WVG Nord: Branche zeigt Geschlossenheit

Unter dem Leitmotiv "Gut beraten - klug gehandelt!" versammelte der WVG Nord beim diesjährigen Gartenbautag Vertreterinnen und Vertreter aus Gartenbau, Politik, Wirtschaft und Verbandswesen zu einem zukunftsweisenden Branchentreffen.

Präsident Andreas Kröger betont, wie wichtig Lobbyarbeit ist und stellt einige Beispiele, wie den politischen. Bild: WVG Nord.

Im Mittel­punkt standen Nachwuchsförderung, Fachkräftesicherung, politische Interessenvertre­tung sowie praxisnahe Lösungsansätze für aktuelle Herausforderungen.

Nachwuchs im Fokus: Ehrung der Jahrgangsbesten 2025

Ein besonderer Höhepunkt war die feierliche Auszeichnung der Jahrgangsbesten im Ausbildungsberuf Gärtnerin und Gärtner. Geehrt wurden:

  • Luise-Lotte Philipp, Fachrichtung Gemüsebau (Hof Medewege, Schwerin)
  • Lukas Kuchenbuch, Fachrichtung Gemüsebau (Gärtnerei Sannmann, Hamburg)
  • Mia Helling, Fachrichtung Gemüsebau (Bioland-Gärtnerei Rhizom, Bremen)

Gemeinsam mit der neuen Blumenfee Hannes Schrader und Vizepräsident Dirk Klefer würdigte der Verband die hervorragenden Leistungen des Branchennachwuchses. Die Auszeichnungen unterstreichen die hohe Ausbildungsqualität im norddeutschen Gar­tenbau.

Politische Impulse und klare Botschaften

In seiner Eröffnungsrede betonte Präsident Andreas Kröger die Bedeutung einer star­ken Interessenvertretung in bewegten Zeiten. Themen wie Tarifgeschehen, Ausbildung, Fachkräftemangel und regulatorische Unsicherheiten – etwa bei der Einstufung von Blumentöpfen im Rahmen des „Grünen Punkts“ – zeigen deutlich, wie wichtig verläss­liche politische Rahmenbedingungen für die Betriebe sind.

Auch der Blick auf die anstehende Landesgartenschau Bad Nenndorf 2026 machte deutlich, welches Potenzial in gemeinsamer Sichtbarkeit und branchenübergreifender Zusammenarbeit liegt.

Fachkräftemangel bleibt größte Herausforderung

Fachkräftemangel ist unsere größte Sorge“ – dieses Fazit zog sich wie ein roter Faden durch das Programm. Mit praxisnahen Ansätzen zur Nachwuchsgewinnung, einem Ausblick auf die IdeenExpo im Juni 2026 sowie Impulsen zur Arbeitgeberattraktivität zeigte der Verband konkrete Handlungsoptionen auf.

Die offene Gesprächsrunde „Jungunternehmer*innen im Dialog“ machte deutlich: Die junge Generation im Produktionsgartenbau ist innovativ, unternehmerisch denkend und bereit, Verantwortung zu übernehmen. Beratung, Netzwerke und Verbandsarbeit werden dabei als zentrale Erfolgsfaktoren verstanden.

Digitalisierung und Sicherheit als Zukunftsthemen

Mit Beiträgen zur Cyber-Sicherheit im Gartenbaubetrieb sowie zum Einsatz von Künst­licher Intelligenz als „dritte Gehirnhälfte“ wurden praxisnahe Lösungen für den Be­triebsalltag vorgestellt. Die Botschaft: Digitalisierung ist kein Zukunftsszenario mehr, sondern bereits heute ein wirtschaftlicher Erfolgsfaktor – bezahlbar und umsetzbar.

Die KI-Expertin und Keynote Speakerin Astrid Brüggemann machte vor allem Mut, KI als Arbeitserleichterung zu nutzen, gab passende Beispiele aus der Praxis und zeigte auf, wie einfach man „prompten“ kann, um echte Arbeitserleichterung zu bekommen!

Gemeinsam stärker: Verband als Stimme der Branche

In Zeiten politischer und wirtschaftlicher Unsicherheit setzt der WVG Nord auf Ge­schlossenheit. „Ohne Lobbyarbeit bestehen wir nicht“, lautete ein klares Signal an die Branche. Neue Mitglieder sind ausdrücklich willkommen – denn nur gemeinsam lässt sich die Zukunft des Gartenbaus aktiv gestalten.

„Ich bin Mitglied, um etwas zu bewegen – gerade auch in politischen Fragen, die unsere Branche betreffen. Der Verband hilft, die Praxis des Gartenbaus in die Politik zu brin­gen“, sagt Katrin Brelage, Betriebsnachfolgerin von Gartenbau Brelage, Bio-Kräuterbetrieb aus Papenburg und langjähriges Mitglied im Verband.

Der Gartenbautag 2026 hat einmal mehr gezeigt: Der norddeutsche Gartenbau ist leis­tungsstark, innovationsbereit und engagiert. Mit klaren Positionen, starken Persönlich­keiten und einem wachsenden Netzwerk stellt sich die Branche selbstbewusst den Her­ausforderungen der kommenden Jahre.

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