. Die Larven des Käfers entwickeln sich im Boden an den Wurzeln ihrer Wirtspflanzen – bevorzugt an Gräsern in Rasen, Wiesen und Weiden.
Ausgewachsene Japankäfer richten Schäden durch Fraß an Blättern, Blüten und Früchten an. Inzwischen sind mehr als 400 Pflanzenarten bekannt, die der Käfer befällt – darunter wichtige Kulturpflanzenarten wie Ahorn, Buche, Eiche, Obstbäume und -gehölze, Weinrebe, Haselnuss, Rose, Mais und Soja. Bei einer Etablierung wären daher der Obstbau, Baumschulen, die Landwirtschaft, die Forstwirtschaft sowie Gärten und öffentliche Grünanlagen besonders betroffen. Die Hauptflugzeit der adulten Japankäfer dauert von Juni bis September an.
Verbreitung über Transportwege
Der Japankäfer wird vor allem passiv über Transportwege verbreitet, indem er in Verkehrsmitteln (zum Beispiel Güterzüge, LKW, PKW, Campingwagen) oder im Reisegepäck als „blinder Passagier“ aus Befallsgebieten in nicht befallene Gebiete mitreist.
Eier und Larven des Schädlings können auch mit Erde, beispielsweise bei Pflanzen zum Anpflanzen mit Erdballen oder mit Substraten aus befallenen Gebieten verschleppt werden. Der Japankäfer wurde 2014 nach Norditalien eingeschleppt. Von dort hat er sich in weitere Teile Europas verbreitet und kommt inzwischen auch in der Schweiz und in Teilen Deutschlands (Hessen und Baden-Württemberg) vor.
Vor der Rückreise Gepäck und Fahrzeuge kontrollieren
Jeder Reisende kann dazu beitragen, die Einschleppung des Japankäfers zu verhindern. Fahrzeuge und Gepäck sollten gründlich kontrolliert werden, bevor Reisende aus einem Befallsgebiet zurückkehren. Das Pflanzenschutzamt rät außerdem: Bringen Sie keine Pflanzen oder Schnittblumen aus Befallsgebieten mit!
So erkennen Sie den Japankäfer
Der Japankäfer hat in etwa die Größe einer Kaffeebohne. Mit seinen bräunlichen Flügeldecken und dem grün-metallisch schillernden Kopf und Halsschild ähnelt er einigen heimischen Käfern, insbesondere dem Gartenlaubkäfer. Es gibt aber deutliche Unterscheidungsmerkmale:
- Der Japankäfer hat jeweils fünf gut sichtbare weiße Haarbüschel an den Körperseiten unterhalb der Flügeldecken sowie zwei weiße Haarbüschel am Hinterende. Fehlen diese, handelt es sich nicht um den Japankäfer.
- Alarmverhalten: Bei Gefahr spreizt der Japankäfer ein Beinpaar ab. Dieses Verhalten ist bei einheimischen Käfern nicht bekannt.
Fund ist meldepflichtig
Der Japankäfer ist ein meldepflichtiger Unionsquarantäneschädling. Kontaktieren Sie bei einem Verdacht auf den Japankäfer daher umgehend das Pflanzenschutzamt:
- Fotografieren Sie verdächtige Käfer und versuchen Sie, sie in einem Glas einzufangen.
- Melden Sie Verdachtsfälle in der Umgebung des Flughafens Hannover mit Foto per E-Mail an japankaefer@lwk-niedersachsen.de
- Alle weiteren Verdachtsfälle melden Sie per E-Mail an pflanzengesundheit@lwk-niedersachsen.de.

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