- Startseite
- Mehr...
- Dossiers
- Grazeasy
- WVG Nord: Delegiertenversammlung am 23.2...
WVG Nord: Delegiertenversammlung am 23.2.2022
Nach der Präsidentenansprache von WVG Nord Präsident Andreas Kröger mit gartenbaulichen Schwerpunktthemen, wie beispielsweise die Entwicklung der Nachfrage nach Pflanzen & Blumen in der Coronazeit, enormen Kostensteigerungen bei Energien & Kunststoffen, Mindestlohn etc, sieht Kröger durchaus auch Chancen, die der Gartenbau hat: Energie einzusparen, z.B. durch innovative Photo-Voltaik-Anlagen u.a. im Gemüsebau und die „Vision Wasserstoff“ weiter zu verfolgen, um CO2 zu minimieren. Präsident Kröger ruft zu mutigen, entschlossenen Handlungen auf – der Gartenbau sei ein Schlüssel zur Klimabilanz! Weitere Themen der Tagesordnung waren die üblichen Regularien wie Haushalte, Beitragsordnung 2022. Zwei Vizepräsidenten wurden in ihrem Amt einstimmig bestätigt, die erstmals online mit dem Wahlpartner VOXR durchgeführt wurden.
Nach dem Mittagessen war die Ansprache „Für die Gärtner – die Arbeit des ZVG“ von ZVG Präsident Jürgen Mertz das absolute Highlight. Mertz gab umfangreiche Einblicke in die Arbeit des ZVGs u.a. wie wichtig es war auch vor Corona politische Kontakte, Termine und verlässliche Partner zu pflegen. Diese waren zugleich Türöffner, das der Gartenbau im April 2021 per Bundesgesetzesentwurf „öffnen durfte“.
Mertz berichte aus der Arbeit der „Zukunftskommission Landwirtschaft“ (ZKL) und zeigte den Diskussionsprozess in der ZKL auf, in deren Arbeit war es ihm ein besonderes Anliegen, die ökonomischen Notwendigkeiten der Betriebe deutlich zu machen. Mit Blick auf die CO2-Bepreisung mahnte er einen praktikablen Entlastungsmechanismus für die kleineren Betriebe im Gartenbau an. Der ZVG hat mit seiner Arbeit dafür gesorgt, dass der Gartenbau grundsätzlich bei Carbon-Leakage- Entlastungsmaßnahmen berücksichtigt werden könnte. Das Antragsverfahren gestaltet sich allerdings äußerst schwierig, da die gärtnerischen Unternehmen gleichgesetzt werden mit der Großindustrie. Hierzu hat der ZVG aktuelle Forderungen an die Politik ausgesprochen, das Antragsverfahren deutlich zu entbürokratisieren.
Zum Thema Torf machte Mertz deutlich, dass der ZVG bereits frühzeitig gegenüber der Politik Bereitschaft signalisiert hat, den Torfeinsatz im Gartenbau zu reduzieren. Allerdings müssen die Voraussetzungen stimmen: Dazu zählen die Qualität und ausreichende Verfügbarkeit der Torfersatzstoffe, Haltbarkeit der Pflanzen und Akzeptanz beim Endverbraucher. Schon 2017 habe der ZVG gegenüber dem BMEL diesbezüglich Forschungsarbeit angemahnt. Diese habe das BMEL umgesetzt. Die aktuellen Ergebnisse sind positiv, so dass man hier die Torfreduzierung im Gartenbau weiter vorantreiben könne.
Zur Pflanzenschutzmittelsituation äußerte sich Mertz kritisch. Seit Jahren fordert der ZVG hinsichtlich der Verfügbarkeit von Pflanzenschutzmitteln Planungssicherheit. Die Produzenten hangeln sich seit Jahren von einer Notfallzulassung zur anderen. "Jeder Endverbraucher möchte regionale Ware & Produktion", so Mertz weiter, "aber dafür müssen auch im Pflanzenschutz die Rahmenbedingungen passen".
Mertz ging zudem auf den neuen Recruiting-Film der Nachwuchswerbekampagne "Beruf Gärtner. Der Zukunft gewachsen." ein, der Ende Januar veröffentlicht wurde. Dieser spricht vor allem die emotionale Ebene des Gartenbaus und seiner Produkte an. Mertz empfiehlt den Film zur Nachwuchssuche intensiv zu nutzen.
Schließlich kommt er zum letzten, wichtigen Thema seiner Ansprache, der Ausbildungsverordnung. Nach der letzten Änderung 1996 ergibt sich nun die historische Chance, die die Ausbildungsordnung für die nächsten 15 Jahre zukunftssicher aufzustellen, dazu zählt auch die Einführung einer 8. Fachrichtung. Dazu erläutert Mertz, dass die Berufe Verkäufer/in und Einzelhandelskaufmann/-frau zu den beliebtesten Ausbildungsberufen gehören. Davon kann auch der Gartenbau profitieren. Die Endverkaufsbetriebe und Gartencenter müssen in die Lage versetzt werden, Verkäufer mit gärtnerischer Kompetenz auszubilden.
Anschließend gab es die Möglichkeit Fragen zu stellen und sich auszutauschen. Es gab rege Beteiligung der Mitglieder im Saal sowie erstmals Fragen aus dem Chat an den Präsident Jürgen Mertz. (WVG Nord)

Kommentare (0)
Bisher sind keine Kommentare zu diesem Artikel erstellt worden.