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VGL-BW: Das Eisen zum Glühen bringen
Die Teamschmiede in Pliezhausen mit Meisterschmied Heiner Zimmermann war das Ziel der ERFA-Women-Gruppe im Verband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau Baden-Württemberg e. V. (VGL-BW). Neben dem Teamgedanken und dem Austausch von betrieblichen, aber auch persönlichen Erfahrungen geht es den Frauen, die als Planerinnen, Ausbilderinnen, Geschäftsleitung oder in weiteren Aufgabenbereichen tätig sind, um neue Einblicke und Kompetenzen.
„Die Teamschmiede stand schon länger auf unserer Wunschliste und nun hat es endlich geklappt“, verrät Ute Utz, die für die Gruppe zusammen mit dem VGL-BW die Organisation der beiden ERFA-Women-Treffen pro Jahr übernimmt.
Laien-Schmiedekunst
Zimmermann führte die Damen anfangs in die Grundzüge des Schmiedens ein. Auf die Frage, wer denn schon mit konkreten Ideen gekommen sei, reckten sich gleich mehrere Hände. Die Vorstellungen waren schnell mit Kreide auf dem großen Eisentisch skizziert, der Meister gab seine Einschätzung zur Umsetzbarkeit ab und bot seine Hilfe dabei an. Danach gab es keinerlei Zögern. Die Frauen griffen zu Stahlstäben, Hammer oder Säge und legten in flottem Tempo los, um ihren Ideen Gestalt zu verleihen. Ein Eufeublatt, ein Herz mit Initialen, ein Firmenlogo, eine Krone, aus der danach etwas ganz anderes, aber außerordentlich Schönes wurde, ein Kerzenleuchter, zwei Speere und ein stilisiertes Ginkgoblatt zeugten am Ende von jeder Menge handwerklicher Begabung, der Hilfe eines Meisters, der immer zur richtigen Zeit am richtigen Ort war, und jeder Menge Spaß an der Sache. Den Stahl auf die richtige Temperatur zu bringen, war schnell erlernt, denn das Eisen lässt sich bekanntlich nur so lange schmieden, wie es heiß ist. Sobald der Hammer nichts mehr voranbrachte, war der erneute Gang zur Esse notwendig und diese anfangs dicht belagert. Die Zeit am Feuer wurde immer für einen kurzen Austausch genutzt. Auch Frauen sind in der Lage, in Flammen zu starren, aber auf kommunikative Art und Weise. Kein Eisen verglühte und für das Schweißen war der Meister zuständig. Manches entstand nach einem fixen Entwurf, anderes ohne und mit dem handwerklichen Tun, doch es gab auch sehr flexible Planänderungen, die dennoch ein äußerst zufriedenstellendes Endergebnis lieferten. Wer hier in gewisser Hinsicht ein Abbild des Unternehmerdaseins sieht, liegt sicher nicht falsch.
Feedback
„Spannend, ein neues Handwerk mit neuen Herausforderungen und einer ganz eigenen Technik kennenzulernen“, fand Ellen Becker, der diese Erfahrung großen Spaß gemacht hat. Tina Blechschmitt wollte unbedingt mal schmieden, weil sie einen Film über muskelbepackte Jungs gesehen hatte. Sie wollte wissen, ob sie das als Frau auch kann: „Es hat geklappt, aber dieser Tag hat mich körperlich gefordert.“ Birgit Kunert-Weber schmiedete das Firmenlogo und ist mit dem Ergebnis im Glück. Auch, weil sie so gerne mit den ERFA-Frauen etwas gemeinsam unternimmt. Sharon Erhardt würde es jederzeit wieder tun, das Schmieden. Kristina Heim hat ihren Plan exakt umgesetzt, wie im Beruf des Landschaftsgärtners. Es war ihr erstes ERFA-Women-Treffen und für sie ein ganz toller Einstieg. Daniela Seidenspinner war anfangs nicht überzeugt, dass sie etwas realisiert bekommt, doch nun fliegt ihr Schmetterling an einem langen Stab. „Die Komfortzone verlassen, das ist einfach immer mal wieder wichtig“, meinte Birgit Sauter.
„Schmieden mit neun Frauen ist nicht anders als mit neun Männern“, kommentiert Heiner Zimmermann am Ende eisenstaubtrocken. „Jede hat etwas Kreatives eigenständig umgesetzt, das sehe ich als erfolgreichen Tag.“ Sei deines Glückes Schmied!

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