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Regenwasser vom Gründach: Kann man das nutzen?
Gründächer haben viele Vorteile und bieten den Menschen ganz neue Möglichkeiten, wenn es um das Thema Ressourcen und deren sinnvolle Verwendung geht. Allerdings kann das meist gelbe Abwasser in den seltensten Fällen direkt genutzt werden. Was man tun kann, um auch von diesem Wasser kosten- und ressourcensparend zu profitieren, erklärt der Experte für Regenwasseraufbereitung Ernst Deiss. Er weiß, für welche Zwecke das Gründach-Regenwasser eingesetzt werden kann und wie man es filtern muss, damit Geräte wie WC, Waschmaschine und Co. keinen Schaden nehmen.
Ernst Deiss ist Geschäftsführer der Aquatum AG und Experte in Sachen Regenwassernutzung. Im Laufe seiner 35-jährigen Tätigkeit im Baugewerbe, davon 25 als Leiter einer Tiefbau- und Gartenbaufirma, beschäftigte er sich intensiv mit den Themen Nachhaltigkeit und Umweltschutz. Sein Buch „Glücklich Bauen“ erschien im Jahr 2015. Seit 2021 ist sein selbstreinigender, international patentierter Wasserfilter Aquatum 300 Swiss und 400 Swiss, der selbst feinste Partikel aus dem Regenwasser filtert, auf dem Markt und käuflich erhältlich. Ernst Deiss plädiert dafür, mit der Ressource Wasser sorgsamer umzugehen. Seine Beratungs- und Handelsfirma Regenfänger.ch zeigt Wege auf, um Regenwasser nachhaltig zu nutzen und damit Geldbeutel und Natur gleichermaßen zu schonen.
1. Allgemeine Vorteile von Gründächern
Ein begrüntes Dach, das auch als Gründach bezeichnet wird, ist aus sowohl aus ökologischer als auch aus wirtschaftlicher Sicht sinnvoll. Grüne Dächer wirken temperaturausgleichend, bieten Lebensraum für Insekten und sorgen dafür, dass das Regenwasser nicht verloren geht. Sie können Wasser binden und für den Verbrauch speichern oder verzögert ableiten. Ein grünes Dach kann somit getrost als kleine Produktionsstätte von frischem Süßwasser bezeichnet werden, wenn man es richtig nutzt. Diese Tatsache bietet sowohl privaten als auch industriellen Haushalten die Möglichkeit, hier nachhaltig an Süßwasser zu gelangen. Im Zuge des Klimawandels kann so das aufwendige Recycling des Wassers zurückgefahren werden und die Städte und Gemeinden können Gelder einsparen, die bisher dafür ausgegeben werden mussten. Zudem wird die Natur geschont, weil Strom und Chemie bei der Wiederaufbereitung in großem Stil nicht mehr benötigt werden.
2. Die Nutzung des Regenwassers vom Gründach
Leider ist es so, dass man das aus Gründächern gewonnene Süßwasser meist nicht direkt nutzen kann. Das Regenwasser, das auf begrünte Dächer läuft, nimmt durch die Substrate, die auf der Dachfläche notwendig sind, eine gelbliche Farbe an und hinterlässt dann unschöne Spuren in WC, Spülbecken und so weiter. Auch zum Waschen ist es nicht wirklich geeignet, da es Farbrückstände auf der Kleidung verursachen kann. Allerdings gibt es hervorragende Möglichkeiten, um diesem Problem Herr zu werden: Man muss das Wasser sehr fein filtern. Bei modernen Wasserfiltern beispielsweise durchläuft das Wasser eine Kohle- und eine Sandschicht, und alle Ruß- und Partikelstoffe bis zu 1 µm werden bei diesem Prozess herausgefiltert. Am Ende des Filtervorgangs fließt das zuvor trübe Wasser glasklar aus dem Filter. So gelingt eine optimale Nutzung und man kann das Wasser problemlos verwenden.
3. Standortmöglichkeiten und weitere Infrastruktur
Was die Gründächer so praktisch macht, ist die Tatsache, dass man eine Begrünung auf fast jedem Dach inszenieren kann. Gründächer sind an jedem Standort möglich und können auch von der Politik entsprechend gefördert oder sogar vorgeschrieben werden. Öffentliche Gebäude, Schulen, Universitäten, Krankenhäuser, Privathäuser und auch Firmengebäude können mit dieser Art von Dach ausgestattet werden. Somit können ganze Landstriche entstehen, in denen die Dächer begrünt sind und wo Wasser günstig und mit Weitblick recycelt wird. Die Anschaffung und Installation rentiert sich schon alleine, wenn man bedenkt, dass der Menschheit ohne diese Achtsamkeit irgendwann das Süßwasser ausgehen könnte.
4. Der Blick in die Zukunft
Eines ist klar: Ohne kreative und naturnahe Lösungen, wird die Menschheit überall auf der Welt in starke Existenznöte kommen. Nur wenn es gelingt, das Süßwasser auf vielfältigen Wegen kostengünstig und verbraucherfreundlich zu recyceln und aufzubereiten, kann die Menschheit einer drohenden Wasserknappheit entkommen. Es lohnt sich für jeden, im Laufe des 21. Jahrhunderts mit den zur Verfügung stehenden Ressourcen sorgsam und kreativ umzugehen, damit eine lebenswerte Zukunft auch für spätere Generationen möglich ist. Gründächer und Wasserfilter sind jedenfalls ein Schritt in eine positive und verantwortungsvolle Zukunft.
Ein Fazit
Wir müssen lernen, mit Regenwasser so umzugehen, dass es wiederverwendet und aufbereitet werden kann, ohne dass dabei Unmengen anderer Ressourcen darauf verwendet werden müssen. Gründächer und Wasserfilter sind eine ausgezeichnete Möglichkeit für aktiven Klima- und Umweltschutz. Man nutzt die Ressource Regenwasser und die begrünten Flächen bieten Insekten und anderen Kleinlebewesen einen attraktiven Lebensraum. Die Vorteile überwiegen die anfängliche Investition bei weitem und machen sich auf jeden Fall vielfach und divers bezahlt.

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