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Weihenstephan: 20 Jahre Fachseminar Pflanzenschutzberatung
Das als Sachkunde-Weiterbildung genehmigte Tagesseminar war mit rund 100 Teilnehmern/innen aus Deutschland, Österreich und Italien sehr gut besucht. Wie in den Vorjahren wird die Veranstaltung als ein gern genutzter "Pflichttermin" genutzt, um sich in Sachen Pflanzenschutz zu informieren und auszutauschen.
In seiner Begrüßung informierte Prof. Dr. Markus Reinke, Vizepräsident Hochschule Weihenstephan-Triesdorf (HSWT), über die Hochschule mit ihren Zielen und zukünftigen Entwicklungen. Anschließend stellte Prof. Dr. Birgit Zange, Institut für Gartenbau HSWT, Fachgruppe Pflanzenschutz, das Programm und die Referenten vor.
In seinem Vortrag "Kontrollen im Pflanzenschutz: Verkäufer und Anwender im Visier der Prüfer" ging Thomas Lohrer, HSWT, näher auf die im Rahmen des bundesweit durchgeführten Pflanzenschutz-Kontrollprogramms vollzogenen Kontrollen und deren Ergebnisse ein. Aufgezeigt wurden ebenfalls für den Betrieb oder Anwender wichtige Hintergrundinformationen und Hilfen.
Dr. Maureen Möwes, Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie, Nossen beleuchtete die Frage "Diagnose: Xylella fastidiosa - Und jetzt?". Die unter dem Namen Feuerbakterium bekannte Krankheit zählt zu den Quarantäneschaderregern. Das bedeutet verschärfte Maßnahmen, wenn kranke Pflanzen gefunden werden. Frau Möwes informierte zum einen über Symptomatik und Auftreten der Krankheit, aber auch über erforderliche Maßnahmen im Schadensfall.
Praxisnah, unterhaltsam und doch mit fachlicher Tiefe konnte Pierre Pötzl, Coaching Praxis, die Teilnehmer in seinem Beitrag "Noch fit in Sachen "Erste Hilfe"? Ein 45 Minuten Crash-Kurs" mit auf den Weg nehmen. Sein Anliegen war, Wissen zur Ersten Hilfe aufzufrischen. Einige Seminarteilnehmer wurden mit einbezogen, um Rettungsmaßnahmen zu demonstrieren. Mittels einer Kamera und dem Beamer konnten die Anwesenden die Handgriffe an der Wand projiziert mitverfolgen.
Frau Dr. Monika Heupel, Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen, lieferte mit ihren präzisen und anschaulichen Ausführungen zu "Schnelltests zum Nachweis von Schaderregern: Testsysteme - Praxiserfahrungen - Grenzen" den Zuhörern einen aktuellen Einblick in diese wichtige Thematik. Leider musste sie die Teilnehmer enttäuschen, dass es keine Teststäbchen gibt, die anzeigen, ob es sich z.B. um Viren, Bakterien oder pilzliche Schaderreger handelt. Ein Vorwissen ist erforderlich, um die Tests sinnvoll anzuwenden. In der Pause konnten die Anwesenden die Teststäbchen selbst ausprobieren.
Peter Detzel, Geschäftsführer der NüPA (Nützlingseinsatz, Pflanzengesundheit, Anbausysteme) ging in seinem Vortrag "Resistenz und Resistenzmanagement im Zierpflanzenbau" neben einigen zentralen Grundsätzen näher auf Ergebnisse von Exaktversuchen zu Grauschimmel (Botrytis cinerea) und Thripsen (Frankliniella occidentalis) ein. Es stimmte die Anwesenden sehr nachdenklich, dass sich nachweislich z.B. bei Botrytis Resistenzen aufbauen und Pflanzenschutzmittel nicht mehr wirken.
Als Kenner der Materie konnte Werner David, Erding, in seinem Vortrag "Insektenhotels: Mythos und Fakten" allerlei fachliche und unterhaltsame Dinge zu solitären Wildbienen und Wespenarten geben. Er schärfte den Blick, welche am Markt befindlichen Systeme sinnvoll sind. Ansprechende und schöne Fotos über diese artenreiche Insektengruppe und ihre Entwicklung vervollständigten seine Ausführungen.
Zum Thema "Schildläuse: Systematik, Diagnose, Biologie und Bekämpfung" referierte Oliver Hillert, Katz Biotech. Nach einer näheren Vorstellung wichtiger Unterscheidungsmerkmale von Napf- und Deckelschildläusen setzte er einen weiteren Schwerpunkt auf die Vorstellung der im Handel verfügbaren Nützlinge, ihr Potenzial und Einsatzmöglichkeiten.
Nach einer kurzen Abschlussbesprechung verabschiedete Prof. Dr. Birgit Zange die Teilnehmer/innen und sprach schon eine Einladung für das Fachseminar Pflanzenschutzberatung Ende September 2018 aus. (Quelle: Hochschule Weihenstephan-Triesdorf)

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