Versuchsstation für Obstbau Schlachters: Feldtag 2018

Beim tradionellen Feldtag am 19. Juli 2018 in der Versuchsstation für Obstbau Schlachtern, einer Außenstelle der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf (HSWT) in der Gemeinde Sigmarszell am Bodensee, stellten Obstspezialisten die aktuellen Projekte zur Obstbauforschung im Rahmen der Versuchsfeldbesichtigung einem breiten Fachpublikum vor.

Blühstreifen in der Fahrgasse nach Durchfahrt des Blühstreifengerätes OMB 3000 von der Firma Humus.

Bereichert wurde der Feldtag durch den Gastvortrag zum Thema Feuerbrand von Dr. Vanessa Reininger, Agroscope und einer Maschinenvorführung.

Prof. Dr. Dominikus Kittemann, wissenschaftlicher Leiter der Versuchsstation, Martin Nüberlin, 1. Vorsitzender der Erzeugergemeinschaft Lindauer Obstbauern (EZG) und Helmut Jäger, Vorstand des Bayerischen Erwerbsobstbauverbands e. V. konnten rund 90 Besucher in Schlachters begrüßen. Die Forschungsaktivitäten und -ergebnisse auf den Versuchsanlagen in Schlachters wurde den Gästen von mehreren Fachleuten nähergebracht. Besonders im Fokus standen beim Feldtag Krankheiten und Schädlinge im Obstbau wie der Feuerbrand. Die Leiterin der Versuchsstation Ute Wilhelm informierte zusammen mit Frau Karin Wudler, der Pflanzenschutzberaterin am Amt für Landwirtschaft, Ernährung und Forsten, Lindau (AELF) über die Feuerbrandmittelprüfung im Exaktversuch. Trotz günstiger Witterung für eine Infektion der Kernobstbäume durch das Bakterium, gab es kaum Befall in den Obstanlagen.

Im Rahmen des EU-geförderten Interreg-V-Projektes "Entwicklung praktikabler Maßnahmen zur Vermeidung von wirtschaftlichen Schäden durch die Kirschessigfliege" konnte Jennifer Johns bereits über erste vorläufige Umfrageergebnisse zur Vermeidung von wirtschaftlichen Schäden durch die Kirschessigfliege berichten. Die Erkenntnisse über den Fruchtzuwachs bei Kirschen aus dem Projekt "Bewässerungssteuerung unter Berücksichtigung des Fruchtwachstums" präsentierte Dr. Michael Beck von der HSWT.

Ein weiteres Interreg-V-Projekt zum Thema "Rückstandsarme Obstproduktion – Modellanlagen zur Weiterentwicklung des Integrierten Pflanzenschutzes" soll Pflanzenschutzbehandlungen während der Vegetationsperiode reduzieren, indem die Baumreihen mit Folien überdacht und dadurch vor Niederschlägen geschützt werden. Überprüft werden laut Franziska Reinhard das Auftreten der Regenfleckenkrankheit bei der Apfelsorte 'Topaz' sowie des Apfelschorfs bei der Sorte 'Gala'. Durch die ausgeprägte Trockenheit unter der Folienabdeckung, ist es möglich, das zusätzlich bei der Unkrautbekämpfung eingespart werden kann.

Anschließend präsentierte Johannes Werth das Interreg-V-Projekt "Entwicklung nachhaltiger Strategien zur Unkrautbekämpfung im Obstbau". Da es in Zukunft Engpässe bei der Zulassung von Herbiziden geben wird, ist das Ziel des Forschungsprojektes, eine ideale Kombination von chemischen und mechanischen Verfahren zu finden, um den Unkrautbewuchs zu kontrollieren.

Die Versuchsvorstellungen im Feld beschlossen Ute Wilhelm und Karin Wudler mit den Ausführungen zu den Themen "Schorfinfektion in der Primärsaison" und „Schwefel im Biobirnenanbau“. Auch im digitalen Bereich gibt es Neues zu berichten. Prof. Dr. Kittemann stellte die App für Lagerkrankheiten "Frudistor" vor. Die Software dient der frühzeitigen Erkennung und damit der Reduzierung von Lagerschäden Ergänzend zur Versuchsfeldbesichtigung wurden zwei Spezialmaschinen für den Obstbau präsentiert: das Biosystem-Fadengerät zur Unkrautbekämpfung der Firma AEDES, vorgeführt von Firma Schmidt, Erfurt-Ermstedt und das Blühstreifenmulchgerät OMB 3000 der Firma Humus, Bermatingen.

Den Abschluss der Fachveranstaltung bildete der Gastvortrag von Frau Dr. Vanessa Reininger Agroscope zum Thema "Feuerbrand aus Praxis und Forschung in der Schweiz". Neben der Schweiz-spezifischen Feuerbrandproblematik, behandelte sie die Nachweisverfahren zum Feuerbrand wie das Screening im Labor und stellte Versuche im Quarantänegewächshaus und im Freiland vor. Abschließend referierte Frau Dr. Reininger über das vielversprechende Prognosemodell MaryblytTM. Mit diesem Modell kann das Blüteninfektionsrisiko während der Apfel- und Birnenblüte, bis zum Auftreten der ersten Symptome berechnet werden. Für Neupflanzungen im Garten- und Feldobstbau gilt es feuerbrandrobuste Kernobstsorten zu verwenden, Aufschluss darüber gibt das Merkblatt "Feuerbrandanfälligkeit bei Kernobstsorten". Mit regem fachlichem Austausch und einem Imbiss schloss die gelungene Veranstaltung.

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