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ZVG: Fordert Erhalt des IGZ-Standortes Erfurt
Hintergrund IGZ:
Das Leibniz-Institut für Gemüse- und Zierpflanzenbau Großbeeren/Erfurt (IGZ) bearbeitet für die Themenfelder Gemüse (Standort Großbeeren) und Zierpflanze (Standort Erfurt) folgende für den Gartenbau wichtige Programmbereiche: 1.Gartenbaupraxis und urbaner Gartenbau; 2. Nutzung biologischer Systeme im Gartenbau; 3. Gartenbau, Umwelt und Verbraucher und 4. Globale Änderungen und Gartenbau.
Evaluierung des IGZ:
2015 wurde das IGZ von einer Kommission aus internationalen Wissenschaftlern sehr positiv evaluiert. Am 17. März 2016 hatte der Senat der Leibniz-Gemeinschaft seine Bewertung des Evaluationsberichtes veröffentlicht. Die Senatsstellungnahme empfiehlt, im Gegensatz zum Fachgutachten der Evaluierungskommission, eine Schließung des Standorts Erfurt des IGZ.
Der ZVG stellt fest,
• dass eine Darstellung der Leistungen des IGZ nach Standorten getrennt nicht das Ziel der Evaluation war.
• dass die vier IGZ-Programmbereiche im Wesentlichen mit sehr guten bis exzellenten Bewertungen von den Fachgutachtern beurteilt wurden.
• dass die Standorte Großbeeren und Erfurt in unterschiedlichem Maß – aber gemeinsam – zu den vier IGZ-Programmbereichen beitragen.
• dass die Fachgutachter positiv anerkennen, dass das IGZ erfolgreich ein Konzept zur Verbesserung der Leistung von einzelnen Arbeitseinheiten in Erfurt entwickelt hat. • dass sich die Empfehlung des Leibniz-Senats zur Schließung des Standortes Erfurt nicht aus dem Evaluierungsbericht der Fachgutachter ableiten lässt!
Darüber hinaus weist der ZVG auf die Tatsache hin,
• dass beide Standorte des IGZ bei der Evaluierung 2007 so gut abgeschnitten hatten, dass der Senat der Leibniz-Gemeinschaft der GWK eine Mittelaufstockung des Institutes empfahl. Diese wurde genehmigt.
• Heute empfiehlt der Senat die Schließung des Standortes Erfurt.
Folge der Schließung des IGZ-Standortes Erfurt: Finanzmittel:
• Mit Wegfall des Standortes Erfurt würden dem IGZ ca. 30 Prozent Haushaltsmittel verloren gehen.
Folgen für die Forschung:
• Damit bestünde die erhebliche Gefahr der Kürzung oder sogar des Wegfalls der Forschung zur Pflanzenvermehrung und zum Zierpflanzenbau, die am Standort Erfurt des IGZ konzentriert ist. Zu erwarten wären zudem erhebliche Konsequenzen für die interdisziplinäre Zusammenarbeit.
• Möglicherweise hätte die Schließung des Standortes Erfurt auch Einschränkungen bei der Gemüsebauforschung am Standort Großbeeren zur Folge.
Negative Folgen für den Gartenbau:
• Die gartenbauliche Produktion ist ein umsatzstarker Zweig der Landwirtschaft und dient mit Produkten des Gemüsebaus der gesunden Lebensweise und mit den Produkten des Zierpflanzenbaus der Steigerung der Lebensqualität der Menschen.
• Die Universitätsforschung richtet sich zunehmend auf die Grundlagenforschung aus. Langfristige praxisnahe Projekte sind eher die Ausnahme.
• Das Leibniz-Institut für Gemüse- und Zierpflanzenbau hingegen ist für die Forschung im Gemüse- und Zierpflanzenbau einzigartig: Neben grundlagenorientierten Forschungsvorhaben greift das IGZ nicht nur praxisrelevante Forschungsthemen zu Produktionsverfahren sondern auch Aspekte der gesamten Wertschöpfungskette bis hin zu umweltrelevanten Fragestellungen auf.
• Das IGZ ist die erste Adresse in der Zierpflanzenforschung. Seine Arbeit hat hohe gesellschaftliche Relevanz. Die Zierpflanzenforschung am Standort Erfurt beschäftigt sich u. a. mit Fragen von Pflanzenvermehrung und -züchtung sowie Stresstoleranzen. Bei der großen biologischen Vielfalt im Zierpflanzenbau ist dies wissenschaftlich besonders anspruchsvoll.
• Der Verbraucher erwartet heute zudem, Pflanzen aus nachhaltiger Produktion erwerben zu können. Hier leistet die anwendungsorientierte Forschung des IGZ einen wichtigen Beitrag und unterstützt damit die Unternehmen, ihre Produktion entsprechend weiter zu entwickeln.
• Die Forschungsarbeit des IGZ ist wichtig für viele mittelständische Unternehmen der Zierpflanzenzüchtung und -produktion. Bei dem enormen wettbewerblichen Druck, dem die deutschen gartenbaulichen Unternehmen unterliegen, können nur durch innovative, forschungsbasierte Weiterentwicklung der Produktion Arbeitsplätze am Standort Deutschland gesichert und die notwendige globale Orientierung der Unternehmen unterstützt werden.
• In seiner Forschungsarbeit kooperiert das IGZ deswegen nicht nur mit Universitäten und Fachhochschulen sondern auch intensiv mit den Forschungsabteilungen von Pflanzenzuchtunternehmen und Zierpflanzenproduzenten, der bislang noch einzigartigen Züchtungsunternehmen in Deutschland.

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